Schönheits-OPs

Zahnspangen für Kinder und Erwachsene

feste Zahnspange

Gerade Zähne und ein wohlproportionierter Kiefer verbessern nicht nur das Aussehen, sondern dienen auch der Gesundheit. Denn dadurch wird die Mundhygiene erleichtert und somit das Risiko für Karies und Parodontose gesenkt. Außerdem können Zahnfehlstellungen und Kieferanomalien Sprachstörungen wie Lispeln verursachen, die Essensaufnahme behindern und Kiefergelenksprobleme hervorrufen.

Längst nicht jeder kommt mit perfekten Anlagen auf die Welt. Nur gut, dass man heute der Natur ein wenig nachhelfen kann. Durch Zahnspangen lassen sich Kiefer und Zähne ins richtige Verhältnis zueinander rücken. Dabei gehen heute längst nicht mehr nur Kinder zum Kieferorthopäden. Auch immer mehr Erwachsene bessern nach.

Zahnspangen für Kinder

Ob Korrekturbedarf besteht oder nicht, wird im Allgemeinen beim zahnärztlichen Kontrolltermin festgestellt. Eltern, denen eine ungewöhnliche Zahnstellung bei ihrem Kind auffällt, sollten von sich aus einen Termin beim Kieferorthopäden vereinbaren. Denn in einigen Fällen muss schon das Milchzahngebiss behandelt werden. Auch kann man bei manchen kleinen Patienten mit einfachen Maßnahmen das Entstehen einer Zahnfehlstellung verhindern.

Hinweis: Wenn ein Kind Milchzähne zu früh verliert, beispielsweise durch einen Unfall, so kann dies ebenfalls zu einer Fehlstellung führen. Denn die ersten Zähne dienen als Platzhalter für die zweiten. Fehlen sie, können Nachbarzähne in die Lücke hineinwandern, was möglicherweise die ganze Statik des Gebisses durcheinander bringt. Solche Probleme werden mit speziellen Kinderprothesen verhindert.

Normalerweise beginnt die kieferorthopädische Behandlung jedoch mit neun Jahren. Zu den typischen Anomalien gehören der umgekehrte Überbiss und der Kreuzbiss. Im ersten Fall befinden sich die oberen Frontzähne hinter den unteren. Im zweiten Fall liegen die oberen Seitenzähne zu weit innen. Manchmal sind die Zähne auch nur für den Kiefer zu groß und wachsen kreuz und quer. Oder der Oberkiefer steht zu weit vorne.

Zu den weiteren Fehlstellungen gehören der tiefe und der offene Biss. Beim tiefen Biss beißen die unteren Frontzähne in den oberen Gaumen, beim offenen Biss treffen die oberen und unteren Schneidezähne beim Zubeißen nicht aufeinander.

Für die Behandlung werden zunächst Fotos, Röntgenbilder und Gipsabdrücke angefertigt. Rund jeder dritte Patient kommt auch um das Ziehen von Zähnen nicht herum. Je nach Befund wird nun eine herausnehmbare oder feste Spange angefertigt. Die Apparaturen müssen über drei bis vier Jahre getragen werden. Während dieser Zeit üben sie sanften Druck auf Kiefer und Zähne aus. Der Sitz der Zahnspange muss regelmäßig vom Kieferorthopäden kontrolliert und nachgestellt werden.

Die Kosten für die Behandlung werden heute nicht mehr in so großem Umfang wie früher von den gesetzlichen Krankenkassen getragen. Übernommen werden sie nur noch bei ausgeprägten, schwerwiegenden Anomalien, die Kauen, Beißen, Sprechen oder Schlucken behindern. Die meisten Fehlstellungen muss man daher selbst bezahlen. Wie viel das ist, entnimmt man dem Kostenplan des Kieferorthopäden.

Die herausnehmbare Zahnspange

Der Klassiker ist die Klammer aus Kunststoff und Metalldrähten. Sie sollte rund 16 bis 18 Stunden getragen werden und wird zum Essen aus dem Mund genommen. Ein übliches Problem ist, dass den Kindern am Anfang das Sprechen schwer fällt. Eltern sollten dies zuhause mit ihnen üben, um ihrem Nachwuchs Hänseleien in der Schule zu ersparen.

Wichtiger Hinweis: Das Tragen der Spange darf nicht für längere Zeit unterbrochen werden. Denn dann besteht die Gefahr, dass die Zähne wieder in ihre alte Stellung zurückwandern. Neben dem Tragen der Spange ist die sorgfältige Pflege für den Behandlungserfolg wichtig. Eine herausnehmbare Klammer muss, wie die Zähne auch, zweimal am Tag mit einer harten Zahnbürste und Zahnpasta gesäubert werden. Gegen hartnäckige Ablagerungen hilft ein Wasser-Essig-Bad im Mischverhältnis 2:1.

Die festsitzende Zahnspange

Bei komplizierten Fehlstellungen kommen Brackets zum Einsatz. Darunter versteht man kleine Plättchen aus Metall oder Keramik, die auf die Zahnoberflächen geklebt werden. Über Drähte werden sie miteinander verbunden. Diese Spangen bleiben ständig im Mund und können auch zum Essen nicht herausgenommen werden.

Um die Konstruktion nicht zu beschädigen, sollte man harte Lebensmittel wie Äpfel, Nüsse oder ähnliches nicht abbeißen, sondern in kleinen, mundgerecht geschnittenen Stückchen verzehren. Auch festsitzende Zahnspangen machen eine besonders gründliche Mundpflege notwendig. Grund: Durch die Apparatur entstehen im Mund zahlreiche Nischen, in denen sich Schmutz ablagert. Dadurch erhöht sich die Karies- und Parodontosegefahr. Vorteile: Der gesamte Behandlungszeitraum ist kürzer, und die Aussprache wird durch festsitzende Spangen kaum behindert.

Die Außenspange

Bei bestimmten Fehlstellungen ist eine Außenspange angeraten. Hierbei handelt es sich um eine Konstruktion, bei der die Spange außen am Kopf verankert wird. Trost: Diese Apparatur muss nur zuhause getragen werden.

Der Retainer

Sind Zähne und Kiefer in der richtigen Position angelangt, so ist die Behandlung noch nicht abgeschlossen. Damit es auch so bleibt, kommen spezielle Fixierungsspangen zum Einsatz. Die so genannten Retainer müssen jedoch nur noch während der Nacht getragen werden. Bei Patienten, die eine herausnehmbare Spange haben, wird oft das letzte Modell für die Stabilisierungsphase einfach weiter genutzt. Wer eine festsitzende Zahnspange hatte, bekommt nun eine herausnehmbare Spange.

Zahnspangen für Erwachsene

Wurde eine kieferorthopädische Behandlung im Kindesalter verpasst, kann man sie später nachholen. Das ist unter Umständen nicht nur wegen des besseren Aussehens sinnvoll. Fehlstellungen können auch zu gesundheitliche Problemen führen, die sich erst im Erwachsenenalter bemerkbar machen. Dazu gehören Migräne, Tinnitus oder auch Nackenverspannungen. Wer als Erwachsene nun nicht mehr wie ein Teenager herumlaufen möchte, für den gibt es Zahnspangen, die fast unsichtbar sind.

Unsichtbare Zahnspangen

Bei der so genannten Invisalign-Methode bringen sehr dünne durchsichtige, Kunststoffschienen die Zähne in Stellung Diese Spange muss mindestens 22 Stunden pro Tag und Nacht getragen werden. Zum Essen und Zähneputzen nimmt man sie heraus. Der Behandlungsverlauf wird per Computer berechnet. Voraussetzungen für die Behandlung: Die bleibenden Zähne müssen durchgebrochen und Kiefer- und Knochenwachstum abgeschlossen sein. Auch eignet sich diese Methode nur für kleinere Fehlstellungen. Komplexere Anomalien können durch die Lingualtechnik korrigiert werden. Hierbei kommt eine festsitzende Zahnspange mit Brackets zum Einsatz, die jedoch - das ist der Clou - an den Innenseiten der Zähne angebracht wird.

Vorbeugung

Lutschen kann Fehlstellungen begünstigen. Babys sollten daher möglichst lange gestillt werden und anschließend nur kurze Zeit die Flasche bekommen. Aus kieferorthopädischer Sicht ist es am besten, sie so schnell wie möglich an Tassen oder feste Nahrung zu gewöhnen. Daumenlutschen sollte generell vermieden werden. Schnuller müssen spätestens mit drei Jahren abgesetzt werden. Beim Abgewöhnen von Daumen, Schnuller und Dauernuckelflasche helfen so genannte Mundvorhofplatten.

(CI) 14.12.2005

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