Impfungen

Polio-Schutzimpfung (Kinderlähmung, Poliomyelitis)

Kinderlähmung ist eine hochgradig ansteckende Krankheit. Schon Stunden nach einer Infektion wird der Erkrankte selber zur Ansteckungsquelle. Die Symptome ähneln der einer Grippe, allerdings mit Durchfall.

In den meisten Fällen verläuft die Infektion bei Kindern relativ harmlos doch es können Komplikationen auftreten, die schon durch den Namen benannt werden. Bei Erwachsenen sind Komplikationen häufiger zu beobachten. Es treten Lähmungen in Armen, Beinen und der Atmung auf, bleibende Lähmungen und Gehirnschäden sind die Spätfolgen.

1962 wurde die Schluckimpfung eingeführt und auch in den Schulen verabreicht. So rottete man nicht nur in Deutschland, sondern auch in Europa, Amerika und vielen anderen Ländern diese Krankheit aus. Ende 2005 sollte sie weitgehend auch weltweit ausgemerzt sein. Das wäre dann nach Pocken, die nur noch in Einzelfällen auftreten, die zweite Krankheit, bei der das durch Impfprogramme geschafft wurde.

Die Grundimmunisierung wird gemeinsam mit den anderen Kinderkrankheiten Mumps, Diphtherie, Tetanus etc. verabreicht.

Der Impfstoff wird heute nicht mehr als Schluckimpfung, sondern als Spritze verabreicht und besteht aus abgetöteten Poliomyelitis-Viren. Nach der Impfung bildet der Körper Abwehrstoffe (Antikörper) gegen die Viren. Infiziert man sich mit echten Polimeylitis-Viren, bekämpfen die Antikörper die echten Erreger.

Die Polio-Impfung (nicht die Schluckimpfung mit lebenden Viren) wird von der Ständigen Impfkommission (STIKO) für alle Kinder empfohlen. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) versucht derzeit, die Krankheit über ein weltweites Programm auszurotten.

Maximale Schutzzeit: 10 Jahre (wenn alle empfohlenen Impfungen durchgeführt wurden)
Übliche Impfreaktionen: a) mit Lebendimpfstoff:
Einige Tage nach der Schluckimpfung gelegentlich - nur wenige Tage anhaltend - Durchfall, Erbrechen, erhöhte Temperatur, Exantheme, Kopfschmerzen und Abgeschlagenheit
b) mit Impfstoff aus inaktivierten Vieren:
Lokalreaktion, selten leichte Allgemeinerscheinungen
Wichtig: Person sollte bei der Impfung ganz gesund sein (auch keine Erkältungen!).
Allergien müssen dem Arzt vor der Impfung mitgeteilt oder geklärt werden, um eventuell einen geeigneteren Impfstoff zu finden.

(CI) 13.02.2005

Anzeige