Schönheits-OPs

Ohrenanlegen (Otoplastik)

In asiatischen Kulturen sind sie ein Zeichen für Weisheit, bei uns sind sie ein ästhetisches Problem. Abstehende Ohren lassen sich kaum verbergen. Groß und Klein haben unter den sprichwörtlichen Segelohren zu leiden.

Hänseleien können gerade dem Nachwuchs ganz schön zu schaffen machen. Wer wird schon gerne als "Dumbo" bezeichnet? Früher wurde der Kopf von Kindern gewickelt, um den Ohren-Kopfabstand zu verringern. Heute weiß man, dass es nur eine Möglichkeit gibt, um Segelohren beizukommen: Sie müssen operativ angelegt werden.

Der Patient

Abstehende Ohren gelten als Fehlbildung, sind aber ein rein ästhetisches Problem. Viele Betroffene haben sich mit ihren Segelohren abgefunden. Für andere hingegen sind sie eine enorme psychische Belastung. Eine Ohrenkorrektur bedeutet für diese Menschen mehr Selbstbewusstsein und mehr Lebensqualität.

Psyche

Kinder mit abstehenden Ohren sind in Kindergarten und Schule tagtäglich Hohn und Spott ausgesetzt. Dann besteht auch die Gefahr, dass die kleine Seele Schaden nimmt. Wenn ein Kind ausdrücklich und wiederholt eine Ohrenkorrektur wünscht, sollten die Eltern den Eingriff in Erwägung ziehen.

Voraussetzungen

Der Ohrknorpel darf nicht mehr weich sein, und das Ohr muss weitgehend ausgewachsen und ausgeformt sein. Das ist schon relativ früh der Fall, etwa ab dem 5. bis 7. Lebensjahr.

Der Eingriff

Abhängig vom Umfang des Eingriffs gibt es verschiedene Operationstechniken. So kann z.B. eine Knorpelumformung oder -entfernung durchgeführt werden. Das Ohr legt sich dadurch enger an.

Alternativ kann der Ohren-Kopfabstand nur mit einem Nylonfaden korrigiert werden. Bei dem etwa 20-minütigen Eingriff werden die Ohren mit circa einem Dutzend Stichen angelegt. Egal für welche Technik man sich entscheidet, es sind später so gut wie keine Narben sichtbar.

Vor der OP

Vor dem Eingriff stehen einige Untersuchungen an. Der Arzt muss sicher stellen, dass der Patient op- und narkosefähig ist. Neben den Untersuchungen ist die Krankengeschichte (Anamnese) entscheidend für die Patientenbeurteilung. Der Arzt muss über akute und chronische Erkrankungen, Unfälle und regelmäßige Medikamenteneinnahmen informiert werden.

Darauf sollten Sie vor dem Eingriff achten:

  • Zehn bis 14 Tage vor der OP dürfen Sie keine blutverdünnenden Medikamente einnehmen (z.B. Aspirin).
  • Wenn Sie regelmäßig Medikamente benötigen, dürfen Sie diese nur nach Absprache mit dem betreuenden Arzt absetzen.
  • Zum Zeitpunkt des Eingriffs sollten Sie bzw. Ihr Kind nicht an einer Infektion (z.B. eine fieberhafte Erkältung) leiden.
  • Etwa zwei bis vier Wochen vor der Operation ist es ratsam, Alkohol- und Nikotingenuss einzustellen (erhöhte Infektionsgefahr).
  • Kurz vor der OP sollten keine Impfungen durchgeführt werden.

Nach der OP

Der Eingriff wird meist unter örtlicher Betäubung (eventuell mit Dämmerschlaf) durchgeführt. Auf Wunsch (z.B. bei OP-Angst) ist eine Vollnarkose möglich. Der Patient kann, sofern keine Komplikationen auftreten, die Klinik noch am selben Tag wieder verlassen.

Darauf sollten Sie nach dem Eingriff achten:

  • Erwachsene müssen etwa sieben Tage lang einen Kopfverband tragen, Kinder etwa zehn Tage. Der Verband wird dann von einem schützenden Stirnband abgelöst, das drei Monate getragen werden sollte. Die ersten sechs Wochen sogar rund um die Uhr!
  • Kopf und Ohren müssen sechs Wochen geschont werden. Das heißt, möglichst nicht auf der Seite schlafen, bei Sport und Spiel Ohrenkontakt vermeiden.
  • Bis zu etwa acht Wochen nach dem Eingriff sollte auf direkte UV-Bestrahlung (Sonne, Solarium) verzichtet werden.
  • Bis etwa 14 Tage nach der OP sollten Sie die Finger von Nikotin und Alkohol lassen. Die Gifte erhöhen das Infektionsrisiko.
  • Nach etwa drei Monaten ist das endgültige Resultat erreicht, und die Ohren sind wieder belastbar.
  • Nehmen Sie die Nachbehandlungstermine wahr.

Mögliche Komplikationen

Keine OP ist ohne Risiken. Das gilt auch für die Ohrenkorrektur. Doch gefährliche Komplikationen sind bei dem relativ einfachen Eingriff selten. Möglich hingegen sind Schwellungen, Blutergüsse, Nachblutungen, gestörte Wundheilung oder Narbenwucherungen (Keloidbildung). Um einer Knorpelinfektion vorzubeugen, erhält der Patient meist ein Antibiotikum.

Das ästhetische Ergebnis ist in der Regel gut. Allerdings ist es möglich, dass die Ohren nicht 100%ig symmetrisch angelegt werden können.

Kosten

Sind die abstehenden Ohren eine psychische Belastung, übernehmen die Kassen häufig die Kosten - allerdings nur bis etwa zum 17. Lebensjahr. Erwachsene müssen die OP-Kosten selbst tragen.

Es lässt sich nicht pauschal sagen, wie teuer das Ohrenanlegen ist. Das ist immer abhängig vom Umfang der OP. In Deutschland kann der Eingriff etwa zwischen 1500 und 4000 Euro kosten. Der Patient muss sich vor einer OP umfassend über die möglichen Risiken informieren. Der Arzt sollte nach seiner Qualifikation und nicht nach seinen Preisen ausgewählt werden.

(CI) 13.02.2005

Anzeige