Schönheits-OPs

Nasenkorrektur (Rhinoplastik)

Kaum ein Körperteil springt so ins Auge wie unsere Nase. Das Riechorgan beherrscht nun mal die Optik unseres Gesichts. Ist die Nasenform entstellend oder passt nicht zum Rest des Erscheinungsbildes, ist das für den Betroffenen eine enorme Belastung. Kein Wunder, dass die Nasenkorrektur (Rhinoplastik) der Dauerbrenner unter den Schönheits-OPs ist. Vor allem bei Männern ist die Nasenkorrektur ein beliebter Eingriff.

Die Nase kann operativ verlängert, verkürzt, verbreitert, verschmälert oder begradigt werden. Störende Höcker werden einfach abgetragen. Allerdings spielen nicht nur ästhetische Gründe eine Rolle. Auch eine Funktionsstörung des Riechorgans muss unter Umständen mit einer Rhinoplastik behoben werden.

Wichtig ist, dass man sich einem erfahrenen und qualifizierten Operateur anvertraut. Die Nasenkorrektur ist ein schwieriger Eingriff. Nicht selten sind die Patienten mit dem Ergebnis entweder aus gesundheitlicher oder ästhetischer Sicht unzufrieden. Eine gelungene OP bedeutet für den Betroffenen jedoch ein wesentliches Stück Lebensqualität.

Der Patient

Eine perfekte Nase ist nicht immer die richtige Nase. Entscheidend ist, dass das Organ zum Träger passt. Dann kann auch eine große oder lange Nase attraktiv aussehen. Stört die Nase jedoch aufgrund Ihrer atypischen Form den Gesamteindruck, kann eine OP in Erwägung gezogen werden.

Auch Erkrankungen und Unfälle können eine Rhinoplastik notwendig machen.

Psyche

Wichtig ist, dass der Patient keine Wunder erwartet. Er bekommt eine "neue" Nase, aber kein neues Leben. Der ideale OP-Kandidat will nur eine Harmonisierung des Erscheinungsbildes. Auch radikale Veränderungen sollten nicht angestrebt werden. Eine stattliche, große Person sieht mit einem niedlichen Stupsnäschen eher lächerlich als attraktiv aus. Die Nase muss immer dem Typ entsprechen. Sonst ist die Enttäuschung nach der OP groß.

Voraussetzungen

Nur eine "ausgewachsene" Nase darf operiert werden. Der Eingriff sollte daher nicht vor dem 16. Lebensjahr durchgeführt werden. Ist der Patient noch minderjährig, müssen die Eltern ihre Einwilligung geben.

Eine Rhinoplastik nach dem 60. Lebensjahr ist nicht ratsam. Bei älteren Menschen lässt die Hautelastizität nach, das kann das Ergebnis negativ beeinflussen.

Der Eingriff

Nach ausführlichen Untersuchungen und Arzt-Patientengesprächen wird die Art der Nasenkorrektur festgelegt. Man unterscheidet eine offene und eine geschlossene Rhinoplastik.

Bei der letzteren Methode hat der Chirurg Zugang vom Naseninneren. Dafür werden Schnitte an der Innenseite der Nasenlöcher gemacht. Dieses Verfahren eignet sich für unkompliziertere Korrekturen, unter anderem zur Begradigung der Nasenscheidewand.

Bei der offenen Rhinoplastik schneidet der Arzt auch den Nasensteg auf. So lässt sich das Knochen- und Knorpelgerüst ablösen, z. B. um einen Höcker mit einem Mikromeißel abzutragen. Die geschlossene Operationsmethode ist zwar etwas aufwendiger, bietet dem Operateur aber auch einen besseren Überblick. Abhängig von der Korrektur werden oft Knorpeltransplantationen durchgeführt. Damit kann die Nasenkontur neu geformt werden.

In den meisten Fällen wird der Patient spätestens nach drei Tagen aus der Klinik entlassen. Kleinere Eingriffe werden sogar ambulant durchgeführt. Häufig werden Nasenkorrekturen unter Vollnarkose durchgeführt.

Vor der OP

Vor dem Eingriff stehen einige Untersuchungen an. Der Arzt muss sicher stellen, dass der Patient op- und narkosefähig ist. Neben den Untersuchungen ist die Krankengeschichte (Anamnese) entscheidend für die Patientenbeurteilung. Der Arzt muss über akute und chronische Erkrankungen, Unfälle und regelmäßige Medikamenteneinnahmen informiert werden.

Darauf sollten Sie vor dem Eingriff achten:

  • Zehn Tage vor dem Eingriff dürfen Sie kein Aspirin, zwei Tage vorher kein Vitamin E in hohen Dosen zu sich nehmen. Beides wirkt blutverdünnend.
  • Wenn Sie regelmäßig Medikamente einnehmen, dürfen sie diese nur nach Absprache mit dem betreuenden Arzt absetzen.
  • Der Patient darf zum Zeitpunkt der OP nicht an einer akuten Atemwegsinfektion leiden. Die Nase muss unversehrt sein (keine Wunden etc.).
  • Zwei Wochen vor dem Eingriff sollten Sie weder rauchen noch Alkohol trinken
  • Etwa zwei Monate vor der Nasenkorrektur sollten keine Impfungen durchgeführt werden.

Nach der OP

In den meisten Fällen ist die Nasenatmung für ein paar Tage beeinträchtigt. Nicht abfließendes Sekret sollte regelmäßig abgesaugt werden. Die Nasentamponaden können in der Regel schon nach ein bis zwei Tagen wieder entfernt werden.

Rhinoplastikpatienten müssen einen inneren und einen äußeren Verband tragen. Die Nase wird abhängig vom Eingriff etwa ein bis zwei Wochen geschient (Metall- oder Gipsschiene). Nach Abnahme der Schiene wird meist noch ein Tapeverband für kurze Zeit angelegt.

Der Patient sollte sich darauf einstellen, dass es ein paar Tage dauert, bis die Nase sich in ihrer neuen Pracht zeigt. Doch Verfärbungen und Schwellungen trüben nur kurz die Nasenschönheit. Aber auch wenn die Nase nach ca. zwei Wochen optisch einwandfrei aussieht, kann der Wundheilungsprozess noch ein halbes bis ganzes Jahr andauern.

Darauf sollten Sie nach dem Eingriff achten:

  • Ein paar Tage sollten Sie extremen Blutdruckanstieg vermeiden (kein Sport, kein Sex etc.).
  • Machen Sie kleine Spaziergänge und kühlen Sie die Nase, beides fördert die Abschwellung.
  • Pflegen Sie Ihre Nase nach ärztlicher Anweisung (Salben, Sprays u.s.w.).
  • Reduzieren Sie Ihre Gesichtbewegungen auf ein Minimum. Vorsicht beim Zähneputzen, Niesen, Duschen, Kauen etc.
  • Bis etwa 14 Tage nach der OP sollten Sie weder rauchen noch Alkohol trinken.
  • Sport ist erst nach etwa zwei Monaten wieder erlaubt. Das gilt auch für UV-Bestrahlung (Sonne, Solarium).
  • Impfungen sollten erst nach sechs bis acht Wochen durchgeführt werden.

Mögliche Komplikationen

Lebensgefährliche Komplikationen sind bei Nasenkorrekturen eher selten. Häufiger hingegen sind Probleme bei der Nasenfunktion. Der Grund: Nicht alle Chirurgen beherrschen die Kunst, gleichzeitig eine funktionale und eine ästhetische OP durchzuführen. Dann ist die Nase unter Umständen perfekt geformt, aber ihre Funktion ist beeinträchtigt. Ist z. B. die Nasenatmung behindert, kann das erhebliche Folgen haben: Schlafstörungen und Konzentrationsschwächen, aber auch Geruchs- und Geschmacksprobleme.

Natürlich kann auch das kosmetische Ergebnis nicht zufriedenstellend sein. Entweder hatte der Patient eine andere Vorstellung von seiner "neuen" Nase, oder die Nasenkorrektur ist schlicht und ergreifend missglückt. Dann folgen weitere OPs, um die Fehler wieder auszumerzen oder zumindest abzuschwächen. Das heißt, auf den Patienten kommen weitere psychische, körperliche und finanzielle Belastungen zu.

Wichtig: Der Patient muss sich vor einem Eingriff umfassend über die möglichen Risiken informieren. Der Arzt sollte nach seiner Qualifikation und nicht nach seinen Preisen ausgewählt werden.

Kosten

Die Kassen übernehmen nicht die Kosten für eine ästhetische Rhinoplastik. Ausnahmen sind Krankheiten (z. B. ein Nasentumor) oder ein entstellender Unfall. Funktionsstörungen, wie z. B. eine Nasenscheidewandbegradigung werden von den Kassen getragen.
Abhängig vom Aufwand kostet eine Nasenkorrektur in Deutschland etwa zwischen 3000 und 6000 Euro.

(CI) 13.02.2005

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