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Schönheits-OPs

Lippenvergrößerung / Lippenkorrektur

Volle Lippen sind der Traum vieler Frauen. Sie wirken erotisch und jugendlich. Doch nicht jede wurde von der Natur mit solch einem Kussmund gesegnet. Wer es gerne praller hätte, kann sich erfahrenen Ärzten anvertrauen. Mit Hilfe von Unterspritzungen oder Gewebeverpflanzungen lässt sich der Traum von üppigen Hollywood-Lippen erfüllen.

Der Patient

Schmale Lippen machen zickig, volle hingegen aufregend sinnlich. Das ist der Grund, warum sich die überwiegend weiblichen Patienten zu einer Lippenkorrektur entschließen. Möglich ist aber nicht nur eine Veränderung des Gesamtvolumens. Unregelmäßige Lippenkonturen können korrigiert und Ober- oder Unterlippe neu modelliert werden. Positiver Nebeneffekt: Kleine Lippenfältchen werden dadurch sichtbar gemildert.

Psyche

Manche Frauen versprechen sich zuviel von der Lippenkorrektur. Volle Lippen alleine machen noch keinen Vamp. Frauen, die den Eingriff nur ihrem Partner zuliebe machen, sind keine geeigneten OP-Kandidatinnen. Die ideale Patientin möchte nur eine Harmonisierung des Erscheinungsbildes. Auch radikale Veränderungen sollten nicht angestrebt werden. Schlauchbootlippen wirken eher lächerlich als erotisch.

Voraussetzungen

Der Patient sollte volljährig sein. Minderjährige benötigen das Einverständnis der Eltern.

Der Eingriff

Es gibt unterschiedliche Verfahren, um das Lippenvolumen zu vergrößern. Die häufigste und einfachste Methode ist die Unterspritzung. Das kosmetische Ergebnis hält etwa fünf bis sieben Monate. Die Gewebeverpflanzung ist ein etwas größerer Eingriff. Das Ergebnis hingegen ist dauerhaft.

Lippen-Unterspritzungen

Bei der Unterspritzung injiziert der Arzt ein weiches, abbaubares Material in die Lippen. Dafür verwendet er feine Nadeln. Eine örtliche Betäubung ist auf Wunsch möglich, aber nicht unbedingt notwendig.

Kollagen

Die Substanz wird aus Rinderhaut hergestellt. Obwohl das Kollagen sorgfältig kontrolliert (BSE frei), vorbehandelt und gereinigt wird, besteht die Gefahr einer allergischen Reaktion. Deshalb ist es ratsam, vor dem Eingriff die Verträglichkeit zu überprüfen.

Eigenfett

Hierbei ist eine allergische Reaktion ausgeschlossen, denn die Lippen werden mit körpereigenem "Material" aufgepolstert. Das Fett, meist aus Bauch oder Oberschenkel, wird vor dem Injizieren gereinigt. Nachteil ist, dass das gewünschte Volumen unter Umständen nicht gleich bei der ersten Sitzung erreicht wird.

Hyaluronsäure

Diese Substanz kommt auch in natürlicher Form in unserem Gewebe vor. Zur Lippenunterspritzung verwendet man meist biotechnisch hergestellte Hyaluronsäure. Die gelartige Substanz ist sehr gut verträglich und wird nicht vom Körper abgestoßen.

Gewebeverpflanzung

Dieser Eingriff ist aufwendiger als die Unterspritzung und wird unter örtlicher Betäubung, selten unter Vollnarkose durchgeführt. Das kosmetische Ergebnis ist in den meisten Fällen dauerhaft. Gewebeverpflanzungen kommen nicht nur im Beautybereich zum Einsatz. In der Wiederherstellungschirurgie nutzt man sie bei Missbildungen und Entstellungen.

Mikroimplantat

Verwendet wird ein spezielles Füllmaterial, das vom Organismus nicht abgestoßen wird. Der Körper bildet um das Transplantat Narbengewebe. Das ermöglicht auch eine operative Entfernung des Materials bei Nichtgefallen oder Komplikationen.

Lederhautverpflanzung

Das körpereigene Füllmaterial wird meist Bauch oder Po entnommen und ist daher sehr gut verträglich. Es wird über kleine Einschnitte an den Mundwinkeln in die Lippen eingesetzt. Allerdings ist bei etwa der Hälfte der Patienten das Ergebnis nicht von Dauer, weil der Körper die Lederhaut resorbiert (aufnimmt).

Lokale Gewebeverschiebung

Für diese dauerhafte Form der Lippenkorrektur wird Gewebe aus dem Innenraum des Mundes verwendet. Die Naht verläuft entweder im Mundvorhof oder entlang der Oberlippe.

Vor der OP

Vor dem Eingriff stehen einige Untersuchungen an. Diese sind abhängig von der Art der Lippenkorrektur. So ist eine einfache Unterspritzung für den Körper in der Regel keine große Belastung. Wichtig ist, dass bei verwendetem Fremdmaterial auf die Verträglichkeit geachtet wird. Bei einer Gewebeverpflanzung muss der Arzt sicher stellen, dass der Patient op- und narkosefähig ist. Neben den Untersuchungen ist die Krankengeschichte (Anamnese) entscheidend für die Patientenbeurteilung. Der Arzt muss über akute und chronische Erkrankungen, Unfälle und regelmäßige Medikamenteneinnahmen informiert werden.

Darauf sollten Sie vor einem größeren Eingriff achten:

  • Zehn bis 14 Tage vor der OP dürfen Sie keine blutverdünnenden Mittel einnehmen (z. B. Aspirin).
  • Wenn Sie regelmäßig Medikamente einnehmen, dürfen Sie diese nur nach Absprache mit dem betreuenden Arzt absetzen
  • Zum Zeitpunkt des Eingriffs sollten Sie an keiner Infektion (z. B. eine fieberhafte Erkältung) leiden.
  • Etwa ein bis zwei Wochen vor dem Eingriff ist es ratsam, Alkohol- und Nikotingenuss einzustellen oder zumindest sehr stark einzuschränken.

Nach der OP

Die Lippenunterspritzung dauert nur wenige Minuten. Spätestens nach einer halben Stunde ist alles vorbei. Es treten keine oder nur vorrübergehende, leichte Beschwerden auf. Der Patient ist meist schon am nächsten Tag wieder arbeitsfähig. Die Gewebetransplantation kann abhängig vom Umfang der OP ein paar Minuten oder mehrere Stunden andauern. Unter Umständen kann der Patient erst nach ein bis zwei Wochen wieder seinen normalen Alltagstätigkeiten nachgehen.

Darauf sollten Sie nach dem Eingriff achten:

  • Schwellungen und Rötungen (eventuell auch Blutergüsse) verschwinden bei einer Unterspritzung bereits nach wenigen Stunden, spätestens nach ein paar Tagen. Nach einer Transplantation können die Beschwerden bis zu zwei Wochen anhalten.
  • Damit die Schwellungen möglichst schnell abklingen, sollten Sie die Lippen einige Zeit konsequent kühlen.
  • Benutzen Sie in den ersten 12 Stunden möglichst kein Lippen-Make-up. Nach ein bis zwei Tagen können Sie bei Spannungsgefühlen einen Pflegestift verwenden.
  • Etwa eine Woche nach dem Eingriff sollten Sie auf UV-Bestrahlung (Sonne, Solarium) und Saunabesuche verzichten.
  • Lassen Sie bis etwa 14 Tage nach einer Gewebetransplantation die Finger von Nikotin und Alkohol. Die Gifte erhöhen das Infektionsrisiko.

Mögliche Komplikationen

Unterspritzungen sind meist unproblematisch, sofern es zu keiner allergischen Reaktion kommt. Möglich hingegen sind Schwellungen und Blutergüsse. Bei einer Gewebetransplantation bestehen noch weitere Risiken wie z. B. Gefühlsstörung, Narbenwucherung und Verhärtung der Lippen. Unter Umständen erhält der Patient ein Antibiotikum, um einer Infektion vorzubeugen. Abgesehen von medizinischen Komplikationen, können auch ästhetische Probleme auftreten. Denn nicht immer entspricht das Ergebnis den Vorstellungen des Patienten.

Kosten

Werden die Lippen aus rein ästhetischen Gründen korrigiert, wie es z. B. bei der Unterspritzung der Fall ist, muss der Patient die Kosten tragen. Liegen Fehlbildungen oder Entstellungen (z. B. nach einem Unfall) vor, tragen die Kassen meist die Kosten für einen rekonstruktiven Eingriff.
Es lässt sich nicht pauschal sagen, wie teuer eine Lippenkorrektur ist. Das ist immer abhängig vom Umfang der OP. Eine Lippenvergrößerung kostet in Deutschland zwischen 300 und 2000 Euro.

(CI) 13.02.2005

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