Schönheits-OPs

Lidkorrektur (Blepharoplastik)

Die Augen sind der Spiegel der Seele. Sagt man. Offene Augen strahlen, wirken frisch und sympathisch. Schlupflider und Tränensäcke hingegen hinterlassen einen müden, energielosen Eindruck.

Schlupflider entstehen, wenn die Spannkraft des Oberlides nachlässt. Dabei hängt das Oberlid über der Lidfalte. Tränensäcke sind die Folge von Fettgewebe, dass sich im Unterlid eingelagert hat. Betroffen sind nicht nur ältere, sondern auch jüngere Menschen. Denn häufig werden Schlupflider und Tränensäcke vererbt.

Mit Hilfe einer Lidkorrektur können die Oberlider gestrafft und die Unterlider von überschüssigem Fett befreit werden. Beide Eingriffe sorgen für ein vitaleres und jugendlicheres Aussehen.

Der Patient

Müde Augen, müder Charakter. Das ist ein allzu häufiger Trugschluss. Betroffene leiden darunter, dass man ihnen aufgrund ihres Aussehens bestimmte Charaktereigenschaften zuspricht. Männer unterziehen sich hauptsächlich einer Lidkorrektur, um dynamischer zu wirken und mehr Erfolg im Job zu haben. Frauen meist, um frischer und jünger auszusehen. Es gibt allerdings auch gesundheitliche Gründe für den Eingriff. Denn stark hängende Oberlider können das Gesichtsfeld stark einschränken.

Psyche

Manche Patienten versprechen sich zuviel von einer Lidkorrektur. Doch die Blepharoplastik kann keine Wunder vollbringen. Eine 50-jährige Frau wird nach der Korrektur sicher nicht die Augenlider einer 18-Jährigen haben. Die Beschaffenheit von Haut und Gewebe setzt dem ästhetischen Erfolg bestimmte Grenzen. Der ideale Patient möchte nur eine Harmonisierung des Erscheinungsbildes und hat sich den Eingriff gut überlegt. Perfektion ist nicht immer attraktiv. Die Augenpartie sollte nach der OP natürlich aussehen. So ist z.B. ein starrer Blick bei einer übertriebenen Oberlidkorrektur nicht unbedingt erstrebenswert.

Voraussetzungen

Sind Schlupflider die Folge einer Krankheit (z.B. einer Stoffwechselstörung), wird der Eingriff langfristig nicht erfolgreich sein. Hier hilft keine Schönheitsoperation, sondern nur die Behandlung der Ursache.

Der Eingriff

Es gibt unterschiedliche Methoden, um dem Fett zu Leibe zu rücken. Allen gemein ist, dass Fettzellen dauerhaft zerstört und anschließend abgesaugt werden. Der Operateur setzt die Absaugkanüle in einer Hautfalte an, so sind die Narben später kaum sichtbar.

Die Unterlidstraffung macht ein Abtragen von Fett-, Haut- und Muskelgewebe notwendig. Bei jüngeren Patienten (bis etwa zum 40. Lebensjahr) mit strafferer Haut ist das Entfernen des Fettgewebes meist ausreichend. Der Schnitt verläuft parallel zur Unterlidkante, die Naht wird zum Teil vom unteren Wimpernkranz verdeckt. Bei stark erschlaffter Haut muss unter Umständen das Unterlid gestrafft und an die Knochenhaut der Augenhöhle genäht werden. Sonst besteht die Gefahr einer Lidfehlstellung.

Vor der OP

Vor dem Eingriff stehen einige Untersuchungen an. Der Arzt muss sicher stellen, dass der Patient op- und narkosefähig ist. Neben den Untersuchungen ist die Krankengeschichte (Anamnese) entscheidend für die Patientenbeurteilung. Der Arzt muss über akute und chronische Erkrankungen, Unfälle und regelmäßige Medikamenteneinnahmen informiert werden.

Darauf sollten Sie vor dem Eingriff achten:

  • Zehn bis 14 Tage vor der OP dürfen Sie keine blutverdünnenden Medikamente einnehmen (z.B. Aspirin).
  • Wenn Sie regelmäßig Medikamente benötigen, dürfen Sie diese nur nach Absprache mit dem betreuenden Arzt absetzen.
  • Zum Zeitpunkt des Eingriffs sollten Sie an keiner Infektion (z.B. eine fieberhafte Erkältung) leiden.
  • Etwa zwei bis vier Wochen vor der Operation ist es ratsam, Alkohol- und Nikotingenuss einzustellen (erhöhte Infektionsgefahr).
  • Kurz vor der OP sollten keine Impfungen durchgeführt werden.

Nach der OP

Der Eingriff wird meist unter örtlicher Betäubung (eventuell mit Dämmerschlaf) durchgeführt. Auf Wunsch (z.B. bei OP-Angst) ist eine Vollnarkose möglich. Der Patient kann, sofern keine Komplikationen auftreten, die Klinik noch am selben Tag wieder verlassen.

Bei auftretenden Schmerzen verordnet der Arzt ein entsprechendes Mittel. Schwellungen und Blutergüsse sollten innerhalb von 14 Tagen verschwinden. Der Schnitt ist nach etwa sechs Monaten kaum noch zu erkennen. Im Normalfall sind Sie - sobald die Schwellungen und Hämatome verschwunden sind - nach einigen Tagen wieder arbeitsfähig.

Darauf sollten Sie nach dem Eingriff achten:

  • Damit die Schwellungen möglichst schnell abklingen, sollten Sie in den ersten Tagen die Augenpartie kühlen und mit erhöhtem Oberkörper schlafen.
  • Nehmen Sie verschriebene Medikamente ein (Augentropfen etc.).
  • Schonen Sie in den ersten zwei Wochen Ihre Lider: Augen nicht reiben, nicht auf dem Gesicht schlafen, keine Kontaktlinsen tragen, nicht schminken.
  • Schwere körperliche oder sportliche Tätigkeiten sollten frühestens nach zwei Wochen aufgenommen werden.
  • Bis zu etwa sechs Wochen nach dem Eingriff sollten Sie auf UV-Bestrahlung (Sonne, Solarium) und Saunabesuche verzichten.
  • Lassen Sie bis etwa 14 Tage nach der OP die Finger von Nikotin und Alkohol. Die Gifte erhöhen das Infektionsrisiko.
  • Nehmen Sie die Nachbehandlungstermine wahr.

Mögliche Komplikationen

Keine OP ist ohne Risiken. Das gilt auch für die Lidkorrektur. Doch gefährliche Komplikationen sind die Ausnahme. Möglich hingegen sind Schwellungen, Blutergüsse, Nachblutungen, gestörte Wundheilung, Augentrockenheit (Tränenflüssigkeitsmangel) oder Narbenwucherungen (Keloidbildung).

Um einer Infektion vorzubeugen, erhält der Patient meist ein Antibiotikum. Es besteht zudem das Risiko, dass das kosmetische Ergebnis zu wünschen übrig lässt. So können z.B. asymmetrische oder nicht schließende Lider die Folge einer fehlerhaften Korrektur sein.

Kosten

Die Krankenkassen beteiligen sich nur an den Kosten, wenn medizinische Gründe (Indikation) vorliegen. Das ist z.B. gegeben, wenn die Oberlider so stark hängen, dass die Sehfähigkeit beeinträchtigt wird. In allen anderen Fällen handelt es sich um einen rein ästhetischen Eingriff, den der Patient selber tragen muss.

Es lässt sich nicht pauschal sagen, wie teuer eine Lidkorrektur ist. Das ist immer abhängig vom Umfang der OP. In Deutschland kann der Eingriff etwa zwischen 1500 und 3000 Euro kosten. Der Patient muss sich vor einer OP umfassend über die möglichen Risiken informieren. Der Arzt sollte nach seiner Qualifikation und nicht nach seinen Preisen ausgewählt werden.

(CI) 13.02.2005

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