Impfungen

Impfschäden

Da es in Deutschland keine Impfpflicht gibt, müssen Eltern entscheiden, ob und welche Impfungen sie bei ihren Kindern durchführen lassen wollen. Und die Entscheidung kann ihnen keiner abnehmen.

Manche Eltern entscheiden: Es gibt sowieso kaum einen 100prozentigen Impfschutz, also soll mein Kind am besten im Kindergarten alle Kinderkrankheiten bekommen. Dann ist es wenigstens gegen einige immun.

Andere wiederum entscheiden: Ich lasse meinen Kindern den größtmöglichen Impfschutz zukommen. Dann sind die Auswirkungen, wenn es die Krankheit trotzdem bekommt, wenigstens abgeschwächt.

Dabei wird immer wieder diskutiert, wie sinnvoll beziehungsweise wie gefährlich Impfungen sein können. Welche Impfschäden können entstehen? Wie verkraftet ein Baby die Flut an Impfungen in den ersten Monaten? Was ist überhaupt ein Impfschaden?

Ein Impfschaden ist die Reaktion auf eine Impfung, die über die normalen Impfreaktionen hinausgeht. Dabei ist es wichtig, ob die Impfung öffentlich empfohlen war. Grundlage ist der Impfkalender der Ständigen Impfkommission (STIKO), siehe Impfkalender für Kinder.

Anerkannte Impfschäden (alphabetisch geordnet):

Cholera-Schutzimpfung
Impfschäden: Sehr selten Neuritis (Nervenentzündung)
Diphtherie-Schutzimpfung
Impfschäden: Sehr selten akut entzündliche Erkrankungen des zentralen Nervensystems (sorgfältige Diagnose nötig); Voraussetzung: Erkrankung tritt von 28 Tagen nach der Impfung auf, Antikörperbildung nachweisbar, andere Ursachen der Erkrankung scheiden aus,
sehr selten Neuritis (Nervenentzündung), vor allem der Hirnnerven (wie bei der Krankheit), Thrombose, Nephritis (Nierenentzündung)
Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME)
Impfschäden: Extrem selten periphere Nervenschäden
Gelbfieber-Schutzimpfung
Impfschäden: Äußerst selten Meningoenzephalitis (Hirnhautentzündung, vorwiegend bei Säuglingen und Kleinkindern), selten Thrombozytopenien (gestörte Bildung von Blutplättchen)
Haemophilus-influenzae-b-Schutzimpfung (lebensgefährliche entzündliche Erkrankungen im Hals-Nasen-Ohren-Bereich)
Impfschäden: Extrem selten Guillain-Barré-Syndrom (bei dieser Krankheit kann es zum völligen Verlust der Nervenfunktion kommen: Zuerst Lähmung der Beine, dann der Arme und des Rumpfes mit Atemmuskulatur und Verlust der Muskelreflexe)
Hepatitis-A-Schutzimpfung (Gelbsucht)
Impfschäden: Langzeiterfahrungen sind noch nicht gegeben
Hepatitis-B-Schutzimpfung (Gelbsucht)
Impfschäden: Vorübergehende, bis zu mehreren Wochen anhaltende Arthralgien (Gelenkbeschwerden an Händen, Knien und Sprunggelenken), sehr selten Neuritis (Nervenentzündung), Polyneuritis (Abwehrreaktion des eigenen Körpers gegen die eigenen Nerven), Guillain-Barré-Syndrom (bei dieser Krankheit kann es zum völligen Verlust der Nervenfunktion kommen: Zuerst Lähmung der Beine, dann der Arme und Rumpf mit Atemmuskulatur, Verlust der Muskelreflexe)
Influenza-Schutzimpfung (Grippe-Impfung)
Impfschäden: Selten akute thrombozytopenische Purpura (Entzündung der kleinen und mittleren Blutgefäße), selten Guillain-Barré-Syndrom (bis zu 10 Wochen nach Impfung). Andere akut entzündliche Erkrankungen des zentralen Nervensystems sind noch seltener (sorgfältige Diagnose nötig). Voraussetzung: Erkrankung tritt innerhalb von 3 Wochen nach der Impfung auf.
Keuchhusten-Schutzimpfung
Impfschäden: Selten. Gelegentlich nach anhaltendem schrillen Schreien - innerhalb von 3 Tagen Auftreten einer Enzephalopathie, dabei oft hirnorganische Anfälle, manchmal progredienter Verlauf. Nach Enzephalopathie selten auch Dauerschäden (spastische Lähmungen und geistige Retardierung). Selten Neuritis (insbesondere Hirnnerven), selten Nephrose.
Masern-Schutzimpfung
  • a) mit Lebendimpfstoff:
    Impfschäden: Akut entzündliche Erkrankungen des zentralen Nervensystems (sorgfältige Diagnose nötig); Voraussetzung: Erkrankung tritt innerhalb von 7 bis 14 Tagen nach der Impfung auf, Antikörperbildung nachweisbar, andere Ursachen der Erkrankung scheiden aus
  • b) mit Spaltimpfstoff:
    Impfschäden: Außer sehr seltenen allergischen Reaktionen keine Schäden
Mumps-Schutzimpfung
Impfschäden: Sehr selten Meningitis (Hirnhautentzündung) nach 7 bis 30 Tagen ohne Dauerschäden, Orchitis (Hodenentzündung, meist einseitig)
Ein ursächlicher Zusammenhang zwischen der Impfung und einem insulinabhängigen Diabetes mellitus (Typ-I-Diabetes) ist wissenschaftlich umstritten.
Polio-Impfung (Kinderlähmung)
  • a) mit Lebendimpfstoff:
    Impfschäden: Poliomyelitis-ähnliche Erkrankungen (Kinderlähmung) mit schlaffen Lähmungen von wenigstens 6 Wochen Dauer (Impfpoliomyelitis): Inkubationszeit beim Impfling 3 bis 30 Tage, Auftreten von Lähmungen nach 6. Tag nach der Impfung. Bei Immundefekten sind längere Inkubationszeiten zu beachten (bis zu mehreren Monaten).
    - Guillain-Barré-Syndrom; Voraussetzung: Erkrankung tritt innerhalb von 10 Wochen nach der Impfung auf.
    - die sehr selten beobachtete Meningoenzephalitis (Hirnhautentzündung) und/oder hirnorganische Anfallsleiden (ohne Symptome einer Impfpoliomyelitis ist sorgfältige Diagnose nötig)
  • b) mit Impfstoff aus inaktivierten Vieren:
    Impfschäden: Sind bei den heutigen Impfstoffen nicht beobachtet worden
Röteln-Schutzimpfung
Impfschäden: Sehr selten chronische Arthritiden, Gefahr der Fruchtschädigung innerhalb der ersten drei Schwangerschaftsmonate
Tetanus-Schutzimpfung
Impfschäden: Sehr selten Neuritis (Nervenentzündung), Guillain-Barré-Syndrom (bei dieser Krankheit kann es zum völligen Verlust der Nervenfunktion kommen: Zuerst Lähmung der Beine, dann der Arme und Rumpf mit Atemmuskulatur, Verlust der Muskelreflexe)
Tollwut-Schutzimpfung
Impfschäden: Bei den heute verwendeten Zellkultur-Impfstoffen sehr selten Neuritis (Nervenentzündung), Polyneuritis (Abwehrreaktion des eigenen Körpers gegen die eigenen Nerven), Guillain-Barré-Syndrom (bei dieser Krankheit kann es zum völligen Verlust der Nervenfunktion kommen: Zuerst Lähmung der Beine, dann der Arme und Rumpf mit Atemmuskulatur, Verlust der Muskelreflexe)
Tuberkulose-Schutzimpfung (BCG)
Impfschäden: Länger dauernde und ausgedehnte Ulkusbildung (Magengeschwür), manchmal mit Lymphknoteneinschmelzung, sehr selten Keloide Lupoide, Tuberkulide, (Hautveränderungen), Ostitis (Zahnwurzelentzündung) oder Osteomyelitis (Knochenhautentzündung), manchmal mit Latenzzeiten von bis zu mehreren Jahren; Erregernachweis erforderlich
Typhus-Schutzimpfung
  • a) Bei oraler Impfung:
    Keine Impfschäden bekannt
  • b) Bei parenteraler Impfung:
    Impfschäden: Gelegentlich Thrombosen (Blutgerinnsel), Neuritis (Nervenentzündung), Enzephalomyelitis (Gehirn- und Rückenmarkentzündung), Nierenschäden, Reaktivierung tuberkulöser Erkrankungen

(CI) 13.02.2005

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