Schönheits-OPs

Fettabsaugen (Liposuktion)

Es gibt diese Fettpolster, denen man weder mit Diäten noch mit Fitnesstraining beikommen kann. Egal, was man auch ausprobiert, die ungeliebten Problemzonen halten sich hartnäckig. Männer und Frauen haben gleichermaßen damit zu kämpfen. Kein Wunder, dass das Fettabsaugen, die sogenannte Liposuktion, in Deutschland die Nummer eins unter den Schönheits-OPs ist.

Beim Absaugen werden Fettzellen dauerhaft zerstört und können sich nicht mehr auffüllen (kein Jojo-Effekt). Die Körperkontur wird neu geformt, eventuelle Asymmetrien können ausgeglichen werden. Doch Vorsicht: Viele Ärzte möchten auf den Beauty-Zug aufspringen. Sie belegen einen Schnellkurs im Fettabsaugen und locken mit günstigen Angeboten ahnungslose "Kunden". Gerade im Bereich der Liposuktion tummeln sich viele Pfuscher.

Der Patient

Es gibt tatsächlich diät- und sportresistente Fettpolster. Frauen leiden darunter vor allem an Kinn (Doppelkinn), Oberarmen, Bauch, Hüfte, Po, Oberschenkeln ("Reiterhosen"), Knie, Waden und Fesseln. Die Herren beklagen sich über Fettdepots an Kinn, Brust ("Männerbusen"), Bauch und Hüfte. Hier kann die Liposuktion gute Resultate erzielen, sofern sie fachgerecht durchgeführt wird.

Psyche

Manche Patienten versprechen sich zuviel von einer Liposuktion. Doch der Eingriff kann keine Wunder vollbringen. Eine 50-jährige Frau wird nach dem Absaugen nicht die straffen Konturen einer 18-Jährigen haben. Die Beschaffenheit von Haut und Gewebe setzt dem ästhetischen Erfolg bestimmte Grenzen. Das Fettabsaugen soll die Körpersilhouette korrigieren. Es ist nicht geeignet, um Kilos zu verlieren. Dafür ist der Gewichtsverlust zu gering.

Der ideale Patient möchte eine Harmonisierung des Erscheinungsbildes und ist bereit, auch weiterhin etwas für seinen Körper zu tun. Dazu gehören gesunde Ernährung und Sport. Wer meint, jetzt besonders schlemmen zu dürfen, irrt. Denn das Fett lagert sich in anderen Bereichen an. So kann es z. B.. passieren, dass man zwar keine Reiterhosen mehr hat, aber der Po plötzlich "auseinandergeht".

Voraussetzungen

Der Patient sollte volljährig sein. Minderjährige benötigen das Einverständnis der Eltern. Der Eingriff ist nicht unbedingt für stark Übergewichtige geeignet, das kosmetische Ergebnis wäre nicht befriedigend. Es sollte darauf geachtet werden, dass die Haut noch soviel Spannkraft hat, dass sie sich nach dem Eingriff wieder zurückbilden kann. Bei vorangegangenen Radikaldiäten können hässliche Hautlappen zurückbleiben, die eventuell nochmals operativ gestrafft werden müssen.

Der Eingriff

Es gibt unterschiedliche Methoden, um dem Fett zu Leibe zu rücken. Allen gemein ist, dass Fettzellen dauerhaft zerstört und anschließend abgesaugt werden. Der Operateur setzt die Absaugkanüle in einer Hautfalte an, so sind die Narben später kaum sichtbar.

Tumeszenz-Liposuktion:

Bei diesem Verfahren werden die Fettzellen aufgeweicht. Dafür injiziert der Arzt dem Patienten 6 Liter Flüssigkeit, ein Gemisch aus Kochsalzlösung sowie schmerz- und blutstillenden Mitteln. Die Fettzellen lassen sich so leichter absaugen. Der Operateur muss sorgfältig vorgehen. Denn die Kanüle ist bei der Tumeszenz-Liposuktion relativ dick. Es besteht die Gefahr, dass umliegendes Gewebe dauerhaft beschädigt wird (Dellenbildung etc.).

Wasserstrahl-Liposuktion (WAL) :

Auch hier werden die Fettzellen vorher aufgeweicht. Allerdings mit relativ wenig Flüssigkeit. Die Kanülen sind feiner und geben permanent Wasser ab. Wasser und Fett werden in einem Schritt wieder abgesaugt. So ist die Belastung für den Patienten geringer. Der Arzt kann die Ergebnisse seiner Arbeit besser verfolgen, da das Gewebe nicht so stark aufgepumpt wird wie bei der Tumeszenz-Liposuktion.

Lipopulsing:

Bei dieser Methode wird das Fett durch hochfrequente Energie-Impulse gelöst. Zwei Kanülen werden in die betreffende Zone gestochen. Diese senden elektrische Impulse mit hoher Frequenz, aber niedriger Energie aus. Sie zerstören die Fettzellwände, das enthaltene Fett wird freigesetzt und kann über die Kanülen abgesaugt werden.

Ultraschall-Liposuktion:

Bei diesem Verfahren wird etwas Kochsalzgemisch in das Gewebe injiziert. Die Fettzellen werden dann mit Hilfe einer Ultraschallsonde zertrümmert. Das Fett wird anschließend abgesaugt.

Feintunnel-Vibrationsliposuction:

Mit diesem Verfahren werden die überschüssigen Fettzellen mit einer Speziallösung verflüssigt und anschließend durch sehr kleine Einstiche mit ultrafeinen Kanülen abgesaugt. Die Patienten können während der Behandlung aufstehen. Dadurch kann eine sehr gute Kontrolle ermöglicht werden.

Vor der OP

Vor dem Eingriff stehen einige Untersuchungen an. Der Arzt muss sicher stellen, dass der Patient op- und narkosefähig ist. Neben den Untersuchungen ist die Krankengeschichte (Anamnese) entscheidend für die Patientenbeurteilung. Der Arzt muss über akute und chronische Erkrankungen, Unfälle und regelmäßige Medikamenteneinnahmen informiert werden.

Darauf sollten Sie vor dem Eingriff achten:

  • Zehn bis 14 Tage vor der OP dürfen Sie keine blutverdünnenden Medikamente einnehmen (z. B. Aspirin).
  • Wenn Sie regelmäßig Medikamente benötigen, dürfen Sie diese nur nach Absprache mit dem betreuenden Arzt absetzen.
  • Zum Zeitpunkt des Eingriffs sollten Sie an keiner Infektion (z. B.. eine fieberhafte Erkältung) leiden.
  • Etwa zwei Wochen vor der Liposuktion ist es ratsam, Alkohol- und Nikotingenuss einzustellen bzw. zu reduzieren (erhöhte Infektionsgefahr).

Nach der OP

Die OP wird unter örtlicher Betäubung durchgeführt und kann, je nach Umfang, etwa zwischen 30 Minuten und drei Stunden dauern. Bei kleineren Eingriffen kann der Patient die Klinik bereits nach ein paar Stunden wieder verlassen. Bei größeren hingegen ist es ratsam, wenn man für einige Tage unter ärztlicher Beobachtung bleibt. Starke Schmerzen nach dem Fettabsaugen sind eigentlich selten und sollten dem Arzt mitgeteilt werden. Die meisten Patienten sind nach etwa zwei bis vier Tagen wieder arbeitsfähig.

Darauf sollten Sie nach dem Eingriff achten:

  • Wichtig für den kosmetischen Erfolg ist die Kompression. Der Patient erhält ein spezielles Mieder, das er für etwa sechs Wochen rund um die Uhr tragen muss.
  • Schwellungen und Blutergüsse sollten nach etwa vier Wochen verschwunden sein.
  • Bis zu etwa vier Wochen nach dem Eingriff sollten Sie auf UV-Bestrahlung (Sonne, Solarium) verzichten. Später ist es ratsam, die Narben mit einem Sunblocker zu schützen.
  • In den ersten Wochen sollten schwere körperliche Betätigungen vermieden werden.
  • Nehmen Sie die Nachbehandlungstermine wahr.
  • Das endgültige kosmetische Ergebnis liegt nach etwa sechs Monaten vor.

Mögliche Komplikationen

Keine OP ist ohne Risiken. Das gilt auch für die Liposuktion. Doch lebensgefährliche Komplikationen, wie z. B. Fettembolie oder Kreislaufversagen, sind heute eher selten. Möglich hingegen sind Schwellungen, Blutergüsse, Nachblutungen, gestörte Wundheilung und Verbrennungen (bei der Ultraschall-Liposuktion). Unter Umständen erhält der Patient ein Antibiotikum, um einer Infektion vorzubeugen.

Bei nicht fachgerechter Fettabsaugung kann die Kanüle einigen Schaden anrichten. Dazu gehören Nervenschädigungen (Taubheitsgefühle) und bleibende Dellen. Abgesehen von medizinischen Komplikationen, können auch ästhetische Probleme auftreten. Denn nicht immer entspricht das Ergebnis den (manchmal auch überzogenen) Vorstellungen des Patienten.

Kosten

Da es sich bei der Liposuktion um einen rein ästhetischen Eingriff handelt, beteiligen sich die Krankenkassen nicht an den Kosten.

Es lässt sich nicht pauschal sagen, wie teuer Fettabsaugen ist. Das ist immer abhängig vom Umfang der OP. Das Absaugen eines Doppelkinns ist sicher günstiger als die Entfernung von ausgeprägten "Reiterhosen". Daher ist die Preispanne auch entsprechend hoch. In Deutschland kann der Eingriff etwa zwischen 1500 und 7000 (und mehr) Euro kosten. Der Patient muss sich vor einer OP umfassend über die möglichen Risiken informieren. Der Arzt sollte nach seiner Qualifikation und nicht nach seinen Preisen ausgewählt werden.

(CI) 13.02.2005

Anzeige