Schönheits-OPs
Brustvergrößerung (Augmentationsplastik)
Der Patient
Ein zu kleiner Busen kann eine enorme seelische Belastung sein. Das Gleiche gilt für deformierte oder ungleiche Brüste. Einige Frauen leiden unter einer unterentwickelten Brust (Hypotrophe mammae). Bei ihnen haben sich zwar die Brustwarzen ausgebildet, nicht aber die Brüste. Oft trauen sich die Betroffenen nicht mehr ins Schwimmbad oder verstecken den Oberkörper unter weiter Kleidung. Das Gefühl nicht begehrenswert zu sein, wirkt sich unter Umständen negativ auf Beziehung und Liebesleben aus.
Psyche
Manche Frauen versprechen sich zuviel von der Brustvergrößerung. Sie glauben, dass sich mit dem veränderten Körper auch ihr Leben zum Positiven wendet. Dabei vergessen sie, dass sie nur einen "neuen" Busen, aber kein neues Ich bekommen.
Frauen, die den Eingriff nur ihrem Partner zuliebe machen, sind keine geeigneten OP-Kandidatinnen. Das kann später zu seelischen Problemen führen. Auch als Rettungsversuch für eine angeknackste Beziehung taugt eine Brust-OP wenig.
Die ideale Patientin möchte nur eine Harmonisierung des Erscheinungsbildes. Auch radikale Veränderungen sollten nicht angestrebt werden. Ein zartes Persönchen mit schmaler Taille sieht mit einem XXL-Busen eher merkwürdig als attraktiv aus. Die Brust sollte immer dem Typ entsprechen. Sonst ist die Enttäuschung nach der OP groß. Häufig wächst der Busen operativ um eine Körbchengröße, das entspricht etwa 250 Gramm pro Brust.
Voraussetzungen
Nur eine "ausgewachsene" Brust darf operiert werden. Das heißt, die Patientin sollte ihr Wachstum abgeschlossen haben. Vor dem 18. Lebensjahr sollte der Eingriff nicht durchgeführt werden.
Bei Patientinnen, die extrem schlank sind oder ein sehr dünnes Brustgebewebe haben, kann sich das Implantat abzeichnen.
Frauen mit einem erhöhten Brustkrebsrisiko sollten bedenken, dass die Brustkissen weitgehend strahlenundurchlässig sind. Eine Mammographie (Röntgenaufnahme der Brust) im Rahmen einer Krebsuntersuchung ist damit nicht mehr aussagekräftig. Dann müssen andere Verfahren eingesetzt werden, wie Ultraschall oder eine Magnetresonanztomographie.
Die Implantate
Nachdem Silikonimplantate lange verpönt waren, sind sie heute wieder die Renner unter den Brustkissen. Die neue Implantat-Generation ist mit sogenanntem Kohäsiv-Gel gefüllt. Das sind spezielle Silikonmoleküle, die sich aneinander binden. Dadurch ist die Gefahr des Auslaufens weitgehend gebannt.
Außerdem ist die Kissenhülle aufgeraut, das stärkt die Gewebeverträglichkeit. Weiterer Vorteil ist die optische und tastbare Natürlichkeit. Im Gegensatz zu anderen Brustkissen existieren für Silikonimplantate Langzeitstudien. Bis jetzt konnte nicht nachgewiesen werden, dass die Implantate gesundheitlich bedenklich wären.
Wer kein Silikon im Körper haben möchte, kann sich für Kochsalzimplantate entscheiden. Ein eventuelles Auslaufen dieser Kissen stellt aufgrund der Füllung keine Gefahr dar. Aber: Kochsalzimplantate können schrumpfen. Dann bilden sich unschöne Falten oder Dellen. Zudem gluckert die Flüssigkeit hörbar, und die Kissen fühlen sich unnatürlich an.
Implantate mit Sojaöl oder Hydrogel sind wenig geeignet. Einige Produkte wurden bereits verboten und vom Markt genommen.
Brustkissen der alten Generation sollten nach etwa 10 bis 15 Jahren entfernt werden. Die neuen Kohäsiv-Gel-Implantate hingegen haben kein "Verfallsdatum". Natürlich sollten auch ihre Dichtigkeit und ihr Sitz regelmäßig überprüft werden.
Der Eingriff
Damit die Brustkissen optimal sitzen, wird das Gewebe der Patientin entsprechend vorbereitet. Der Chirurg formt eine Tasche, die sogenannte Implantatsloge, in der das Kissen platziert wird. Kleinere Eingriffe können zwar unter örtlicher Betäubung durchgeführt werden, üblich ist aber eher die Vollnarkose.
Ob die Implantate über oder unter dem Brustmuskel eingesetzt werden, hängt von vielen Faktoren ab. Das Gleiche gilt auch für die Schnittführung. So muss dabei unter anderem die Brustform, Implantatvolumen, Hautbeschaffenheit und Warzenhofgröße berücksichtigt werden. Der Busen sollte nach der OP möglichst "echt" aussehen. Aufgesetzte kreisrunde Bälle sind passé, gefragt ist die natürliche Brustform.
Der optimale Schnitt
Neben den Implantaten beeinflusst auch die Schnittführung das kosmetische Ergebnis. Der Chirurg hat drei Zugangsmöglichkeiten:
Bevorzugt wird meist der Schnitt in der Hautfalte unterhalb der Brust. Der Eingriff ist nicht kompliziert und auch für größere Implantate geeignet. Die kleine Narbe ist in der Hautfalte kaum sichtbar.
Nur für kleine Kissen eignet sich der Zugang über die Achselhöhle. Dabei bleibt der Busen narbenfrei und auch die Naht fällt in der Achselhöhle kaum auf.
Bei dem dritten Verfahren wird das Implantat unterhalb des Warzenhofrands eingeschoben. Geeignet ist die Methode nur für kleine Kissen. Zwar sind die Narben kaum zu sehen, doch die Patientin muss mit einer mehrmonatigen Sensibilitätsstörungen der Warzen rechnen. Die Stillfähigkeit wird übrigens nicht beeinträchtigt.
Vor der OP
Vor dem Eingriff stehen einige Untersuchungen an. Der Arzt muss sicher stellen, dass die Patientin op- und narkosefähig ist. Neben den Untersuchungen ist die Krankengeschichte (Anamnese) entscheidend für die Patientenbeurteilung. Der Arzt muss über akute und chronische Erkrankungen, Unfälle und regelmäßige Medikamenteneinnahmen informiert werden.
Darauf sollten Sie vor dem Eingriff achten:
- Zehn bis 14 Tage vor der OP dürfen Sie kein Aspirin, zwei Tage vorher kein Vitamin E in hohen Dosen zu sich nehmen. Beides wirkt blutverdünnend.
- Wenn Sie regelmäßig Medikamente einnehmen, dürfen Sie diese nur nach Absprache mit dem betreuenden Arzt absetzen
- Zum Zeitpunkt des Eingriffs sollten Sie an keiner Infektion (z. B. eine fieberhafte Erkältung) leiden.
- Etwa ein bis zwei Wochen vor der Brustoperation ist es ratsam, Alkohol- und Nikotingenuss einzustellen oder zumindest sehr stark einzuschränken.
- Etwa zwei Monate vor der OP sollten keine Impfungen durchgeführt werden.
Nach der OP
Sofern keine Komplikationen eintreten, kann die Patientin die Klink am gleichen oder spätestens am nächsten Tag verlassen. Bei auftretenden Schmerzen verordnet der Arzt ein entsprechendes Mittel. Bereits nach einer Woche ist man wieder arbeitsfähig.
Darauf sollten Sie nach dem Eingriff achten:
- Belasten Sie im ersten Monat den Busen so wenig wie möglich (kein Sport etc.). Sonst wird die Wundheilung beeinträchtigt, und das Implantat kann verrutschen. Später sollten Sie bei sportlichen Aktivitäten einen gut sitzenden Sport-BH tragen.
- Bis zu etwa acht Wochen nach dem Eingriff sollten Sie auf UV-Bestrahlung (Sonne, Solarium) und Saunabesuche verzichten.
- Pflegen Sie Ihre Brüste nach ärztlicher Anweisung (Narbenpflege)
- Bis etwa 14 Tage nach der OP sollten Sie Ihren Nikotin- und Alkoholkonsum einschränken.
- Nehmen Sie die Nachbehandlungstermine wahr.
Mögliche Komplikationen
Keine OP ist ohne Risiken. Das gilt auch für die Brustvergrößerung. Doch lebensgefährliche Komplikationen sind die Ausnahme. Häufiger hingegen sind Blutergüsse und Nachblutungen. Unter Umständen muss das Blut ausgespült werden, um die Wundheilung zu fördern und eine Infektion zu verhindern. Eine mögliche Infektion muss mit Antibiotika behandelt werden. Schlägt es nicht an, wird die Implantatsloge ausgewaschen
Bildet sich ein eitriges Abszess, müssen die Implantate entfernt werden. Möglich sind auch Probleme bei der Implantatannahme. Der Körper sieht in dem Kissen einen Fremdkörper und bildet um das Implantat eine Bindegewebsschicht (Kapselfibrose). Abhängig von der Ausprägung der Kaspelfibrose kann sich dadurch das Implantat deformieren, verschieben oder Schmerzen verursachen.
Kosten
Da es sich bei der Brustvergrößerung um einen rein ästhetischen Eingriff handelt, beteiligen sich die Krankenkassen nicht an den Kosten.
Es lässt sich nicht pauschal sagen, wie teuer eine Brustvergrößerung ist. Das ist immer abhängig vom Umfang der OP. In Deutschland kann der Eingriff etwa zwischen 4000 und 8000 Euro kosten. Der Patient muss sich vor einer OP umfassend über die möglichen Risiken informieren. Der Arzt sollte nach seiner Qualifikation und nicht nach seinen Preisen ausgewählt werden.
(CI) 13.02.2005

