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News vom 08.08.2006

Kann Milch von "glücklichen" Kühen das Asthmarisiko senken?

Bereits im Jahr 2003 hatte sich in einer niederländischen Untersuchung herausgestellt, dass Kinder, die Milch trinken, weniger oft an Asthma bronchiale erkranken als Kinder, die keine Milch trinken. Forscher um den Ernährungswissenschaftler Prof. Dr. Gerhard Jahreis an der Friedrich-Schiller-Universität Jena, die sich schon seit Jahren mit Milchfetten beschäftigen, sind nun dieser Sache näher auf den Grund gegangen. Sie kamen zu dem Ergebnis, dass die schützende Wirkung der Milchfette von dem Futter beeinflusst wird, das die Tiere zu fressen bekommen.

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Tiere brauchen frisches Futter, damit ihre Milch „Asthma-protektiv" wirkt  
Nur bestimmte Milchfettsäuren haben demnach eine entzündungshemmende Wirkung bei Asthma. Dazu gehören bestimmte Formen von konjugierten Linolsäuren (englisch: „conjugated linoleic acid“, abgekürzt: CLA) - zum Beispiel die "cis-9, trans 11-CLA. Solche Linolsäuren kommen vermehrt in der Milch von Schafen und Kühen vor, die überwiegend Grünfutter gefressen haben. Das Futter muss aber frisch sein, denn nur in Gras, Heu und Kräutern kommen diejenigen Fettverbindungen in größerer Menge vor, die von Mikroorganismen im Pansen der Wiederkäuer in das „gute“ CLA (cis-9, trans11-CLA) umgebaut werden können. Aus Futtermitteln, die wenig Frischfutter enthalten, kann die erwünschte CLA-Form hingegen kaum gebildet werden. Insofern kann möglicherweise nur die Milch von Schafen und Kühen, die frisches Grünfutter gefressen haben, das Risiko von Kindern für Asthma senken.

Jahreis' Doktorandin Anke Jaudszus und Kollegen haben daher den Zusammenhang zwischen einzelnen CLA-Verbindungen und Asthma genauer im Labor untersucht. Dabei interessierten sie sich vor allem dafür, wie sich bestimmte CLA-Verbindungen auf die Entzündungszellen von Asthmatikern (so genannte Eosinophile und bronchialen Epithelzellen) auswirken. Sie fanden heraus, dass das „gute“ CLA die Bildung eines Eiweißstoffes (namens „Eosinophiles kationisches Protein“, ECP) hemmt, der eine wichtige Rolle bei der Entzündungsentstehung spielt. Außerdem führt das „gute“ CLA zu einer Eindämmung anderer entzündungsfördernder Substanzen (so genannter Cytokine). Sehr viel schlechtere - teils sogar gegenteilige - Wirkungen haben dagegen andere Linolsäuren, die sich vom „guten“ CLA nur minimal – nämlich lediglich in der Anordnung ihrer Doppelbindungen - unterscheiden. Doch gerade diese kleinen, feinen Unterschiede scheinen ungemein viel auszumachen!

Die Untersuchungsergebnisse der Jenaer Forscher, die in der Fachzeitschrift Biochimica Biophysica Acta veröffentlicht worden sind, sollen nun im Tierversuch und dann in klinischen Studien überprüft werden – vor allem um zu herauszufinden, ob sich manche asthmatischen Erkrankungen womöglich durch eine spezielle Ernährung vorbeugen lassen. Schätzungen zufolge sind etwa 7 bis 10% der Kinder unter zehn Jahren von Asthma bronchiale betroffen. Asthma ist damit die häufigste chronische Erkrankung bei Kindern. Betroffene leiden unter einer entzündlichen Verkrampfung der Bronchialmuskulatur mit anfallsartiger Atemnot, vermehrter Schleimbildung und Hustenreiz.

Quelle: BVKJ

(CI) 08.08.2006

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