Krankheiten
Knochenbruch (Fraktur)
Häufig sind Unfälle oder Sportverletzungen die Ursache. Es gibt unterschiedliche Frakturarten - geschlossene oder offene Brüche, komplette und inkomplette Brüche, Trümmerbrüche und viele mehr.
Immer öfter werden Brüche operativ behandelt. Dadurch verkürzt sich die Zeit der Ruhigstellung. Der Patient kann früher mit der Krankengymnastik beginnen und ist schneller wieder fit.
Symptome
Ein Knochenbruch verursacht in der Regel Schmerzen. Die Bruchstelle ist berührungsempfindlich, es können Schwellungen und Blutergüsse auftreten. Unter Umständen zeigt sich eine Fehlstellung, z. B. eine unnatürliche Abwinklung des verletzten Körperteils.
Ein offener Bruch ist von außen gut erkennbar. Der Knochen bzw. die Knochenteile durchstoßen Haut und Muskeln. Bei offenen Brüchen besteht eine erhöhte Infektionsgefahr. Nicht immer ist ein Knochen komplett gebrochen. Bei inkompletten Frakturen kommt es "nur" zu Anrissen so genannten Fissuren des Knochengewebes. Handelt es sich um mehr als sechs Bruchstücke, bezeichnet man die Fraktur als Trümmerbruch. Verschieben sich die Bruchstellen, spricht man von einer dislozierten Fraktur.
Mögliche Komplikationen
Abhängig von der Frakturart und der körperlichen Verfassung des Patienten, können Komplikationen auftreten:
* Begleitverletzungen von Bändern, Muskeln und Sehnen
* Schock, z. B. bei großem Blutverlust
* Infektionen
* Ein zu enger (Gips-) Verband kann Durchblutungsschäden sowie Druckschäden an Blutgefäßen, Muskeln und Nerven verursachen
* Thrombose, wenn der Patient aufgrund des Bruchs nicht mobil ist (z. B. bei Becken- oder Beinbrüchen)
* Bildung eines Falschgelenks (Pseudoarthrose) bei verlangsamten Heilungsprozess
* Fehlwachstum bei Kindern
Ursachen
Die meisten Brüche sind Folge einer starken Gewalteinwirkung, z. B. nach einer Sportverletzung oder einem Unfall.
Eine permanente Belastung der Knochen, z. B. bei Leistungssportlern, kann zu einem so genannten Ermüdungsbruch führen, den man auch als Stressfraktur bezeichnet.
Wenn die Knochen aufgrund einer Krankheit geschwächt sind, ist ein spontaner Bruch auch ohne größere Gewalteinwirkung möglich. Das ist unter anderem bei Osteoporose (Abnahme der Knochendichte), Glasknochen (Osteogenesis imperfekta) oder Knochenkrebs der Fall.
Diagnose
Bei Verdacht auf eine Fraktur wird eine Röntgenuntersuchung durchgeführt. So erkennt der Arzt Bruchstelle, Bruchstücke und eine eventuelle Gelenkbeeinträchtigung. Bei komplizierten Brüchen oder einer Weichteilverletzung müssen unter Umständen andere bildgebende Verfahren eingesetzt werden, wie z. B. die Computertomographie.
Behandlung
Bei Verdach auf einen Knochenbruch müssen Sie einen Arzt aufsuchen. Als Erste-Hilfe-Maßnahme sollten Sie die sogenannte PECH-Regel anwenden:
- P wie Pause - sofort aufhören, Körperteil ruhig stellen
- E wie Eis - betroffenes Köperteil kühlen
- C wie Compression - Anlegen eines Druckverbandes
- H wie Hochlagern - betroffenes Körperteil hoch legen
Konservative (erhaltende) Behandlung
Damit ein Knochenbruch gut verheilt, müssen die Bruchstücke so eng wie möglich aneinander gefügt werden. In dieser Position wird dann der Bruch mit einem starren Kunststoff- oder Gipsverband fixiert. Im Laufe einiger Wochen wächst dann neues Knochengewebe, das die Bruchstücke wieder verbindet. Wie lange der Heilungsprozess dauert, hängt von mehreren Faktoren ab, z. B. der Bruchart, dem beeinträchtigten Körperteil und der Verfassung des Patienten. Die konservative Therapie wird vor allem bei unkomplizierten und unverschobenen Brüchen durchgeführt.
Operative Behandlung
Abhängig vom Bruch (z. B. bei verschobenen oder offenen Frakturen) und der körperlichen Verfassung des Patienten wird operiert. Dabei werden die Bruchstücke mit Schrauben, Nägeln oder Platten fixiert. Der Vorteil einer OP ist, dass sich dadurch die Zeit der Ruhigstellung deutlich verkürzt. Dementsprechend kann auch früher mit der Physiotherapie (Krankengymnastik) begonnen werden. Das wiederum bedeutet, dass der Patient schneller mobil ist. Das Risiko möglicher Begleiterscheinungen, wie z. B. Muskelschwund, wird dadurch deutlich reduziert. Das gilt vor allem für ältere Menschen. Ihnen bleibt z. B. bei einem Oberschenkelhalsbruch ein wochenlanger Streckverband erspart.
Physiotherapie
Die Physiotherapie (Krankengymnastik) dient der Wiederherstellung der Mobilität bzw. der Funktionsfähigkeit des verletzten Körperteils. Krankengymnastische Übungen werden häufig nicht nur nach, sondern bereits während der Ruhigstellung (Immobilitätsphase) eingesetzt. Dadurch werden die Muskeln gestärkt, die Durchblutung angeregt und die Gelenke beweglich gehalten.
Alternative Heilmethoden
Begleitend können auch homöopathische (z. B. potenziertes Beinwell, Calcium carbonicum) und pflanzliche Mittel (z. B. Arnika, Königskerze) eingesetzt werden. Die Heilverfahren der Traditionellen Chinesischen Medizin (z. B. Akupunktur) können die Selbstheilungskräfte anregen.
Mit Hilfe der Magnetfeld-Resonanz-Therapie soll die Knochenheilung verbessert werden.
Vorbeugung
Einem Knochenbruch kann man in der Regel nicht vorbeugen. Menschen, die aufgrund einer Erkrankung brüchige Knochen haben, sollten auf bestimmte (sportliche) Aktivitäten verzichten. Mannschaftssportarten (z. B. Fußball) oder Inline-Skaten ist eher ungeeignet.
Wichtig: Sportler sollten sich mit der richtigen Ausrüstung schützen. So sind z. B. bei Inline-Skatern Helm sowie Protektoren für Knie, Handgelenk und Ellebogen ein Muss.
( CI) 12.12.2005

