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Krankheiten

Tennisarm (Epicondylitis humeri radialis)

Nicht nur Tennisspieler bekommen einen so genannten Tennisarm. Auch Hausfrauen, Handwerker oder Menschen, die viel vor dem Computer arbeiten, leiden häufig darunter. Denn schuld daran sind monotone Handbewegungen, die über einen längeren Zeitraum hinweg wiederholt werden. Das kann beispielsweise schon beim Auswringen des Putzlappens während des Frühjahrsputzes passieren oder durch das Zusammenschrauben einer Einbauküche übers Wochenende. Häufig ist auch der ständigen Klick mit der Maus der Grund dafür. Das Ergebnis ist jedenfalls immer das gleiche: Dadurch werden sensible Stellen im Bewegungsapparat geschädigt - und die befinden sich am Ellenbogen.

Symptome

Typisch für den Tennisarm sind stechende Schmerzen an der äußeren Elle, die bis in die Hand ausstrahlen können. Die Beschwerden werden durch Bewegungen, aber auch durch Berührungen verstärkt. Häufig vergehen die Schmerzen nach ein paar Tagen von allein wieder. Manchmal werden sie aber auch chronisch, was dann zu einer deutlichen Einschränkung der Lebensqualität führen kann. Im weiteren Verlauf verlieren außerdem die Muskeln an Kraft, so dass man nicht mehr richtig zugreifen kann.

Ursachen

Ein Tennisarm wird aufgrund von Überbeanspruchung und/oder Fehlhaltung von Fingern oder der Hand ausgelöst. Durch die menschliche Anatomie verlagert sich das Problem allerdings quasi von der Hand in die Elle. Denn die Unterarm-Streck-Muskulatur ist an einem kleinen Knochenvorsprung am Ellenbogen befestigt: dem so genannten Epicondylus - und zwar mittels Sehnen. Und diese Sehnen bekommen durch Überlastung feine Risse. Anfangs merkt man von diesen mikroskopisch kleinen Verletzungen nichts. Wenn die Risse jedoch nicht verheilen, sondern weiter gereizt werden, entsteht eine schmerzhafte Entzündung.

Diagnose

Auch wenn die Beschwerden von allein abklingen, ist es ratsam, spätestens nach zehn Tagen einen Arzt aufzusuchen. Der Fachmann sollte eine intensive körperliche Untersuchung durchführen, zu der auch die Überprüfung von Nerven und Muskeln am Rücken, Schultern und Halswirbelsäule gehört. Um andere Ursachen auszuschließen, können außerdem Röntgenuntersuchungen zum Einsatz kommen, um andere Ursachen auszuschließen.

Behandlung

Am Anfang ist Schonung am wichtigsten. In der akuten Phase kann man die Entzündung und die Schmerzen zudem mit Kühlung mildern. Um die Heilung zu fördern, ist nach ein paar Tagen allerdings Wärme angesagt, beispielsweise in Form von Rotlicht. Oft ist auch eine Epicondylitis-Spange hilfreich. Dieser spezielle Verband entlastet den Muskelansatz am Ellenbogen und ist im Sanitätshaus erhältlich.

In hartnäckigen Fällen empfiehlt sich der Gang zum Physiotherapeuten. Hier werden die Beschwerden durch Wärmebehandlungen wie die "heiße Rolle" gelindert. Außerdem bekommt der Patient heilungsfördernde Dehnübungen gezeigt, die er anschließend auch zu Hause durchführen kann. Die Schulmedizin setzt zusätzlich entzündungshemmende und schmerzlindernde Kortisonspritzen ein.

Sind die Symptome nach einem halben Jahr noch nicht verschwunden, kann eine Stoßwellentherapie helfen. Hierbei werden die schmerzhaften Stellen mit Ultraschall behandelt. Bei chronischen Verläufen, die länger als Jahr dauern, rät der Arzt zumeist zur Operation. Beim Eingriff wird der Sehnenansatz verlängert und die Nervenenden rund um den Knochenvorsprung verödet.

Alternative Heilmethoden

Die Naturheilkunde empfiehlt zur Linderung der Beschwerden Quark- oder Weißkohlwickel. Auch das Auftragen von Rot-, Wacholder- oder Rosmarinöl hat wohltuende Wirkung. Das gilt ebenfalls für ansteigende Armbäder mit Heublumen. Vielen Betroffenen hat außerdem die Akupunktur geholfen. In einigen Fällen konnten homöopathische Mittel, Neuraltherapie oder Schröpfkuren die Beschwerden lindern.

Vorbeugung

Am besten ist es, alle monotonen Handbewegungen zu vermeiden. Menschen, die vor dem Computer arbeiten, sollten daher die Hand von der Maus nehmen und Befehle vermehrt über die Tastatur eingeben.

Für ungeübte Hobby-Bastler gilt: Gönnen Sie Ihrer Muskulatur bei handwerklichen Tätigkeiten Erholungspausen gönnen und besorgen Sie sich gegebenenfalls arbeitserleichterndes Werkzeug, wie Akku-Schrauber.

Sportler müssen sich vor dem Training aufwärmen. Tennisspieler sollten leichte Schläger bevorzugen, deren Bespannung nicht zu hart ist. Auch ist es ratsam, die Spieltechnik von einem Trainer überprüfen zu lassen.

(CI) 13.12.2005

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