Krankheiten
Osteoporose (Knochenschwund)
Man unterscheidet die primäre und die sekundäre Osteoporose. Die primäre Form kann nach den Wechseljahren (postklimatisch) oder erst im Alter (ab dem 70. Lebensjahr) auftreten. Die sekundäre Osteoporose wird durch Krankheiten, wie einer Hormon- und Stoffwechselstörung verursacht.
Symptome
In den meisten Fällen macht sich Osteoporose mit andauernden Rückenschmerzen bemerkbar. Häufig vermuten Betroffene, dass ein Rückenleiden dahinter steckt. Doch die Beschwerden sind die Folge des Knochenschwunds.
Im Frühstadium kann es zu einer Verkürzung der Wirbelsäule kommen. Im Laufe der Erkrankung werden dann die Knochen allmählich brüchiger. Besonders frakturgefährdet sind Handgelenk, Unterarm und Oberschenkelhals. Auch die Rückenwirbel können brechen oder sinken zusammen. Letzteres hat zur Folge, dass der Betroffene "schrumpft". Ein Osteoporosepatient kann zwischen 4 und 20 cm seiner Körpergröße einbüßen.
Im fortgeschrittenen Stadium kann sich zudem ein Rundrücken ("Buckel") oder eine gekrümmte Lendenwirbelsäule ausbilden.
Die genannten Symptome schränken den Patienten nicht nur in seinen Bewegungen ein, sondern peinigen ihn auch mit anhaltenden Schmerzen. Schlimmstenfalls ist der Betroffene nicht mehr in der Lage, seinen Alltag ohne Hilfe zu meistern.
Ursachen
Unsere Knochen haben einen eigenen Stoffwechsel. Phosphate und Kalzium werden dabei eingelagert und wieder abtransportiert. Wird mehr abtransportiert als eingelagert, nimmt die Knochenmasse ab. Das geschieht in der Regel ab dem 40. Lebensjahr und ist ein völlig normaler Prozess. Bis zu 1,5 Prozent des Knochenvolumens geht so jährlich verloren. Doch bei einer Osteoporoseerkrankung nimmt die Knochenmasse unverhältnismäßig stark ab. Dadurch verändert sich nicht nur die Dichte der Knochen, sondern auch ihre Struktur und Funktion.
Von Osteoporose sind meist Frauen nach den Wechseljahren betroffen. Man vermutet, dass ein Zusammenhang zwischen dem Hormon Östrogen und der Erkrankung besteht. Die Östrogenproduktion in den Eierstöcken nimmt im Klimakterium ab, dadurch wird der Knochenstoffwechsel einseitig angeregt. Es wird wesentlich mehr Kalzium abgebaut und ausgeschieden als angelagert. Die Folge: Die Knochendichte nimmt drastisch ab.
Mediziner gehen davon aus, dass die Altersosteoporose (ab dem 70. Lebensjahr) die Folge von Bewegungs-, Kalzium- und Vitamin-D-Mangel ist. Hiervon sind wiederum mehr Männer als Frauen betroffen.
Diagnose
Es ist nicht einfach, eine Osteoporose im Frühstadium zu diagnostizieren. Einfache Röntgenaufnahmen erkennen eine Osteoporose erst, wenn die Knochenmasse um ca. 30% abgenommen hat.
Weitere Diagnosemöglichkeiten sind Computertomographie- und Ultraschalluntersuchungen. Das sind allerdings aufwendige Verfahren. Die Knochendichte muss über einen großen Zeitraum (etwa ein Jahr) kontrolliert werden. Nur so ist eine Abnahme der Knochendichte erkennbar.
Aussagekräftiger ist die Messung der Knochendichte mit der DEXA-Methode. Damit lässt sich eine Osteoporose bereits im Frühstadium erkennen. Bei dem DEXA-Verfahren wird der Mineralstoffgehalt der Knochen per Röntgenstrahlung ermittelt. Die Messwerte werden von einem Computer ausgewertet.
Frauen, die unter einem spezifischen Gendefekt leiden (Veränderung des Typ-I-alpha-1-Gens) sind besonders osteoporosegefährdet. Die Genveränderung lässt sich anhand einer Blutuntersuchung feststellen. Der Test sollte vor den Wechseljahren durchgeführt werden, um gegebenenfalls vorbeugende Maßnahmen einleiten zu können.
Behandlung
Um das Risiko von Knochenbrüchen zu senken, sollte man kalziumreiche Nahrung sowie Kalzium- und Vitamin-D-Präparate zu sich nehmen.
Fluoride steigern die Knochenbildung, senken allerdings nicht das Bruchrisiko. Effektiver wirken Bisphosphonate. Diese Medikamente sind schmerzlindernd und reduzieren die Zahl der Knochenbrüche.
Fortgeschrittene Osteoporose ist immer mit Schmerzen verbunden. Sie schränken nicht nur die Bewegungsfreiheit der Patienten ein, sonder auch ihre Lebensfreude. Wichtig ist, dass sich Betroffene trotz Schmerzen bewegen. Antirheumatika (z. B. Ibuprofen) können leichte bis mittelstarke Schmerzen lindern. Bei äußerst schmerzhaften Wirbelbrüchen werden stärkere Schmerzmittel eingesetzt. Das körpereigene Hormon Kalzitonin wirkt bei Osteoporose schmerzlindernd.
Alternative Heilmethoden
Viele Osteoporosepatienten nehmen aufgrund der Schmerzen eine Schonhaltung ein. Eine fataler Fehler. Dadurch verkrampft sich die Muskulatur und die Schmerzen nehmen zu. Mit Krankengymnastik und Massage können diese schmerzhaften Verspannungen gelöst werden. Wohltuend wirken auch Entspannungsverfahren, wie Tai Chi, Meditation oder progressive Muskelentspannung nach Jakobsen.
Im Kampf gegen den Schmerz haben sich auch sanfte Heilverfahren wie Akupunktur, Akupressur und Kneipp-Bäder bewährt.
Vorbeugung
Ernährung
Kalziumreiche Ernährung ist eine optimale Vorsorge. Dem Körper sollten täglich etwa 1000 bis 2000mg Kalzium zugeführt werden. Um den Bedarf zu decken, können zusätzlich frei verkäufliche Kalziumbrausetabletten eingenommen werden.
Hormone
Risikopatienten können sich vorbeugend einer Hormonersatztherapie unterziehen. Besonders gefährdet sind Frauen, die vor dem 50. Lebensjahr in die Wechseljahre kommen, unter Hormonmangel leiden, einen zarten Knochenbau haben oder erblich vorbelastet sind. Östrogene können nur vorbeugend eingesetzt werden. Ist die Erkrankung erst einmal eingetreten, können die Hormone nichts mehr bewirken.
Bewegung
Bewegung baut Muskel- und Knochenmasse auf. Daher ist Sport nicht nur eine ideale Vorbeugung, sondern auch eine hervorragende Therapie für Patienten, die bereits an Osteoporose leiden. Geeignet sind sanfte Ausdauersportarten, wie Walken, Wandern oder Schwimmen. Wer sich viel an der frischen Luft, regt zusätzlich die Vitamin-D-Bildung im Körper an.
( CI) 13.02.2005

