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Krankheiten

Parkinson-Krankheit (Paralysis agitans, Schüttellähmung)

Der englische Arzt James Parkinson beschrieb diese neurologische Erkrankung erstmals zu Beginn des 19. Jahrhunderts. Er gab ihr den Namen "Shaking Palsy", was sich mit "Schüttellähmung" übersetzen lässt. Ein nicht ganz zutreffender Name. Denn bei der Parkinson Krankheit treten keine Lähmungen auf, sondern es zeigt sich eine langsam zunehmende Bewegungsarmut. Auch unter dem Schütteln bzw. Zittern (Tremor) muss nicht unbedingt jeder Patient leiden.

In Deutschland gibt es mehr als 250 000 Parkinson-Patienten. Die neurologische Störung tritt meist im vorgerückten Alter auf, etwa ab dem 60. Lebensjahr. Allerdings gibt es auch Sonderformen, wie der juvenile Parkinson, an dem auch jüngere Menschen erkranken können. Parkinson ist nicht heilbar. Aber mit individuellen Behandlungsmethoden werden Beschwerden gelindert und die Lebensqualität verbessert. Auch kann in vielen Fällen die Lebenserwartung verlängert werden.

Symptome

Parkinson ist eine schleichende Krankheit. Die Beschwerden sind von Patient zu Patient unterschiedlich ausgeprägt.

Abhängig vom Krankheitsstadium können folgende Symptome auftreten:

Anfangsstadium

  • einseitige Muskelverspannungen mit Muskelschmerzen
  • Schweißausbrüche
  • Müdigkeit
  • depressive Verstimmungen
  • innere Unruhe
  • Schlafstörungen
  • Probleme bei feinmotorischen Bewegungen wie Schreiben, Kämmen, Zähneputzen etc.
  • veränderte Gesichtsmimik (starrer Ausdruck)
  • nach vorne gebeugter Gang, kleine Schritt beim Gehen
  • Zittern der Hände im Ruhezustand (Ruhetremor)

Fortgeschrittenes Stadium

  • verlangsamte Bewegungsabläufe
  • Steifheit (Rigor)
  • schlurfender Gang
  • zunehmender Speichelfluss (Salbengesicht)
  • Zittern (Tremor) nimmt zu und kann permanent auftreten
  • Schluckbeschwerden
  • Blasenschwäche (Inkontinenz)
  • Gedächtnisstörungen (eventuell Demenz)
  • verändertes Sozialverhalten
  • Depressionen

Ursachen

Die typischen Parkinson-Beschwerden sind die Folge eines Dopaminmangels. Dopamin ist ein Botenstoff, der im Gehirn für die Signalübertragung zuständig ist. Der Stoff wird von Nervenzellen gebildet, die in einem bestimmten Teil des Hirns, der so genannten "Substantia nigra" sitzen. Bei Parkinson-Patienten werden diese Nervenzellen langsam zerstört, und es wird nicht mehr genügend Dopamin produziert. Die Folge sind gestörte Bewegungsabläufe.

Bislang weiß man nicht, warum und wodurch dieser Prozess in Gang gesetzt wird. Das Vererbungsrisiko ist relativ gering. Man vermutet, dass eine familiäre Veranlagung nur bei der juvenilen Parkinson-Krankheit eine (geringe) Rolle spielt.

Neben der Parkinson-Krankheit gibt es noch das (Pseudo-) Parkinson-Syndrom. Hier zeigt sich zwar das gleiche Krankheitsbild, aber es wird nicht durch einen Dopamin-Mangel ausgelöst. Im Gegensatz zur Parkinson-Krankheit ist bei dem Parkinson-Syndrom die Ursache bekannt: Mögliche Auslöser sind unter anderem Gifte
(z. B. Umweltgifte, Drogen), Medikamente (z. B. Neuroleptika), Hirngefäßerkrankungen oder häufige Hirnverletzungen (z. B. bei Boxern).

Diagnose

Viele Patienten gehen erst zum Arzt, wenn bereits Beschwerden aufgetreten sind. Diese sind meist so typisch, dass sie den entscheidenden Hinweis liefern. Wichtig für die Diagnose ist auch das Gespräch mit Patient und Angehörigen.

Bildgebende Verfahren (z. B. Computertomographie) werden eingesetzt, um andere Ursachen (z. B. ein Hirntumor) auszuschließen. Unter Umständen wird ein L-Dopa-Test durchgeführt. Dabei muss der Patient unter ärztlicher Aufsicht das Parkinson-Medikament L-Dopa einnehmen. Bessern sich seine Beschwerden, ist eine Parkinson-Erkrankung wahrscheinlich.

Behandlung

Eine Parkinson-Behandlung muss individuell auf den Patienten zugeschnitten werden. Dabei spielen Krankheitsstadium, Alter und Symptome eine Rolle. Keine der Mittel kann die Erkrankung heilen oder aufhalten. Erreicht wird meist eine Linderung der Beschwerden, eine verbesserte Lebensqualität und eine höhere Lebenserwartung. Abhängig vom Krankheitsstadium können über 20 Jahre vergehen, bis der Patient permanente Pflege und Betreuung benötigt. Es ist aber möglich, dass Betroffene an Folgeerkrankungen sterben, wie z. B. einer Lungenentzündung.

Medikamentöse Behandlung

  • L-Dopa: Dopamin selbst kann nicht als Medikament eingenommen werden. Der Botenstoff ist nicht in der Lage, die so genannte Blut-Hirn-Schranke zu überwinden. Stattdessen verabreicht man die Substanz L-Dopa (Levodopa). Sie kann die Schranke überwinden und wird im Hirn zu Dopamin umgewandelt. Häufig wird L-Dopa mit anderen Wirkstoffen (z. B. COMT-Hemmer) kombiniert, um zu verhindern, dass die Substanz zu schnell vom Körper abgebaut wird.
    L-Dopa zeigt zu Beginn der Behandlung eine sehr gute Wirkung. Allerdings nimmt die Wirksamkeit mit der Zeit ab.
  • MAO-B-Hemmer: Die Mittel hemmen ein Enzym (Mono-Amino-Oxidase), das für den Abbau von Dopamin verantwortlich ist.
  • Dopamin-Antagonisten: Substanzen, die in ihrer Wirkung dem Dopamin ähneln. Im Gegensatz zum Dopamin sind sie aber in der Lage, die Blut-Hirn-Schranke zu überwinden.
  • Anticholinergika: Hemmen den Botenstoff Acetylcholin und lindern so Parkinson-Beschwerden, vor allem das Zittern.
  • Nicht medikamentöse Behandlung

    Der Patient soll so lange wie möglich seine Selbständigkeit behalten. Dabei helfen Sprach-, Bewegungs- und Beschäftigungstherapien. In speziellen Schulungen werden alltägliche Situationen trainiert (Gehen, Schreiben etc.).

    Parkinson-Patienten sollten sich gesund ernähren und unbedingt viel Flüssigkeit zu sich nehmen. Sofern der körperliche Zustand es zulässt, ist sanfter regelmäßiger Sport (z. B. Wandern, Schwimmen) eine ideale Therapieergänzung.

    Operative Behandlung

    In wenigen Spezialkliniken wird eine operative Stimulation von Nervenzentren durchgeführt. Über eine Elektrode werden dabei elektrische Impulse weitergeleitet. Dieser Eingriff kann die Erkrankung nicht stoppen, aber häufig eine Linderung des Tremors (Zittern) bewirken.

    Alternative Heilmethoden

    Sanfte Heilmethoden wie z. B. die Traditionelle Chinesische Medizin oder Ayurveda können zwar nicht heilen, aber die Selbstheilungskräfte mobilisieren und das Wohlbefinden stärken.

    Der Kontakt zu Selbsthilfegruppen kann für Betroffene und Angehörige eine große Hilfe sein.

    Vorbeugung

    Einer Parkinson-Erkrankung kann man nicht vorbeugen.

    ( CI) 06.04.2006

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