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Krankheiten

Völlegefühl und Blähungen (Flatulenz)

Es ist völlig normal, dass man etwas Luft im Darm hat. Und meist verlassen die "abgehenden Winde" unseren Körper auch auf ganz natürliche Weise. Doch wenn sich zu viele Gase im Körperinneren bilden, kann das ganz schön unangenehm werden. Dann bläht sich der Bauch auf - und man fühlt sich wie ein Ballon. Außerdem zwickt, grummelt und rumort es. Und manchmal tut es richtig weh. Im allgemeinen liegt das an unserer Ernährung und ist harmlos. In seltenen Fällen deuten die Blähungen & Co. aber auch auf Krankheiten hin.

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Symptome

Jeder kennt die Beschwerden - und zwar meist von Kindesbeinen an. Gerade bei Säuglingen und kleinen Kinder kommt es besonders häufig zu den typischen Symptomen: Der Bauch ist vorgewölbt, spannt und schmerzt. Meistens leidet man auch unter Völlegefühl oder Magendrücken, manchmal auch unter Übelkeit. Treten krampfartige Schmerzen auf, befinden sich meist sehr großen Gasmengen im Darm. In diesem Fall spricht man von Meteorismus.

Ursachen

Die Gase entstehen durch Bakterien und Enzyme, die den Nahrungsbrei zersetzen. Normalerweise verlassen sie den Darm durch den natürlichen Ausgang. Manche Lebensmittel überfordern allerdings unsere Verdauung. Die Folge ist: Dieser Prozess gerät ins Stocken und es bildet sich ein zäher Schaum. Und darin sind dann die Luftbläschen eingeschlossen, die sich nun nicht mehr so leicht verflüchtigen können.

Zu den besonders berüchtigten Lebensmitteln zählen Kohl und Hülsenfrüchte wie Bohnen, Linsen und Erbsen. Aber auch unreifes Obst und Rohkost, insbesondere Paprika, sehr frisches Brot oder grobes Vollkornbrot sind schwer verdaulich. Zu fettige oder süße Speisen sowie übermäßiger Alkohol-, Nikotin- und Kaffeekonsum können den Darm ebenfalls lahm legen.

Doch nicht alle Gase werden im Körperinneren gebildet. So verschlucken manche Menschen beim Essen und Trinken oft auch sehr viel Luft. Vor allem dann, wenn sie eine Mahlzeit hastig herunterschlingen oder kohlensäurehaltige Getränke trinken.

Weitere mögliche Auslöser für Verdauungsprobleme sind Medikamente und seelische Probleme wie Stress oder Kummer. Nicht selten liegt auch eine Milchzucker-Unverträglichkeit vor. Manchmal handelt es sich auch lediglich um Bewegungsmangel.

In manchen Fällen können Blähungen & Co. aber auch auf Erkrankung des Magen-Darm-Traktes hinweisen, wie beispielsweise einen Reizmagen. Bei stärkeren Beschwerden sollte man daher immer einen Arzt aufsuchen.

Diagnose

Der Allgemeinmediziner hinterfragt zunächst die Ernährung und spricht Empfehlungen aus. Bei heftigeren Beschwerden ist der Gang zum Gastroenterologen sinnvoll. Dieser wird bei Verdacht auf Erkrankungen eine Untersuchung des Stuhls veranlassen sowie eventuell eine Magen- oder Darmspiegelung. Der Facharzt kann außerdem feststellen, ob eine Milchzucker-Unverträglichkeit vorliegt. Der Besuch eines Naturheilkundlers ist unter Umständen ebenfalls ratsam. Hier wird man Ihnen vermutlich eine Untersuchung der Darmflora empfehlen.

Behandlung

Leichte Blähungen, die ohne weitere Begleiterscheinungen auftreten und von allein verschwinden, sind in der Regel nicht besorgniserregend - und müssen nicht behandelt werden. Allerdings kann man sich Erleichterung verschaffen. Dazu eignen sich in erster Linie altbewährte Hausmittel. Ganz oben auf der Liste stehen Tees mit Kümmel, Anis, Fenchel, Salbei oder Pfefferminze. Doch auch die gute alte Wärmflasche sowie eine Bauchmassage im Uhrzeigersinn sind eine Wohltat.

Bleiben die Blähungen bestehen oder sind sie ungewöhnlich heftig, sollten Sie jedoch einen Arzt aufsuchen. Dieser wird Ihnen - je nach Diagnose - spezielle Empfehlungen geben oder geeignete Arzneien verschreiben.

Zu den wirksamen Medikamenten zählen zum einen die so genannten Ent-Schäumer. Sie lösen den Schaum im Darm auf, der die Luft bindet und nicht entweichen lässt. Darüber hinaus gibt es Mittel, um die Bewegungen des Magen-Darm-Trakts zu beschleunigen.

Bei kolikartigen Schmerzen können entkrampfende Präparate verordnet werden. Darüber hinaus kennt die Medizin Präparate, die bei bestimmten Störungen eingesetzt werden. Liegt es beispielsweise an der Galle, helfen Extrakte der Artischocke. Produziert die Bauchspeicheldrüse zu wenig Verdauungsenzyme, kann man diese künstlich zuführen.

Alternative Heilmethoden

Gegen Blähungen und Völlegefühl ist so manches Kraut gewachsen. Zu den bewährten pflanzlichen Heilmitteln zählen Kümmel, Fenchel, Anis, Pfefferminze, Kamille, aber auch Pomeranzenschalen, Korianderfrüchte und Gewürznelken. Idealerweise nimmt man sie als Tee zu sich, da auch die Wärme wohltuend wirkt. Gelbwurz lindert die Beschwerden ebenfalls. Extrakte dieses Ingwergewächs kann man als Kapsel zu den Hauptmahlzeiten einnehmen.

Zur äußerlichen Anwendung eignet sich Kümmelöl. Dieses wird in kreisenden Bewegungen im Uhrzeigersinn auf den Bauch aufgetragen. Darüber hinaus haben sich auch einige homöopathische Mittel in der Behandlung bewährt. Eine naturheilkundliche Stuhluntersuchung der Darmflora kann ebenfalls ratsam sein.

Vorbeugung

Ballaststoffe sind gesund, doch nicht jeder verträgt sie in rauen Mengen. 30 Gramm täglich reichen aus, um eine natürliche Verdauung zu fördern. Außerdem sollte man nicht zu viel Rohkost essen. Gemüse ist viel bekömmlicher, wenn es angedünstet wird. Halten Sie sich zudem bei fettigen Soßen, frittierten, stark angebratenen, scharf gewürzten und süßen Speisen zurück. Überhaupt sollten Sie nicht zu viel auf einmal zu sich nehmen. Mehrere kleine Mahlzeiten über den Tag verteilt sind gesünder als wenige große Portionen.

Achten Sie darauf, welche Lebensmittel bei Ihnen zu Völlegefühl und Blähungen führen und verzichten Sie künftig auf diese Übeltäter. Und: Gut gekaut ist halb verdaut. Kauen Sie jeden Bissen mindestens 15 mal, bevor Sie ihn herunterschlucken. Denn die Verdauung beginnt bereits im Mund.

Des weiteren sollten Sie viel trinken, allerdings keine kohlensäurehaltigen Getränke. Am besten sind Tees, die sich wohltuend auf Magen und Darm auswirken, wie Kamille, Pfefferminz, Fenchel, Anis oder Kümmel. Und: Bewegen Sie sich regelmäßig. Denn dadurch wird der Darm massiert und der Transport des Inhalts beschleunigt. Optimal nach dem Essen ist der berühmte Verdauungsspaziergang - das bringt den Darm sofort in Schwung.

( CI) 13.02.2005

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