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Prostatakrebs

Die Prostata, auch Vorsteherdrüse genannt, ist nur so groß wie eine Kastanie, aber sie hat eine wichtige Aufgabe: Sie produziert ein Sekret, in dem die Spermien bei der Ejakulation schwimmen können. Doch dieses kleine Organ, das die Harnröhre umgibt, wird vielen Männern gefährlich. Jedes Jahr erkranken rund 30.000 an Prostatakrebs.

Damit rangiert das Leiden auf Platz 2 aller männlichen Krebserkrankungen, nach Lungenkrebs. Allerdings ist Prostatakrebs eine Krankheit des älteren Mannes. Über 90 Prozent der Patienten haben die 60 bereits überschritten, jeder zweite ist über 70 Jahre alt.

Jeder dritte Betroffene stirbt immer noch an den Folgen der Krankheit, obwohl das heutzutage häufig hätte verhindert werden können. Denn wird der Tumor in einem frühen Stadium behandelt, ist die Krankheit im allgemeinen gut therapier- und heilbar.

Da Prostatakrebs jedoch in den meisten Fällen lange Zeit ohne Beschwerden verläuft, entdeckt man das Männerleiden oft erst in einem fortgeschrittenen Stadium. Die beste Medizin gegen Prostatakrebs ist daher: Alle Vorsorgeuntersuchungen wahrnehmen - und zwar regelmäßig.

Symptome

Auch diese Krebsform verursacht anfangs meist keine Beschwerden.

Erste Symptome können jedoch sein:

  • allgemeine Schwäche und Abgeschlagenheit
  • anhaltende Müdigkeit
  • Leistungsabfall
  • Gewichtsverlust

Mit Ausnahme von selteneren Fällen, in denen der Krebs aggressiv verläuft, wachsen Prostatakarzinome im allgemeinen sehr langsam. Außerdem befinden sich die Wucherungen in der Regel an einer Stelle, wo sie lange Zeit wenig Probleme verursachen.

So sitzt das Geschwür häufig am äußeren Teil der Vorsteherdrüse, weit entfernt von der Harnröhre. Erst wenn die Krankheit ein späteres Stadium erreicht hat und das Karzinom aufgrund seiner Größe die Funktion der Harnröhre einschränkt, kommt es zu typischen Beschwerden wie Störungen bei der Blasenentleerung bis hin zum Harnstau. Anzeichen für ein fortgeschrittenes Prostatakarzinom sind unter anderem:

  • Erschöpfung oder Gewichtsverlust
  • Schmerzen im Prostatabereich, dem Rücken oder den Knochen
  • Blut in Urin oder Sperma
  • Inkontinenz

Ursachen

Die Auslöser sind nach wie vor weitgehend unbekannt. Fest steht jedoch, dass das männliche Geschlechtshormon Testosteron eine entscheidende Rolle beim Ausbruch spielt. Unbestritten ist ebenfalls, dass das Alter einen Hauptrisikofaktor darstellt. Ab 65 besteht für alle Männer eine erhöhte Gefahr Prostatakrebs zu bekommen - und dieses Risiko nimmt mit jedem weiteren Lebensjahr zu. Außerdem existiert eine genetische Veranlagung für diesen Krebs.

Man vermutet, dass auch bestimmte Umweltbedingungen die Entstehung der Krankheit begünstigen können. Dafür spricht die Tatsache, dass diese Krebsart in manchen Ländern wie beispielsweise Schweden sehr häufig vorkommt und in anderen wie Taiwan kaum bekannt ist. Experten schätzen, dass der Grund hierfür in der Ernährung liegt. Schuld am Ausbruch soll vor allem eine fettreiche und ballaststoffarme Kost sein. Aber auch Schwermetalle und Strahlenbelastung gelten als mögliche Gefahrenquellen.

Die gutartige Vergrößerung der Vorsteherdrüse, die eine häufige Begleiterscheinung des höheren Alters ist, ist dagegen kein Risikofaktor. Prostataentzündungen haben ebenfalls keinen Einfluss auf die Entwicklung von Prostatakrebs.

Diagnose

Da Prostatakrebs zumeist über Jahre unentdeckt verläuft, ist das Leiden zum Zeitpunkt der Diagnosestellung oft schon in einer fortgeschrittenen Phase angelangt. Häufig hat das Karzinom dann bereits Metastasen in den Lymphknoten, den Knochen oder der Lunge gebildet.

Um das zu vermeiden, kann man nur eins tun: Ab 45 Jahren sollte die Prostata jährlich vom Urologen kontrolliert werden. Dieser Check erfolgt rektal. Das heißt, der Arzt führt den Finger in den Enddarm ein. Durch die Darmwand kann er die Prostata abtasten und auf Verhärtungen oder Knoten untersuchen.

Zusätzlich können Patienten den so genannten PSA-Wert (prostataspezifisches Antigen) messen lassen. Bei diesem modernen, labormedizinischen Verfahren wird das Blut auf bestimmte Stoffe untersucht, die auf Prostatakrebs hinweisen können.

Bei verdächtigem Befund kommen weitere Diagnoseverfahren wie die Ultraschall zum Einsatz. Hierbei wird eine Sonde in den Enddarm eingeführt. Erhärtet sich der Verdacht, entnimmt man eine Gewebeprobe. Nur dadurch kann man letztendlich feststellen, ob es sich um ein gut- oder bösartiges Geschwulst handelt und in welchem Stadium sich der Tumor befindet.

Ist es tatsächlich Krebs, stehen weitere Untersuchungen an. Denn nun muss überprüft werden, ob der Tumor bereits gestreut hat. Hierbei können Diagnoseverfahren wie Röntgen, Szintigraphie, Computer- oder Kernspintomographie zum Einsatz kommen.

Behandlung

Die Therapie orientiert sich am Verlauf der Krankheit (welches Stadium erreicht wurde) und dem Gesundheitszustand des Patienten. Bei sehr frühem, stabilem Stadium (1. Stadium) und/oder hohem Lebensalter des Patienten ist eventuell keine Behandlung erforderlich. Allerdings muss der Verlauf dann regelmäßig kontrolliert werden. Ist das 3. oder 4. Stadium erreicht, stehen zwei Therapie zur Verfügung: Prostata einschließlich der Beckenlymphknoten oder eine Bestrahlung.

Im 2. Stadium kommt eine Operation mit Entfernung von Prostata und Lymphknoten im Becken oder eine Bestrahlung in Frage.

Das 3. und 4. Stadium beginnt mit einer Bestrahlung und wird, wenn es die Umstände zulassen, ergänzt durch eine operative Entfernung der Prostata und der Beckenlymphknoten. Ist es nicht möglich, den Tumor vollständig zu entfernen, kann eine Hormontherapie zum Einsatz kommen.

Stadien 1 bis 4 (wenn Lymphknoten und andere Organe befallen sind): Therapie beginnt mit einer Hormonbehandlung. Ist sie nicht erfolgreich, kommen folgende Therapien zum Einsatz: Chemotherapie, eine Bestrahlung und/oder ein kleinerer operativer Eingriff. Das Prostatagewebe wird durch die Harnröhre entfernt, um die Tumormasse zu verkleinern und den Harnabfluss zu gewährleisten.

Dabei kann die Strahlentherapie nicht nur äußerlich, sondern auch innerlich erfolgen. Hierbei werden die Strahlen über Kanülen direkt zum Tumor geleitet oder Kapseln mit radioaktivem Jod vor Ort eingepflanzt.

Die Prostata und die benachbarten Lymphknoten können auch minimal-invasiv über eine Bauchspiegelung durchgeführt werden.

Alternative Heilmethoden

In vielen Fällen werden bei Krebserkrankungen alternative Methoden unterstützend eingesetzt. Hierzu gehören unter anderem:

  • Thermo-Therapien
  • Hochtemperaturtherapie: Hyperthermie oder HIFU
  • Kurzwellen Energie-Laser
  • Ultraschallenergie (High lntensity Focused)
  • Kältetherapie(Cryotherapie)
  • Phytotherapien: Misteltherapie
  • Ernährung: Asiatische Ernährung Ayurveda
  • Temperaturtherapie (nahezu alle im Erprobungsstadium)

Studien zufolge kann das Spurenelement Selen den Verlauf von Prostatakrebs günstig beeinflussen. Auch zwei bis drei Tassen grüner Tee täglich sollen das Tumorwachstum hemmen können.

Vorbeugung

Wer sich vor Prostatakrebs schützen möchte, sollte möglichst keine tierischen Fette essen, sondern stattdessen mehrfach ungesättigte Pflanzenfette zu sich nehmen. Generell ist eine vitamin- und mineralstoffreiche Ernährung mit viel Getreide, Gemüse, vor allem Tomaten, und Soja zu empfehlen. Studien zufolge soll auch grüner Tee Prostatakrebs vorbeugen.

Doch die beste Prophylaxe-Maßnahme ist die ärztliche Vorsorge. Denn wird Prostatakrebs im Frühstadium entdeckt, ist er meistens gut heilbar. Deswegen sollte jeder Mann ab 45 einmal pro Jahr beim Urologen eine Früherkennungsuntersuchung durchführen lassen. Bei genetischer Veranlagung ist ein Check alle sechs Monate ratsam.

(CI) 13.02.2005

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