Home » Krankheiten » Lungenkrebs
Krankheiten

Lungenkrebs

Viele Menschen - vor allem Raucher - kennen mindestens eine Geschichte von einem Kettenraucher, der steinalt geworden ist. Tatsache ist jedoch, dass rund 90 Prozent aller Lungenkrebs-Patienten Raucher sind. Denn Tabakrauch enthält Substanzen, die bei jedem Zug die Lunge schädigen und letztendlich Krebs auslösen können.

Noch vor 100 Jahren kaum bekannt, steht Lungenkrebs mittlerweile auf Platz 1 der häufigsten Krebsarten bei Männern. Der Grund: Seit den 20er Jahren sind Zigaretten "in". Inzwischen holt auch das weibliche Geschlecht auf. Das Ergebnis ist, dass allein in Deutschland pro Jahr rund 42.000 Menschen mit der Diagnose Lungenkrebs konfrontiert werden.

Da dieses Leiden anfangs kaum Beschwerden verursacht, passiert das häufig eher zufällig während einer Routine-Untersuchung. Dann ist die gefährliche Krankheit allerdings meist bereits fortgeschritten.

Symptome

Im frühen Stadium verläuft die Krankheit unbemerkt. Es kommt zwar zu einem typischen Reizhusten, doch dieses Frühwarnsignal wird im allgemeinen nicht ernst genommen. Viele Betroffene verwechseln dieses erste Symptom mit den Begleiterscheinungen einer chronischen Bronchitis. Im Verlauf wird der Husten dann hartnäckiger bis hin zu Hustenattacken. Im fortgeschrittenen Stadium tritt Bluthusten auf. Das heißt: Im Auswurf befinden sich Blutklumpen.

Zu den weiteren Merkmalen gehören unter anderem:

  • Müdigkeit, Gewichtsverlust, Appetitlosigkeit
  • Atemnot, Lungengeräusche und Schmerzen im Brustkorb
  • Fieber
  • Lungenerkrankungen, die nicht heilen

Ursachen

Haben sich Metastasen gebildet, können weitere Symptome auftreten - je nachdem, welche Organe befallen sind. Ist das Gehirn betroffen kann es zu Kopfschmerzen kommen, bei Beteiligung der Wirbelsäule drohen Rückenschmerzen.

Warum der eine Raucher Krebs bekommt und der andere nicht, weiß man letztendlich nicht. Aber fest steht, dass der blaue Dunst die Hauptursache für Lungenkrebs ist. Dabei steigt das Risiko mit der Zahl der Raucherjahre und der Menge der täglich gequalmten Zigaretten. Auch die Art des Rauchens spielt eine Rolle. Tiefes Inhalieren schadet der Lunge mehr, als paffen. Passivrauchen begünstigt die Entstehung von Lungenkrebs ebenfalls. Außerdem besteht eine genetische Veranlagung.

Neben Zigaretten, Pfeifen & Co. können auch Schadstoffe wie Asbest, Arsen oder Chrom Lungenkrebs auslösen. Deswegen sind die Angehörigen bestimmter Berufe, die mit diesen Giften in Kontakt kommen, besonders gefährdet. Zu den weiteren Risikofaktoren zählen vorangegangene Krankheiten oder Operationen, welche die Lunge in Mitleidenschaft gezogen haben. Am häufigsten sind Menschen zwischen 65 und 70 betroffen.

Diagnose

Standardverfahren ist die Röntgenuntersuchung. Darüber hinaus werden Blutproben analysiert. Auch der Auswurf wird untersucht. Die Absicherung der Diagnose erfolgt im Allgemeinen über einer Lungenspiegelung. Hierbei wird dem Patienten unter örtlicher Betäubung oder Narkose ein Schlauch über die Luftröhre in die Bronchien eingeführt.

Allerdings ist es auf diese Weise nur möglich, in den zentralen, gut zugänglichen Teil der Lunge vorzudringen. Dabei kann auch eine Gewebeprobe entnommen werden. Befindet sich die verdächtige Stelle in den feineren äußeren Verästelungen der Bronchien kann die Biopsie auch von außen erfolgen - mit einer feinen Nadel während einer Computertomografie.

Bestätigt sich der Verdacht, kommen weitere Verfahren in Betracht. Dazu zählt unter anderem die Mediastinoskopie. Hier wird dem Patienten unter Narkose ein optisches Gerät durch einen Hautschnitt in den Bereich zwischen den Lungenflügel eingeführt, um Gewebeproben zu entnehmen. So kann man überprüfen, ob die angrenzenden Lymphknoten befallen sind. Um eine weitere Ausdehnung der Krankheit erkennen zu können, kommen zusätzliche Verfahren wie Ultraschall, Computertomografie oder Szintigrafie in Betracht.

Behandlung

Die Therapie orientiert sich nach dem Zustand des Patienten, dem Stadium der Krankheit, der Lage des Tumors und der Krebsform. Denn Lungenkrebs ist ein Sammelbegriff für verschiedene bösartige Erkrankungen der unteren Atemwege. Am häufigsten ist der Krebs des Lungengewebes, das so genannte Bronchialkarzinom. Dieses wird in kleinzellige und nichtkleinzellige Bronchialkarzinome unterschieden.

Kleinzellige Bronchialkarzinomen werden nur selten operiert. Zumeist behandelt man sie mit Chemotherapie. Ergänzend kann eine Strahlentherapie zum Einsatz kommen. Handelt es sich um ein nichtkleinzelliges Bronchialkarzinom, so ist die Operation das Standardverfahren - vorausgesetzt, die Lymphknoten sind noch nicht befallen. Je nach Größe und Lage des Tumors wird dabei ein Teil des Lungenflügels oder ein Lungenflügel mitentfernt. Häufig muss das Karzinom vor dem Eingriff durch Bestrahlung oder Chemotherapie verkleinert werden. Manchmal erfolgt nach dem Eingriff zusätzlich eine Chemotherapie. Befindet sich die Krankheit in einer fortgeschrittenen Phase werden Chemotherapie und Bestrahlung eingesetzt.

Außerdem kann man einige belastende Symptome der Krankheit mindern, die im späteren Verlauf auftreten können, wie beispielsweise Atemnot. Diese Beschwerdebild kann durch die Vergrößerung des Tumors ausgelöst werden, was zu einer Verengung der Luftröhre führt. Mittels Metallröhrchen kann man die Luftröhre offen halten. Auch ist es möglich, Karzinome durch Bestrahlung oder Lasertherapie zu verkleinern.

Zum Lungenkrebs zählen auch seltene Formen, wie der asbestbedingte Lungenfellkrebs. Diese Krebsart wird mit Chemotherapie behandelt. In vielen Fällen hat sich eine kombinierte Behandlung mit Ganzkörper-Hyperthermie als sinnvoll erwiesen. Dabei wird der Körper kontrolliert überwärmt.

Gegen die Schmerzen gibt es generell wirksame Medikamente. Darüber hinaus ist psychotherapeutische Hilfe oder die Beteiligung an einer Selbsthilfegruppe sinnvoll.

Alternative Heilmethoden

Sanfte Methoden können wenig gegen diese aggressive Krebsform ausrichten. Sie stoppen die Krankheit nicht, lindern aber in manchen Fällen die Begleiterscheinungen. So hat sich auch bei Lungenkrebs die Behandlung mit Mistelspritzen bewährt. In der Fachwelt ist die Wirksamkeit dieser Therapie jedoch umstritten. Darüber hinaus verbessert eine gesunde, fettarme Ernährung mit viel frischem Obst und Gemüse das allgemeine Wohlbefinden.

Vorbeugung

Der beste Schutz vor Lungenkrebs ist der Verzicht auf Nikotin. Fangen Sie am besten erst gar nicht an zu rauchen oder hören Sie damit auf. Es lohnt sich: Bereits nach einem Jahr Abstinenz sinkt das Lungenkrebs-Risiko um die Hälfte. Außerdem sollten Sie nach Möglichkeit auch nicht passiv rauchen. Achten Sie vor allem am Arbeitsplatz und zu Hause auf Rauchfreiheit. Menschen, die Berufe ausüben, bei denen sie mit gefährlichen Arbeitsstoffen in Kontakt kommen, müssen die Arbeitsschutzbestimmungen beachten.

Tipp: Rechtzeitig diagnostiziert hat Lungenkrebs gute Heilungschancen. Raucher sollten sich daher regelmäßig durchchecken lassen. Spezielle Vorsorgekliniken bieten Computertomografie, Lungenspiegelung und Blutuntersuchung zur Früherkennung von Lungenkrebs an.

(CI) 13.02.2005

Anzeige