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Leukämie, Chronische myeloische (CML)

Rund 10.000 Menschen werden pro Jahr in Deutschland mit dieser Diagnose konfrontiert. Damit gehört Leukämie (übersetzt: weißes Blut), im Volksmund auch Blutkrebs genannt, zu den eher seltenen Krebsarten.

Allerdings ist sie eine besonders heimtückische Krankheit. Denn bei diesem Leiden kommt es zu einer krankhaften Vermehrung der weißen Blutkörperchen (Leukozyten). Bei gesunden Menschen machen sie nur ein Prozent des Blutes aus, übernehmen aber eine wichtige Funktion.

Diese Zellen, die im Knochenmark hergestellt werden, sind eigentlich unser innerer Doktor. Sie können Bakterien, Viren und Pilzen erkennen und unschädlich machen.
Ist ihre Funktion gestört, wird somit eine wichtige Schutzmaßnahme des Organismus außer Kraft gesetzt.

Entstehung der Leukämie

Alle Blutzellen leben nur einen gewissen Zeitraum. Dann müssen sie erneuert werden. Das geschieht im Knochenmark. Hier werden alle Blutzellen (rote und weiße Blutkörperchen, Blutplättchen) durch Zellteilung ständig in großer Zahl neu gebildet. Wenn sie reif sind, wandern sie in den Blutkreislauf.

Bei der Leukämie ist dieser Kreislauf unterbrochen und unreife weiße Blutkörperchen (Leukozyten) gelangen ins Blut und vermehren sich dort. Es gibt drei Grundarten weißer Blutkörperchen: Granulozyten, Lymphozyten und Monozyten. Sie werden auch Fresszellen genannt, weil sie Viren und andere Erreger fressen und vernichten. Bei den lymphatischen Formen reifen die Lymphozyten nicht aus, bei der myeloischen die Granulozyten.

Bei der CML geschieht folgendes: Zuerst nehmen die weißen Blutkörperchen (Leukozyten) zu. In der 2. Phase werden noch mehr weiße Blutkörperchen gebildet und die roten Blutkörperchen und Blutplättchen nehmen ab. In der 3. Phase werden übermäßig viele, unreife Blutzellen an das Blut abgegeben. Das gesunde Knochenmark wird verdrängt. Es kommt langfristig zum Zusammenbruch des blutbildenden Systems.

Symptome

Da die akuten Formen einen wesentlich schnelleren Verlauf nehmen, ist die Symptomatik bei ihnen viel schneller ausgeprägt. Chronische Formen können dagegen über viele Jahre ohne Beschwerden verlaufen.

Die CML zeigt ebenfalls lange keine Symptome. Meist wird erst nach acht Jahre die Diagnose gestellt und dann verläuft sie in drei Stadien mit folgenden Symptomen:

  1. chronisch stabile Phase:
    Vergrößerung der Milz, Müdigkeit und Leistungsminderung
  2. Übergangsphase:
    Blässe, Nachtschweiß, Fieber, Herzrasen, Luftnot, Nasen- und Zahnfleischbluten
  3. Blastenschub:
    in dieser Phase werden vermehrt unreife Blutzellen ans Blut abgeben. Dieser Schub endet rasch tödlich, wenn der Patient nicht schon vorher an den Komplikationen gestorben ist.

Ursachen

Die Auslöser für die Bluterkrankung liegen noch weitgehend im Dunkeln. Man vermutet jedoch, dass bestimmte Faktoren ihre Entstehung begünstigen können. Dazu zählen:

  • schädliche Umwelteinflüsse, wie beispielsweise radioaktive Strahlung
  • Medikamente, wie beispielsweise Zytostatika
  • Lösungsmittel, wie Benzol
  • genetische Veranlagung
  • Down-Syndrom
  • bestimmte Viren
  • Auch Elektrosmog wird als Gefahrenquelle diskutiert

Diagnose

Tritt durch die Symptome ein Verdacht auf Leukämie auf, geht der Arzt folgendermaßen vor: Der erste Schritt ist die Entnahme einer Blutprobe, anhand derer im Labor ein genaues Blutbild erstellt wird. Bestätigt sich der Verdacht, wird eine Knochenmarkpunktion notwendig, um die Leukämieform zu ermitteln. Dazu wird Knochenmark aus dem Beckenknochen entnommen

Behandlung

Vor allem bei den akuten Formen, die sehr aggressiv verlaufen, ist ein schneller Therapiebeginn notwendig. Dazu wird eine Kombination aus mehreren Medikamenten eingesetzt. Denn es soll möglichst kompletter Rückgang der Krankheit erreicht werden.

Behandlung CML: Diese Leukämieform wird zuerst mit Spritzen (Interferon-alpha) bekämpft und zwar lebenslang. Durch dieses Präparat normalisiert sich das Blut, die Milz verkleinert sich. Zusätzlich werden Tabletten oder Spritzen der Chemotherapie eingesetzt. Diese bewirkt den Rückgang der Krankheitszeichen. Doch je länger die Krankheit dauert, um so höher wird die Dosis. Nach drei Jahren tritt die Krankheit in die nächste Phase und anschließend in die Endphase.
Einzige Hoffnung ist eine Knochenmarktransplantation von Mensch zu Mensch. Ein geeigneter Spender ist manchmal in der Familie vorhanden. Allerdings überleben nach 10 Jahren nur 55 Prozent der Erkrankten.

Es ist ein neues Medikament auf dem Markt: Imatinib. Es bewirkt, dass sich die kranken Zellen nicht mehr so schnell vermehren und absterben. Es wird eingesetzt wenn Interferon nicht mehr wirkt.

Alternative Heilmethoden

Alternative Therapieverfahren dürfen nicht als Ersatz für schulmedizinische Behandlungsformen dienen. Denn sie können nur wenig gegen den aggressiven Krebs ausrichten. Aber es gibt einige Verfahren, die sich bei der Linderung der Nebenwirkungen bewährt haben und mit denen sich die allgemeine Lebensqualität steigern lässt. Dazu zählen unter anderem Mistel-, Frischzellen- und Vitamintherapie.

Auch Akupunktur kann Schmerzen und Übelkeit verringern. Darüber hinaus helfen Entspannungstechniken wie Autogenes Training und Biofeedback, die Krankheit psychisch besser zu bewältigen. Eine ausgewogene, vollwertige Ernährung ist ebenfalls empfehlenswert.

Vorbeugung

Eine Vorbeugung gegen Leukämie ist nicht möglich.

(CI) 13.02.2005

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