Home » Krankheiten » Krebs
Krankheiten

Krebs (Allgemein)

Kaum eine andere Krankheit verbreitet mehr Furcht und Schrecken. Wer mit Krebs konfrontiert wird, hat Angst vor Chemotherapie und Operationen, Angst vor Schmerzen und vor dem Tod. Und leider steigt die Zahl der Patienten. Mittlerweile erkranken allein in Deutschland jährlich fast 400.000 Menschen an Krebs. Doch es gibt einen Hoffnungsschimmer: Die Zahl der Betroffenen, die an Krebs sterben, sinkt.

Die Diagnose ist längst nicht immer ein Todesurteil. Es existieren rund 150 verschiedene Krebsarten, die sich in ihrer Gefährlichkeit stark voneinander unterscheiden. In den meisten Fällen ist der Zeitpunkt der Diagnose entscheidend. Denn je früher das Leiden entdeckt wird, desto höher sind die Heilungschancen. Deswegen sollte jeder Mensch die Vorsorgeuntersuchungen regelmäßig wahrnehmen.

Wodurch die Krankheit ursächlich ausgelöst wird, ist immer noch nicht ganz geklärt. Man weiß jedoch, was bei Krebs im Körper passiert. Alles beginnt mit einer einzigen Zelle, die sich plötzlich teilt und somit vermehrt. In Folge dessen bilden sich immer mehr entartete Zellen. So entsteht auf Dauer ein Tumor, der gesundes Gewebe verdrängt oder zerstört. Davon kann prinzipiell jede Stelle im Körper betroffen sein.

Allerdings kommen manche Krebsarten besonders häufig vor. Bei Männern steht Lungenkrebs auf Platz 1, gefolgt von Prostatakrebs. Bei Frauen ist es Brust- beziehungsweise Darmkrebs. Im fortgeschrittenen Stadium kann der Krebs "streuen". Das heißt: Die bösartigen Krebszellen verteilen sich über das Blut oder die Lymphdrüsen im ganzen Körper und bilden dann in anderen Bereichen Metastasen.

Symptome

Krebs ist nicht nur gefährlich, sondern auch besonders tückisch, da diese Krankheit schleichend verläuft. Anfangs treten meist keinerlei Beschwerden auf. Der beste Schutz ist daher, die Vorsorgeuntersuchungen regelmäßig wahr und alle ungewöhnlichen körperlichen Veränderungen ernst zu nehmen. Dabei hängt die Symptomatik meist eng mit der Krebsart zusammen.

Zu den ersten Anzeichen gehören Knoten, die man in der Brust ertastet. Sie sind ein möglicher Hinweis auf Brustkrebs. Auch Leber- oder Pigmentflecken, die sich verändern, sind Warnsignale. Sie können auf Hautkrebs hindeuten. Befindet sich Blut im Urin oder dem Stuhl bedarf es ebenfalls dringend der ärztlichen Abklärung. Das gilt auch bei Blut im Auswurf oder Erbrochenem. Zu den weiteren Merkmalen einer Krebserkrankung gehören unerklärliche Müdigkeit, Gewichtsabnahme, Appetitverlust, ständiger Husten sowie Schmerzen, die sich nicht zuordnen lassen.

Ursachen

Die Ursachen für die Entstehung von Krebsgeschwüren ist immer noch nicht geklärt. Allerdings gilt als gesichert, dass bestimmte Risikofaktoren begünstigend wirken. Dazu zählen unter anderem Rauchen, übermäßiger Alkoholgenuss, schädliche Umwelteinflüsse wie beispielsweise Asbest oder Radioaktivität, UV-Strahlung, Übergewicht, und falsche Ernährung.

Auch eine geschwächte Abwehrkraft stellt eine Gefahrenquelle dar. Denn ist das Immunsystem nicht fit, können sich Krebszellen leichter ausbreiten. Außerdem ist die Neigung an Krebs zu erkranken, vererbbar. Darüber hinaus nimmt das Risiko mit der Zahl der Lebensjahre kontinuierlich zu. Ausnahme: Es gibt Krebsformen, die in erster Linie Kinder betreffen, wie beispielsweise Leukämie.

Diagnose

Nicht selten wird Krebs durch eine Selbstuntersuchung festgestellt. In vielen Fällen kommt man der Krankheit auch bei einer Routineuntersuchung auf die Schliche. Stets gilt: Je früher Krebs erkannt und behandelt wird, desto größer sind die Chancen auf Heilung.

Je nach Art der möglichen Krebsform kommen verschiedene Methoden für die Diagnose in Frage. Dazu zählen bildgebende Verfahren wie Röntgen, Computertomographie, Kernspintomographie oder Magnetresonanztomographie, Ultraschall, Szintigraphie, Positronen-Emissions-Tomographie sowie labormedizinische Test und endoskopische Untersuchungen.

Erhärtet sich die Vermutung, wird eine Gewebeprobe untersucht. Hierzu wird eine Biopsie vorgenommen. Erst wenn dabei mutierte Zellen entdeckt werden, steht die Diagnose fest. Um die Art der Erkrankung und ihre Ausbreitung beurteilen zu können, werden gegebenenfalls weitere Untersuchungen fällig.

Behandlung

Die Therapie richtet sich nach der Krebsform, der Art des Tumors und dem Stadium. Sind noch keine Tochtergeschwülste vorhanden, wird das kranke Gewebe im allgemeinen durch eine Operation weiträumig entfernt. Handelt es sich um einen größeren Tumor, kann dieser in vielen Fällen durch eine Bestrahlung vor dem Eingriff verkleinert werden.

Auch nach der OP wird meist eine Strahlentherapie verordnet, um kleinere Metastasen, die man vielleicht noch nicht entdeckt hat, ebenfalls zu vernichten. Hierbei kommen Röntgen-, Gamma- oder Elektronenstrahlen zum Einsatz. Zu den Nebenwirkungen gehören unter anderem Haarausfall, Müdigkeit, Appetitverlust und Verdauungsbeschwerden. Hat der Krebs bereits gestreut, steht eine Chemotherapie an. Das heißt: Es kommen Medikamente zum Einsatz, die Krebszellen vernichten können. Da diese so genannten Zytostatika auch gesunde Zellen zerstören, haben sie beträchtliche Nebenwirkungen, wie beispielsweise Haarausfall oder Übelkeit.

Neben diesen klassischen Methoden gibt es noch weitere, neuere Therapiemöglichkeiten. So reagieren bestimmten Krebsarten wie Brust-, Gebärmutter- und Prostatakrebs auf Hormone. Gegen die Schmerzen existieren wirksame Mittel, zu denen auch Opiate gehören.

Wichtig für den Behandlungserfolg ist auch die psychologische Unterstützung. Seelische Stärke und Ausgeglichenheit sind entscheidende Waffen im Kampf gegen die Krankheit.

Alternative Heilmethoden

In ihrer Verzweiflung suchen viele Krebspatienten über die traditionellen Behandlungsweisen hinaus nach alternativen Therapiemöglichkeiten. Leider ist die Wirksamkeit der meisten angebotenen Mittel und Methoden nicht durch Studien erprobt. Viele Patienten haben allerdings positive Erfahrungen mit Akupunktur, Misteltherapie und Frischzellen-Extrakten gemacht.
Um das Immunsystem zu stärken, ist darüber hinaus die gezielte Versorgung mit dem Spurenelement Selen und den Vitaminen C und E sinnvoll. Diese Vitalstoffe gelten als Antioxidantien, die krebsauslösende Verbindungen im Körper unschädlich machen können. Daher wird Krebspatienten, insbesondere unter Chemo- und Strahlentherapie, empfohlen, rotes Obst und Gemüse wie Tomaten und Paprika zu essen. Auch Sport ist gut für die Abwehrkraft und schwächt darüber hinaus bestimmte Nebenwirkungen der Chemotherapie ab.
Fest steht jedoch: Alternative Heilmethoden können Tumore nicht vernichten, aber das Allgemeinbefinden des Patienten bessern. Daher können sie die Schulmedizin nur ergänzen, nicht ersetzen.

Vorbeugung

Die ideale Schutzmaßnahme ist eine gesunde Lebensweise. Diese beinhaltet eine fettarme, ballaststoffreiche Ernährung mit viel frischem Gemüse und Obst, ausreichend Bewegung und wenig Stress. Rauchen Sie nicht, trinken Sie Alkohol nur in Maßen, schützten Sie sich vor UV-Licht und versuchen Sie Umweltbelastungen so gering wie möglich zu halten.

Darüber hinaus ist die regelmäßige Selbstuntersuchung wichtig. Achten Sie vor allem darauf, ob sich Muttermale und Pigmentflecken verändern. Frauen sollten darüber hinaus einmal pro Monat ihre Brust auf Knoten abtasten. Darüber hinaus ist es ratsam, den eigenen Körper aufmerksam zu beobachten. Alles, was von der Norm abweicht, sollte vom Arzt abgeklärt werden.

Allerdings kann man viele Krebsarten nicht selbst feststellen, vor allem nicht im Frühstadium. Der beste Schutz ist daher: Nehmen Sie die Vorsorgeuntersuchungen wahr - und zwar regelmäßig. Das gilt insbesondere für Menschen, bei denen Krebs in der Familie liegt. Zu den empfohlenen Checks gehören:

Bei Frauen

  • ab 20: gynäkologische Untersuchung, Abtasten der inneren und äußeren Geschlechtsorgane (Scheide, Gebärmutter, z. T. Eierstöcke); Abstrichuntersuchung von Gebärmutterhals, Muttermund jährlich
  • ab 30: Brustuntersuchung, abtasten von Brüsten und Achselhöhlen, jährlich
  • ab 45: Untersuchung der Haut
  • ab 50: Dickdarmuntersuchung, Tastuntersuchung und Test auf Blut im Stuhl, jährlich (einige Kassen übernehmen diese Untersuchung ab 45 Jahren)
  • ab 50 - 69: Mammographie, alle zwei Jahre
  • ab 56: Darmspiegelung (Koloskopie), anstelle der Dickdarmuntersuchungen, 2 mal in 10 Jahren

Empfohlen wird mit 35 Jahren die erste Mammographie machen zu lassen.

Bei Männern

  • ab 45: Prostatauntersuchung, äußere Genitalien, Lymphknoten
  • ab 45: Untersuchung der Haut
  • ab 50: Dickdarmuntersuchung, Tastuntersuchung und Test auf Blut im Stuhl, jährlich (einige Kassen übernehmen diese Untersuchung ab 45 Jahren)
  • ab 56: Darmspiegelung (Koloskopie), anstelle der Dickdarmuntersuchungen, 2 mal in 10 Jahren

Verdächtige Muttermale sollten in regelmäßigen Abständen vom Hautarzt kontrolliert werden.

(CI) 13.02.2005

Anzeige