Krankheiten
Darmkrebs
Dabei kann man diesen Krebs bei einer Früherkennungs-Untersuchung nicht nur im Anfangsstadium feststellen, sondern ihn sogar am Entstehen hindern. Bei acht von zehn Patienten entwickelt sich der Tumor aus einem Darmpolypen. Diese Wucherungen befinden sich bei vielen Menschen in der Darmschleimhaut. Sie können durchaus gutartig bleiben oder mutieren. Deswegen sollte man diese potentiellen Krebsvorstufen immer prophylaktisch entfernen - und das kann im Rahmen der normalen Vorsorge geschehen.
Symptome
Auch diese Krebsform zeigt anfänglich keine Symptome. Der Darm meldet sich erst, wenn die Krankheit schon fortgeschritten ist. Zu den typischen Anzeichen gehören Durchfälle und Verstopfungen. Häufig treten diese beiden Störungen im Wechsel auf. Auch krampfartige Bauchschmerzen zählen zu den Beschwerden, die im Verlauf zu Tage treten.
Außerdem verändert sich das Aussehen des Stuhls. Er kann lang und dünn werden. Grund: Durch das Tumorwachstum kommt es zu Engpässen im Darm. Weitere Alarmzeichen sind Schleim- oder Blutbeimengungen im Stuhl. In späteren Stadien droht ein Darmverschluss. Darüber hinaus leiden die Patienten unter allgemeinen Beschwerden wie Müdigkeit, Appetitlosigkeit, Gewichtsverlust und Blutarmut. Betroffen sind überwiegend Menschen ab 50 Jahren.
Ursachen
Wodurch die Krankheit ursächlich hervorgerufen wird, ist nicht bekannt. Es zu einer bösartigen Wucherung der Darmschleimhaut.. Man weiß jedoch, dass dieses Leiden durch verschiedene genetische Faktoren ausgelöst wird. So haben einige Patienten einen Gen-Defekt, das so genannte HNPCC-Syndrom, der zu Darmkrebs führen kann. Bei anderen Menschen kommt es in der Familie zum gehäuften Auftreten von Darmpolypen, den möglichen Krebsvorstufen.
Experten vermuten darüber hinaus, dass eine Ernährung, die zu viel Fett, Fleisch und zu wenig Ballaststoffe enthält, Darmkrebs fördert. Wer häufig stark angebratene, frittierte, gepökelte oder geräucherte Speisen zu sich nimmt, hat ebenfalls ein erhöhtes Risiko. Denn durch diese Zubereitungsarten entstehen krebserregende Substanzen wie Nitrosamine und Acrylamide. Darüber hinaus begünstigen entzündliche Darmerkrankungen wie Colitis ulcerosa oder Morbus Crohn die Entstehung von Darmkrebs. Weitere Risikofaktoren sind Bewegungsmangel, Übergewicht sowie langjähriger Alkohol und/oder Nikotinkonsum.
Diagnose
Zu den ersten Untersuchungsschritten gehört der so genannte Haemoccult-Test. Hierbei wird der Stuhl auf Blutspuren analysiert. Des weiteren erfolgt eine Tastuntersuchung, wobei der Arzt den Enddarm mit dem Finger auf Veränderungen kontrolliert.
Ergeben sich Verdachtsmomente, ist eine Spiegelung des Dickdarms angezeigt. Vor dieser Untersuchung muss der Darm mit Abführmitteln komplett entleert werden. Dann wird ein dünner, biegsamer Schlauch, der mit einer Kamera ausgestattet ist, in den Darm eingeführt. Entgegen der weitverbreiteten Meinung verursacht diese Untersuchung nur selten Schmerzen. Gegebenenfalls kann der Arzt dem Patienten ein Beruhigungsmittel verabreichen. Werden verdächtige Stellen entdeckt, erfolgt die Entnahme einer Gewebeprobe. Darmpolypen, die man während der Untersuchung aufstöbert, werden ebenfalls gleich entfernt.
Tipp: Mittlerweile wurde eine moderne Variante zur klassischen Methode entwickelt. Bei der virtuellen Darmspiegelung wird der Darm von außen per Computer- oder Magnetresonanz-Tomografie untersucht.
Um zu überprüfen, ob sich bereits Metastasen in anderen Körperregionen wie Leber, Lunge oder Knochen gebildet haben, sind weitere Untersuchungen angezeigt. Dazu zählen Ultraschall, Röntgen, Computer-Tomografie und Skelettszintigrafie.
Behandlung
Im Dünndarm kommt es nur selten zu bösartigen Geschwüren. Betroffen sind meist Dick- und Enddarm. Die Therapie richtet sich nach dem Stadium der Krankheit. Standardverfahren ist die Operation. Je nach Befund wird nur ein Teil des Darms herausgeschnitten oder der gesamte Darm. Auch die dazugehörigen Lymphknoten werden entfernt. Manchmal muss ein künstlicher Darmausgang gelegt werden. Dieser ist in einigen Fällen nur vorübergehend, in anderen dauerhaft. Zusätzlich kann vor oder nach dem Eingriff eine Strahlentherapie erfolgen. Hat der Krebs bereits gestreut, ist Chemotherapie angezeigt. Patienten, die sich in einem fortgeschrittenen Stadium befinden, werden zudem mit Antikörpern behandelt. Dadurch lässt sich das Wachstum der Tumore hemmen. Gegen Schmerzen helfen wirksame Schmerzmittel.
Nach erfolgreicher Therapie müssen sich Betroffene während der kommenden 24 Monate alle drei Monate zur Nachsorgeuntersuchung vorstellen. Danach genügt eine Kontrolle im Abstand von sechs Monaten.
Alternative Heilmethoden
Darmkrebs verläuft sehr aggressiv und muss schulmedizinisch behandelt werden. Allerdings können alternative Verfahren in einigen Fällen das Immunsystem stärken und dadurch der Bildung von Metastasen entgegen wirken. Positive Erfahrungen hat man unter anderem mit der Misteltherapie gemacht. Auch Schmerzen lassen sich mindern. Außerdem kann man die Nebenwirkungen von Chemo- und Strahlentherapie auf sanfte Weise lindern.
Vorbeugung
Das A & O der Vorsorge ist die Wahrnehmung der Früherkennungsmaßnahmen. Zu den empfohlenen Untersuchungen gehören:
- ab 40 sollte man den Enddarm einmal pro Jahr vom Arzt abtasten lassen
- ab 45 den Stuhl einmal pro Jahr auf Blutspuren untersuchen lassen
- ab 55 empfiehlt sich eine erste Spiegelung des Dickdarms, die im Abstand von zehn Jahren zu wiederholen ist.
Das genetische Risiko lässt sich mit einem Gentest feststellen. Besteht eine erbliche Vorbelastung, muss man bereits in jüngeren Jahren Kontrolluntersuchungen durchführen lassen. Dieser regelmäßige Check ist für Menschen, deren Angehörige viele Polypen haben, besonders wichtig.
Doch man kann noch mehr tun: Studien zufolge senkt eine gesunde Ernährung das Darmkrebs-Risiko. Vor allem faserreiche Kost sollte auf dem Speiseplan stehen. Sie bindet krebserregende Stoffe im Darm und sorgt dafür, dass diese rasch entsorgt werden. Denn Ballaststoffe quellen im Darm auf. Dadurch wird die Darmmuskulatur anregt, den Stuhl schnell abzutransportieren.
Essen Sie daher viel dunkles Brot, Reis, Vollkornnudeln, frisches Obst und Gemüse sowie Hülsenfrüchte. Auch Trinken hält den Darm fit, denn die Ballaststoffe brauchen Wasser, um aufzuquellen. Fisch ist ebenfalls gesund. Fleisch, vor allem rotes von Schwein oder Rind, sollte dagegen reduziert werden. Gehen Sie mit Fett sparsam um und verwenden Sie vor allem hochwertige Pflanzenöle wie Oliven- oder Rapsöl. Neuesten Untersuchungsergebnissen zufolge soll auch der Verzehr von fettarmer Milch das individuelle Darmkrebs-Risiko senken. Frauen scheinen darüber hinaus von einer hohen Magnesiumaufnahme profitieren.
Vermeiden Sie stark angebratene oder frittierte Speisen, nehmen Sie Alkohol nur in Maßen zu sich und verzichten Sie auf Nikotin. Nach dem Essen empfiehlt sich ein Spaziergang. Überhaupt ist Bewegung gut für die Verdauung, da dadurch die Darmtätigkeit angekurbelt wird.
(CI) 13.02.2005

