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Krankheiten

Brustkrebs (Mammakarzinom)

Wer einen Knoten ertastet, spürt sie sofort: die Angst vor Brustkrebs. Das Mammakarzinom ist die häufigste Krebserkrankung deutscher Frauen. Fast jede neunte Westeuropäerin wird in ihrem Leben damit konfrontiert. Und wohl kaum eine andere Diagnose löst einen größeren Schock aus. Denn der Tumor ist nicht nur lebensgefährlich. Da die Brust das Symbol für Weiblichkeit ist, bedroht diese Krankheit immer auch die Identität der Frau.

Die beste Medizin ist die Früherkennung. Rechtzeitig entdeckt, kann man Brustkrebs heutzutage in den meisten Fällen kurieren. Häufig ist dann auch keine Radikaloperation notwendig und die Brust kann erhalten bleiben. Hat der Krebs jedoch erst einmal gestreut, gilt er als unheilbar.

Wie bei allen anderen Krebsformen, so beginnt auch Brustkrebs mit der Mutation einer Zelle, die sich daraufhin teilt. So wird ein Teufelskreis in Gang gesetzt. Es entstehen immer mehr bösartigen Zellen, die sich weiter vermehren. Irgendwann hat sich aus dieser unkontrolliert wachsenden Wucherung der Brustdrüsenzellen ein Tumor entwickelt, der gesundes Gewebe verdrängt oder zerstört. Meist geschieht dies in der äußeren, oberen Brustregion, die der Achselhöhle am nächsten ist. Außerdem können sich die kranken Zellen über Blutbahnen oder Lymphgefäße im ganzen Körper ausbreiten, wo sie dann beispielsweise in den Knochen oder der Leber Metastasen bilden.

Symptome

Brustkrebs verursacht im frühen Stadium keinerlei Beschwerden. Trotzdem gibt es ein paar Anzeichen, die diese Krankheit ankündigen. Dazu gehören kleine Knoten, die von vielen Frauen bei der gezielten Selbstuntersuchung oder auch ganz zufällig unter der Dusche beim Einseifen aufgespürt werden. Auch wenn sich die Form oder Größe einer Brust verändert, ist das ein Warnsignal.

Weitere Alarmzeichen sind geschwollene Lymphknoten unter der Achsel, plötzliche Überwärmungen, sowie Rötungen, Ekzeme, Schwellungen oder andere Hautveränderungen der Brust, wozu beispielsweise auch die Bildung von Orangenhaut gehört. Eine eingezogene Brustwarze kann ebenfalls auf ein Mammakarzinom hindeuten. Das gilt auch dann, wenn Flüssigkeit aus der Brustwarze austritt.

Checkliste der Symptome:

  • neu aufgetretener Knoten (auch wenn er klein und unscharf begrenzt ist)
  • verhärtete Stellen an der Brust
  • Veränderung der Größe und des Umrisses einer Brust (Seitenvergleich)
  • Knoten in der Achselhöhle
  • geschwollene Lymphknoten
  • plötzliche Überwärmungen, Rötungen oder Ekzeme der Brust
  • unterschiedliches Verhalten der Brüste beim Heben der Arme
  • Vorwölbung oder Verdickung einer Brust
  • Hauteinziehungen
  • Orangenhaut auf der Brust
  • Einziehung oder Hautveränderungen der Brustwarze
  • Flüssigkeit, die aus der Brustwarze austritt
  • Ekzeme an der Brustwarze (blutige Absonderung)
  • Leistungsknick
  • Knochenschmerzen

Ursachen

Die genauen Ursachen sind - wie bei allen anderen Krebsarten - noch nicht bekannt. Krebs entwickelt sich in den meisten Fällen spontan. Die Wissenschaftler gehen allerdings davon aus, dass einige Faktoren das Krebsrisiko erhöhen. Als gesichert gilt das Risiko, wenn mehrere Faktoren zusammen kommen.

Risikofaktoren:

  • Brustkrebsgene in der Familie (Mutter oder Schwester an Krebs erkrankt)
  • Einsetzen der Menstruation vor dem 12. Lebensjahr
  • Später Beginn der Wechseljahre (über 55 Jahre alt)
  • Frauen, die ab 30 Jahren ihr 1. Kind bekommen
  • Kinderlosigkeit
  • Hormontherapien gegen Wechseljahrbeschwerden
  • Falsche, fettreiche Ernährung
  • Übergewicht und zu wenig Bewegung
  • Starker Alkoholkonsum und Rauchen
  • schädliche Umwelteinflüsse wie Schwermetalle oder Strahlungen (häufiges Röntgen)
  • Krebserkrankungen in der eigenen Krankengeschichte (Gebärmutter- und Eierstockkrebs, Dickdarmkrebs)

Außerdem erhöht sich das Risiko mit zunehmendem Alter. Deswegen sind meist Frauen ab 50 betroffen. Doch auch Jugend ist kein absoluter Schutz. Mittlerweile erkranken immer mehr jüngere Frauen an einem Mammakarzinom. Aber auch bei Männern kann es - wenn auch viel seltener - zu Brustkrebserkrankungen kommen.

Diagnose

Viele Frauen scheuen den Besuch beim Arzt, selbst wenn sie durch eine körperliche Veränderung beunruhigt sind. Doch häufig ist die Sorge überflüssig. Oft handelt es sich um eine harmlose Verhärtungen, die durch hormonelle Einflüsse verursacht wird. Manchmal kommt es im Zuge dessen auch zur Bildung von Knötchen und Zysten, die ebenfalls gesundheitlich unbedenklich sind. Allerdings können auch Zysten bösartig werden.

Der Arzt wird Brust und Achselhöhlen zunächst gründlich abtasten. Findet er einen Knoten oder eines der anderen Symptome, geht die Untersuchung weiter. Dabei ist die Mammographie (Röntgenaufnahme) ist zur Zeit noch das wichtigste bildgebende Verfahren. Bei einem unklaren Befund kann eine Ultraschall-Untersuchung (Sonographie) oder eine Magnetresonanztomographie (MRT) Klarheit schaffen.

Neben der klassischen Mammografie gibt es diese Methode mittlerweile auch in digitaler Form. Hier durchleuchtet ein Sensor die Brust. Die Aufnahmen werden am Computerbildschirm eingesehen und ausgewertet. Vorteile: Die Bildqualität ist besser. Außerdem werden die Ergebnisse zweimal untersucht - vom Radiologen und von der Software -und die Röntgenbelastung ist niedriger.

Die Positronen-Emissions-Tomographie (PET) dagegen wird meist erst angewandt, wenn man vermutet, dass der Krebs schon im ganzen gestreut hat.

Außerdem gibt es noch die Lasermammographie. Hierbei wird die Brust mit Laserlicht durchleuchtet. Allerdings ist diese neue Methode in der Erprobungsphase, ihr Nutzen noch nicht erwiesen.

Erhärtet sich der Verdacht nach diesen Methoden, ist eine Biopsie angezeigt. Hierbei wird ein winzig kleines Gewebestück entnommen und auf Krebszellen analysiert. Nur anhand dieser Untersuchung lässt sich mit letztendlicher Sicherheit feststellen, ob es sich um ein gutartige Geschwulst oder einen bösartigen Tumor handelt.


Behandlung

Die Behandlung von Brustkrebs setzt sich meist zusammen aus: Operation, Bestrahlung und die Behandlung mit Medikamenten (z. B. Chemotherapie, Hormontherapie und die Therapie mit Antikörpern). Wurde ein Mammakarzinom entdeckt, muss es operativ entfernt werden. Befindet sich die Krankheit in einem frühen Stadium, kann meist brusterhaltend operiert werden. Anschließend folgt die Strahlenbehandlung, ergänzt von einer kurzzeitigen Chemotherapie oder Langzeittherapie mit Antihormonen.

Auch ist es heutzutage - im Gegensatz zu früher - oft nicht mehr notwendig die Achsellymphknoten vollständig zu beseitigen. Mittlerweile wird meist nur der Wächterknoten entfernt wird. Ist dieser nicht von Krebs befallen, können die restlichen Lymphknoten im Körper verbleiben.

Größere Tumore können vor dem Eingriff mit Hilfe von Strahlentherapie verkleinert werden. Nach der OP erfolgt meist die Bestrahlung. Haben sich bereits Metastasen gebildet, wird im allgemeinen zusätzlich Chemotherapie verordnet.

Darüber hinaus gibt es medikamentöse Therapien, die sich allerdings nur für einen Teil der Patientinnen eignen. Bei jeder dritten Betroffenen bilden weibliche Hormone den Nährboden des Karzinoms. In diesem Fall kann der Tumor durch eine Antihormontherapie quasi ausgehungert werden.

Eine weitere neue Behandlungsmöglichkeit ist die Antikörpertherapie. Sie kommt in 25 bis 30 Prozent aller Fälle in Frage. Voraussetzung: Die Krebszellen müssen bestimmte Andockstellen haben. Trifft das zu, können medikamentöse Antikörper dort andocken und so das Wachstum des Tumors verhindern.

Wurde bei der OP viel Gewebe entnommen oder die Brust entfernt, kann sie anschließend wieder aufgebaut werden. Hier hat die plastische Chirurgie in den letzten Jahren große Fortschritte gemacht. So kann entweder ein Silikonkissen oder Eigengewebe einsetzt werden. Dieses Eigengewebe kann aus dem Bauch entnommen und damit die Brust fast lebensecht wieder aufbaut werden. Die Brustwarze (falls bei der OP entfernt) wird hierbei tätowiert. Vorteil dieser Methode: Der Bauch wird gleichzeitig gestrafft.

Natürlich gehört auch die Nachsorge zur Therapie. Und erst wenn der Krebs fünf Jahre nicht wieder gekommen ist, gilt man als geheilt - muss aber trotzdem weiterhin regelmäßig zur Kontrolle.

Alternative Heilmethoden

Bislang gibt es noch keine alternative Methode, um Krebs zu besiegen. Allerdings können die Schulmedizin nur ergänzen, den Heilungsprozess fördern.
Zum Einsatz kommen vor allem die Misteltherapie (Juli 2005 wurde die erste Studie an der Uniklinik Heidelberg gestartet), Enzyme, Thymus und Zink und Selen. Aber auch Akupunktur, Ozon-/Sauerstoff-/HOT-Therapie, Hydro-/Thermo-/Klimatherapie werden immer häufiger angewandt.

Außerdem sollte man auf eine ausreichende Versorgung mit dem Spurenelement Selen und den Vitaminen C und E achten. Diese Vitalstoffe gelten als Radikalfänger und können krebsauslösende Verbindungen im Körper unschädlich machen. Sie stecken vor allem in rotem Obst und Gemüse. Außerdem sollten Betroffene nach Möglichkeit Sport treiben. Regelmäßige Bewegung stärkt die Abwehrkraft und mindert bestimmte Nebenwirkungen der Chemotherapie. Nicht zuletzt ist eine psychologische Unterstützung sinnvoll. Viele Betroffenen finden darüber hinaus Rat und Halt in einer Selbsthilfegruppe.

Vorbeugung

Längst nicht alle Frauen nehmen die Vorsorge ernst. Ein Fehler, denn je früher der Krebs entdeckt wird, desto größer sind die Heilungschancen. Da jede Frau ihre Brust am besten kennt, kann sie erste Veränderungen am ehesten selbst feststellen.
Folgende Punkte sollten Sie regelmäßig checken:

  • einmal im Monat (am besten nach der Regelblutung) eine Brustkrebs-Selbstuntersuchung - der Gynäkologe zeigt Ihnen wie es geht
  • einmal pro Jahr zur Vorsorge-Untersuchung - wird ab 20 Jahren bezahlt
  • sofort zum Arzt, wenn Sie eine Veränderung (siehe Symptome) bemerken
  • persönliches Risiko mit Arzt checken, wenn Mutter oder Schwester an Krebs erkrankt sind
  • auf Ihr Gewicht achten, Übergewicht ist ein Risikofaktor
  • Immunsystem stärken: Ernähren Sie sich ausgewogen und gesund und treiben Sie Sport
  • Fettarm ernähren, Vitamine und Ballaststoffe zu sich nehmen
  • Phytoöstrogene wirken krebshemmend (in: Soja, Linsen, Erbsen, Bohnen, Vollkorn, Leinsamen, Brokkoli, Weißkohl)
  • wenig oder gar keinen Alkohol
  • Rauchen einschränken
  • Möglichst lange stillen, senkt das Brustkrebsrisiko

Um einen Vergleich für spätere Untersuchungen zu haben, sollte mit 35 eine erste Mammographie durchgeführt werden. Ab 50 muss man dann regelmäßig zur Mammographie. Bei dieser Röntgenuntersuchung kann man auch winzige Knoten und sogar Krebsvorstufen aufspüren, die zu klein sind, als dass man sie ertasten könnte. Frauen mit genetischer Veranlagung sollten diese Untersuchungen schon zu einem früheren Zeitpunkt durchführen.

( CI) 13.02.2005

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