Krankheiten
Röteln (Rubella)
Kinder erkranken zumeist im Alter von drei bis zehn Jahren. Für diese Kinder verläuft die Krankheit meist harmlos. Im Gegensatz zum ungeborenen Kind. Infiziert sich eine schwangere Frau, kann es zu schweren Missbildungen beim Fötus kommen. Die Art der Missbildung richtet sich meist nach dem Zeitpunkt der Infektion.
Im ersten Monat kann es zu Missbildungen an den Augen kommen, im zweiten Monat zu Herzfehlern und Missbildungen im Bereich des Zentralen Nervensystems im dritten Monat zu Innenohrschädigungen. Folgen sind z. B. auch Taubheit, Hörschäden, ein zu kleiner Kopf, geistige Behinderung: Spätfolgen sind Schilddrüsenunterfunktion, Diabetes mellitus. Aus diesem Grund wird bei Schwangeren, die keine Röteln hatten, eine Passiv-Impfung durchgeführt. Wer ein Baby plant, sollte sich untersuchen und gegebenenfalls impfen lassen.
Da die meisten Kinder gegen Röteln geimpft sind, ist die Krankheit recht selten geworden.
Symptome
Die ersten Symptome der Röteln gleichen denen einer Erkältung: Husten, Schnupfen und Bindehautentzündung. Dann schwellen die Lymphknoten im Nacken und hinter den Ohren an und schmerzen.
Zirka zwei Tage später beginnt der Ausschlag (kleine, leicht bräunliche Flecken) hinter den Ohren. Anschließend breiten sie sich Gesicht, Hals, Arme, Beine und den ganzen Körper aus. Kinder haben oft leichtes Fieber. Juckreiz - wie bei Windpocken - tritt kaum und wenn, dann auch nur leicht auf. Nach zwei bis drei Tagen verschwinden die Flecken wieder.
Bei Mädchen (ab 12 Jahren) und Frauen können noch Schwellungen oder Schmerzen in den Gelenken dazu kommen.
In seltenen Fällen und mit zunehmendem Alter kann es zu Komplikationen (Arthritis, Bronchitis, Mittelohr und Gehirnentzündungen, Entzündungen des Herzmuskels oder des Herzbeutels) kommen. Die Gehirnentzündung äußert sich durch Symptome wie Erbrechen, Kopfschmerzen, Verhaltensauffälligkeit und Berührungsempfindlichkeit.
Allerdings kommt es häufig vor, dass überhaupt keine Symptome auftreten. Ein Check durch den Arzt bringt Klarheit.
Ursachen
Röteln werden durch den Rubella-Virus verursacht. Die Viren werden durch Tröpfchen beim Niesen, Sprechen und Husten übertragen. Über die Schleimhäute in Mund und Nase gelangen sie in den Körper und breiten sich aus.
Ansteckend sind Röteln sieben Tage vor Ausbruch und zehn Tage nach Abklingen des Ausschlages. Die Inkubationszeit (von der Ansteckung bis zum Ausbruch) beträgt 14 bis 21 Tage.
Diagnose
Der Arzt stellt die Diagnose anhand der angeschwollenen Lymphknoten und des Ausschlags. Allerdings ähnelt der Ausschlag dem von Scharlach. Bei unklarer Diagnose bringt die Laboruntersuchung Klarheit. Entweder wird eine Kultur angelegt oder gentechnische Verfahren weisen den Virus (oder die vom Virus gebildeten Antikörper) im Blut nach. Es ist mittlerweile sogar möglich den Virus im Fruchtwasser einer Schwangeren oder im Blut des Embryos nachzuweisen.
Behandlung
Die Krankheit selbst kann nicht behandelt werden, nur die Symptome. Bettruhe ist die beste Medizin. Bei Fieber können fiebersenkende Mittel gegeben werden. Antibiotika sollten nur verabreicht werden, wenn eine Mittelohrentzündung als Komplikation auftritt. Andere Komplikationen werden mit den für die Krankheit betreffenden Medikamenten behandelt. Nach der Krankheit besteht lebenslange Immunität (Schutz).
Alternative Heilmethoden
Das Fieber kann man auch mit Wadenwickel oder Fiebertee bekämpfen.
Herstellung Fiebertee:
20 g Lindenblüten, 20g Holunderblüten und 20g Spierblüten mischen. Einen Teelöffel der Mischung in eine Tasse geben, mit kochendem Wasser überbrühen, 5 Minuten ziehen lassen, abfiltrieren. Zum Süßen können Sie etwas Honig hinzugeben. Dreimal täglich eine Tasse schluckweise nach den Mahlzeiten trinken.
Vorbeugung
Gegen Röteln gibt es eine Schutzimpfung (im Alter von 10 bis 15 Monaten) in der Kombination mit Mumps und Masern. Die Wiederholung der Impfung sollte im Alter von zwei Jahren erfolgen. Wurde der Termin verpasst, sollte die Wiederholung vor dem 18. Lebensjahr stattfinden.
Wichtig: Bei einer Eiweißallergie sollte ein eiweißfreier Impfstoff verwendet werden. Ob diese Allergie vorliegt, kann durch einen so genannten Prick-Test geklärt werden.
Einen 100prozentigen Schutz bietet die Impfung nicht, allerdings wird der Ausbruch abgeschwächt.
( CI) 13.02.2005

