Krankheiten
Mumps, Ziegenpeter (Parotitis epidemica)
Auch Mumps ist, wie viele andere Infektionskrankheiten, weltweit verbreitet, tritt aber oft epidemienartig im Frühjahr, Herbst und Winter auf. Wer an Mumps erkrankt war, ist lebenslang immun.
Symptome
Mumps kann extrem unterschiedlich verlaufen. Es beginnt aber meist mit Fieber und allgemeinem Krankheitsgefühl (ähnlich wie bei Erkältungskrankheiten) mit Frösteln, Kopf- und Gliederschmerzen und Appetitlosigkeit. Nach einem bis zwei Tagen kommen Schluckbeschwerden hinzu und die Ohrspeicheldrüsen schwellen an, das verursacht die typische dicke Backe (oft einseitig links). Sie wird im Volksmund auch Hamsterbacke genannt. Schwillt auch die zweite Seite an, geschieht dies nach einem bis drei Tagen. Am zweiten Tag ist die Schwellung am stärksten und die Temperatur kann weiter auf 39,5 bis 40°C steigen.
Treten Komplikationen auf, kommen bei der Bauchspeicheldrüse Bauchschmerzen, Appetitlosigkeit, Erbrechen und Butterstuhl hinzu. Bei einer Meningitis sind es Kopfschmerzen und Nackensteife. Greifen die Viren die Keimdrüsen an, kann es zur Hoden- oder Eierstockentzündung kommen. Diese können in seltenen Fällen zur Unfruchtbarkeit führen.
Bei 50 Prozent der Patienten kann auch eine Hirnhautentzündung auftreten, die jedoch meist harmlos verläuft. Viel seltener, aber wesentlich gefährlicher ist die Gehirnentzündung mit anschließenden Krämpfen oder verlangsamten Bewegungen.
Allerdings ist Mumps die häufigste Ursache für Schwerhörigkeit.
Ursachen
Verursacht wird Ziegenpeter durch den gleichnamigen Mumps-Virus. Er verbreitet sich durch Tröpfcheninfektion beim Niesen, Sprechen und Husten und ist hochgradig ansteckend. Bei Mumps können die Viren auch durch direkten Körperkontakt oder indirekt übertragen werden. Indirekt zum Beispiel über infiziertes Spielzeug. Die Viren befinden sich nicht nur im Schleim des Mund- und Nasenbereiches (z. B. Spucke), sondern auch im Urin des Kranken.
Die Inkubationszeit (zwischen Ansteckung und Ausbruch der Krankheit) beträgt zwei bis drei Wochen. Die Ansteckungsgefahr besteht ab drei Tage vor Beginn der Schwellung der Ohrspeicheldrüse bis neun Tage danach. Babys bis 12 Monate sind meist durch die Antikörper der Mutter geschützt.
Diagnose
Mumps kann durch den Arzt einfach erkannt werden, die typische dicke Backe erleichtert die Diagnose. Hatte der Patient vorher Kontakt mit einer Person, die an Ziegenpeter erkrankt war, ist die Diagnose noch einfacher. Sicherheit gibt allerdings eine Laboruntersuchung, bei der nachgewiesen wird, ob sich im Körper sogenannte Antikörper (Abwehrstoffe des Körpers gegen den Virus) befinden. Diese zeigen sich im Blut, Urin, Gehirn- und Rückenmarksflüssigkeit. Der Virus kann bereits sechs Tage vor Ausbruch der Krankheit nachgewiesen werden.
Es besteht Meldepflicht.
Behandlung
Wie bei den meisten Infektionskrankheiten, können nur die Beschwerden behandelt werden, nicht aber das Virus selbst. Viel trinken, Bettruhe und Kühlung der Ohrspeicheldrüsen sind die vorrangigen Maßnahmen. Wegen der Schluckbeschwerden ist leicht verdauliche, breiige Kost die beste Ernährung. Meiden Sie Fett und Saures. Manchmal werden nur schmerzlindernde und fiebersenkende Medikamente verabreicht. Wichtig ist auch die Mundhygiene (Zähne putzen, Mund spülen).
Kommen allerdings Komplikationen hinzu, werden diese entsprechend therapiert. Bei einer Bauchspeicheldrüsenentzündung wird ein Krankenhausaufenthalt notwendig. Grund: Es muss auf künstliche Ernährung umgestellt werden.
Alternative Heilmethoden
Bei Ziegenpeter können einige Beschwerden mit Hausmitteln gelindert werden. Die "Hamsterbacke" versorgt man am besten mit Umschlägen (z. B. Quark-Halswickel). Ob kalt oder warm ist vom Kind abhängig. Bei dem einen hilft die kalte, beim anderen die warme Variante. Steigt das Fieber, helfen Wadenwickel oder Fiebertees.
Herstellung Fiebertee:
20 g Lindenblüten, 20g Holunderblüten und 20g Spierblüten mischen. Einen Teelöffel der Mischung in eine Tasse geben, mit kochendem Wasser überbrühen, 5 Minuten ziehen lassen, abfiltrieren. Zum Süßen können Sie etwas Honig hinzugeben. Dreimal täglich eine Tasse schluckweise nach den Mahlzeiten trinken.
Vorbeugung
Auch gegen Mumps gibt es eine Schutzimpfung (in Kombination mit der Masern- und Rötelnimpfung). Geimpft wird normalerweise ab dem 12. Monat, die zweite Impfung sollte vor der Einschulung geschehen. Vor allen Dingen bei Kindern, bei denen die Impfung nicht angeschlagen hat.
Wichtig: Bei einer Eiweißallergie sollte ein eiweißfreier Impfstoff verwendet werden. Ob diese Allergie vorliegt, kann durch einen so genannten Prick-Test geklärt werden.
Einen 100prozentigen Schutz bietet die Impfung nicht, allerdings wird der Ausbruch abgeschwächt.
( CI) 13.02.2005

