Krankheiten
Hämorrhoiden
Bemerkbar machen sich Hämorrhoiden erst, wenn sie sich, ähnlich wie Krampfadern, krankhaft vergrößern. Die geschwollenen Venen im Rektum- und Anusbereich sind zwar nicht gefährlich, aber ziemlich unangenehm.
Symptome
1. Stadium: Die Hämorrhoiden machen sich zunächst als Juckreiz in der Afterregion bemerkbar. Die geschwollenen Gefäßpolster sind sehr empfindlich. Harter Stuhl kann zu blutenden Verletzungen führen. Das helle Blut wird mit dem Kot ausgeschieden.
Übrigens: Blutungen und Juckreiz können in allen Stadien auftreten.
2. Stadium: Die Hämorrhoiden sind soweit angeschwollen, dass man sie bereits ertasten kann. Eventuell werden sie beim Stuhlgang aus dem Anus herausgepresst. Sie ziehen sich anschließend von alleine wieder zurück. Tun sie dies nicht, kann der Betroffene die Gefäßpolster mit dem Finger zurückschieben. Das Heraustreten der Hämorrhoiden bezeichnet man als Vorfall bzw. Prolaps. So ein Hämorrhoiden-Vorfall kann Schmerzen verursachen, vor allem beim Stuhlgang.
3. Stadium: Die Gefäßpolster sind so erweitert, dass sie bei jedem Stuhlgang nach außen treten. Sie ziehen sich nicht von alleine zurück und müssen zurückgeschoben werden.
4. Stadium: Die Hämorrhoidenknoten lassen sich jetzt nicht mehr mit dem Finger in den Enddarm drücken.
Mögliche Komplikationen
Werden die Hämorrhoiden verletzt, z. B. durch starkes Pressen beim Stuhlgang, können Blutungen auftreten. Diese können aber unter Umständen so heftig sein, dass sie behandelt werden müssen. Gefährdet sind unter anderem Patienten, die unter Bluthochdruck leiden.
Im fortgeschrittenen Stadium können herausgetretene Hämorrhoidenknoten nicht nur heftige Schmerzen hervorrufen, sondern auch einen Blutstau. Dadurch können sich im Schwellkörper Blutgerinnsel (Thrombosen) bilden, die zu einem schmerzhaften Venenverschluss führen.
Hämorrhoiden werden meist von Nässen und Juckreiz in der Afterregion begleitet. Wundreiben und Kratzen können Infektionen, eitrige Abszesse und Analfisteln (entzündete Gänge im Afterbereich) verursachen.
Ursachen
Ursache Nummer eins ist Verstopfung (Obstipation). Darmträgheit wird meist durch ungesunde Ernährung und mangelnde Bewegung hervorgerufen. Damit sich der Darm entleert, pressen Betroffene beim Toilettengang häufig besonders heftig. Dadurch wird vermehrt Blut in die Schwellpolster gedrückt. Folge: Die Gefäße im Enddarmbereich schwellen an.
Weitere mögliche Auslöser sind Übergewicht, Schwangerschaft, häufiger Gebrauch von Abführmitteln, regelmäßiger Genuss von Nikotin, Alkohol und anregenden Nahrungsmitteln (Kaffee, Tee, Cola etc.) sowie Bindegewebsschwäche. Für Letzteres besteht häufig eine familiäre Veranlagung.
Diagnose
Für Beschwerden im Enddarmbereich ist der Proktologe der ideale Facharzt. Aufgrund der eindeutigen Symptome wird er zunächst eine Tastuntersuchung durchführen. Zur Absicherung der Diagnose kann eine Enddarmspieglung (Rektoskopie) durchgeführt werden.
Wichtig: Blutungen im Stuhl sind nicht nur ein Symptom für Hämorrhoiden. Andere mögliche Ursachen (z. B. Mastdarmkrebs) müssen ausgeschlossen werden.
Behandlung
Medikamentöse Behandlung
Im Anfangsstadium können Zäpfchen, Salben oder Cremes typische Beschwerden wie Schmerzen, Juckreiz und Entzündungen lindern. Vorsicht ist bei kortisonhaltigen Medikamenten geboten. Diese dürfen nur kurzfristig angewendet werden, da sie die Infektionsanfälligkeit der Schleimhaut vergrößern (z. B. für Pilzinfektionen).
Nichtmedikamentöse Behandlung
Jede Hämorrhoiden-Therapie sollte mit einer entsprechenden Lebensänderung einhergehen. Eine ballaststoffreiche Ernährung und viel Flüssigkeit machen den Stuhl weicher. So werden Verletzungen der empfindlichen Schwellkörper vermieden.
Ein verspannter Schließmuskel kann zu unangenehmen Blutstauungen in den Hämorrhoiden führen. Mit Hilfe eines Analdehners kann der Schließmuskel gelockert werden. Das Blut in den Gefäßpolstern fließt besser ab, und die Schwellung geht zurück. Der kegelförmige Analdehner wird etwa zwei- bis dreimal täglich in den Anus eingeführt und verbleibt dort für mehrere Minuten. Auf die Kegelspitze kann zusätzlich eine lindernde Hämorrhoidensalbe aufgetragen werden.
Operative Behandlung
Ligatur (Abbinden):
Hierbei werden vergrößerte Hämorrhoiden mit einem Gummiring abgebunden. Dadurch wird die Blutversorgung unterbrochen, und das Gewebe stirbt nach einigen Tagen ab. Totes Gewebe und Gummiring werden vom Körper abgestoßen und mit dem Stuhl ausgeschieden.
Veröden (Sklerosierung):
In die Hämorrhoiden wird ein gefäßschrumpfendes Mittel gespritzt.
Hämorrhoidektomie:
Bei Hämorrhoiden im dritten und vierten Stadium lässt sich eine chirurgische Entfernung der geschwollenen Gefäßpolster meist nicht mehr vermeiden. Der kurze Routineeingriff wird in der Regel unter Voll- oder Rückenmarksnarkose durchgeführt.
Alternative Heilmethoden
Vor allem pflanzliche Heilmittel (Phytotherapie) haben sich bei der Behandlung von Hämorrhoiden bewährt. So wirken z. B. Kamille, Arnika, Hamamelis (Zaubernuss) und Teebaumöl nicht nur entzündungshemmend, sondern auch juckreizstillend. Die natürlichen Wirkstoffe können als Salbe, Zäpfchen oder Sitzbad verabreicht werden. Sitzbäder mit Eichenrinde wirken schmerzlindernd.
Neben der Phytotherapie werden noch andere alternative Behandlungsformen erfolgreich eingesetzt, wie Homöopathie, Kneippbehandlungen (kalte Sitzbäder) oder Heilmethoden der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM).
Vorbeugung
Sie können einiges dafür tun, um Hämorrhoiden vorzubeugen. Vor allem müssen Sie Verstopfungen vermeiden.
Darauf sollten Sie achten:
- Ernähren Sie sich gesund. Wichtig sind vor allem Ballaststoffe und viel Flüssigkeit (mindestens zwei Liter täglich). Das regt die Verdauung an und macht den Stuhl weich.
- Bewegen Sie sich regelmäßig. So kommt Ihr Darm in Schwung, und die Durchblutung wird angeregt (auch in den Gefäßpolstern).
- Reduzieren Sie Ihr Übergewicht. Die überflüssigen Kilos begünstigen die Hämorrhoidenbildung.
- Abführmittel sind nur eine kurzfristige Hilfe bei Verstopfung. Auf Dauer verstärken sie die Darmträgheit und können zu Folgeerkrankungen führen, z. B. Stoffwechsel- oder Herzrhythmusstörungen.
- Achten Sie auf einen regelmäßigen Stuhlgang. Wenn Sie einen entsprechenden Drang spüren, sollten Sie auch gleich die Toilette aufsuchen. Ganz wichtig: Pressen Sie den Stuhl nicht mit aller Gewalt heraus.
(CI) 12.12.2005

