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Krankheiten

Fettleber (Hepar adiposum)

Unsere Leber leistet hervorragende Arbeit als Entgiftungsorgan. Sie baut Schadstoffe ab oder wandelt sie in unschädliche Substanzen um. Bei einer Überlastung der Leber kommt es zu einer Fettansammlung in den Leberzellen. Es bildet sich die so genannte Fettleber.

Vor allem die westlichen Industrieländer sind von dieser Erkrankung betroffen. Die Gründe dafür sind unter anderem übermäßiger Alkoholkonsum und starkes Übergewicht (Adipositas). Die Fettleber wird meist mit einer Umstellung der Lebensgewohnheiten behandelt. Ist diese Therapie nicht erfolgreich, kann sich eine Fettleberhepatitis, schlimmstenfalls eine Leberzirrhose (Schrumpfleber) bilden.

Symptome

Eine Fettleber zeigt kaum Beschwerden. Die Verfettung vollzieht sich schleichend. Vergrößert sich die Leber aufgrund der Fettansammlungen, kann der Patient ein Druck- und Völlegefühl auf der rechten Oberbauchseite verspüren. Abhängig von der Lebervergrößerung können hier auch Schmerzen auftreten.

Mögliche Symptome einer entzündlichen Fettleber (Fettleberhepatitis = Steatosis Hepatitis) sind unter anderem Übelkeit, Erbrechen, Fieber, rechtsseitige Oberbauchschmerzen, Vergrößerung von Milz und Leber, Flüssigkeitsansammlung in der Bauchhöhle (Bauchwassersucht) sowie Gelbfärbung der Haut als Folge einer Gelbsucht (Ikterus).

Ursachen

Jeden Tag wird die Leber mit Schadstoffen bombardiert. Dazu gehören unter anderem Alkohol, Fette, Medikamente oder Gifte. Wird sie in ihrer Entgiftungsfunktion überfordert, verbraucht das Organ übermäßig viel Sauerstoff. Dieser enorme Sauerstoffverbrauch behindert jedoch die Fettbrennung in der Leber. Folge: Es lagern sich Fette in den Leberzellen ab. Ist von diesen Fettablagerungen mehr als die Hälfte aller Leberzellen betroffen, spricht man von einer Fettleber.

Mögliche Auslöser sind:

  • Alkoholmissbrauch (häufigste Ursache)
  • bestimmte Medikamente, wie z. B. Kortison oder Tetrazyklin (Antibiotikum)
  • Diabetes
  • Fettsucht (Adipositas)
  • Fettstoffwechselstörung (Hyperlipoproteinämie)
  • die Erbkrankheit Morbus Wilson (Kupferspeicherkrankheit)
  • Eiweißmangelernährung (tritt meist nur in Entwicklungsländern auf)
  • Schwangerschaft (eher selten)

Komplikationen

Eine Fettleber und Fettleberhepatitis können eine Leberzirrhose (Leberschrumpfung) verursachen. Das ist vor allem dann der Fall, wenn die Lebererkrankung die Folge von jahrelangem Alkoholmissbrauch ist. Die Leber schrumpft und verhärtet sich. Schlimmstenfalls droht ein lebensgefährliches Versagen des wichtigen Entgiftungsorgans.

Diagnose

Im Vordergrund steht zunächst das Patientengespräch. Wichtig sind hier Ess- und Trinkverhalten (Alkoholismus). Auch die Krankengeschichte (Anamnese) spielt eine entscheidende Rolle: Nimmt der Betroffene regelmäßig leberschädigende Medikamente ein? Leidet er an Übergewicht oder Diabetes?

Es kann eine Blutuntersuchung mit Bestimmung der Leberenzymwerte durchgeführt werden. Die Laborergebnisse alleine sind nicht aussagekräftig genug. Die Diagnose wird unterstützt durch eine Ultraschalluntersuchung (Sonographie). So lässt sich eine Vergrößerung der Leber erkennen. Die Verfettungsursache lässt sich jedoch nur anhand einer Punktion feststellen. Dabei wird mit einer dünnen Hohlnadel in die Leber gestochen und ein Stück Gewebe entnommen. Die Gewebeuntersuchung (Histologie) gibt Aufschluss über die Art der Leberschädigung (Fettleber, Fettleberhepatitis, Leberzirrhose).

Behandlung

Die Therapie ist abhängig von der Ursache. So muss z. B. bei einer Diabetes der Blutzucker entsprechend eingestellt werden. Ist starkes Übergewicht der Auslöser, muss mit einer individuellen Ernährungs? und Bewegungstherapie eine Gewichtsreduktion herbeigeführt werden.

Nimmt der Patient leberschädigende Präparate, sollte eventuell über einen Medikamentenwechsel nachgedacht werden. Bei einer alkoholbedingten Fettleber muss der Alkoholgenuss stark eingeschränkt, besser ganz eingestellt werden. Unter Umständen soll sich der Patient einem Entzug unterziehen.

Alternative Heilmethoden

Eine gesunde Lebensweise ist sehr wichtig für die Leber. Daher eignen sich alternative Heilmethoden, die sich der Ernährung widmen und Therapien wie Kneipp, Traditionelle Chinesische Medizin. Auch zahlreiche pflanzliche Heilmittel (z. B. Berberitze, Mariendistel) oder homöopathische Präparate (z. B. potenziertes Schöllkraut) können unterstützend eingenommen werden.

Entspannungstechniken, wie z. B. Meditation, Muskelentspannung nach Jacobsen, Tai Chi (Schattenboxen) oder Yoga, können Entzugserscheinungen mildern.

Vorbeugung

Die beste Vorbeugung ist eine gesunde Lebensweise. Dazu gehört eine ausgewogene Ernährung (wenig Fett) und regelmäßige Bewegung. Alkohol sollten Sie nur in Maßen und möglichst nicht regelmäßig genießen.

(CI) 13.02.2005

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