Krankheiten
Blutarmut (Anämie)
Eine Anämie kann beispielsweise durch Fehlernährung, genetische Veranlagung oder als Folge einer anderen Krankheit entstehen. Die weltweit am meisten verbreitete Form ist die Eisenmangelanämie. Etwa 80 Prozent aller Anämien gehen auf Eisenmangel zurück.
Symptome
Egal um welche Anämieform es sich handelt, das äußere Grunderscheinungsbild der Erkrankung ist zunächst immer gleich. Durch die Unterversorgung des Körpers mit Sauerstoff sehen die Patienten sehr blass aus. Auch sind sie nur wenig belastbar, ermüden rasch, reagieren überempfindlich auf Kälte, klagen über Atemnot, Herzrasen und Schwindelgefühl. Weitere typische Krankheitsmerkmale sind brüchige Haare und Nägel.
Daneben weisen die einzelnen Anämieformen mit zunehmender Dauer und Ausprägung des Eisenmangels weitere charakteristische Symptome auf. So deuten aufgerissene Mundwinkel und Zungenbrennen beispielsweise auf Eisenmangel hin. Vitamin B12-Mangel geht mit Gelbfärbung der Haut und Nervenstörungen einher. Bei Patienten auf, die an einer hämolytischen Anämie leiden, kommt es ebenfalls zu Gelbsucht.
Ursachen
Blutarmut kann verschiedene Auslöser haben. Diese lassen sich grob in folgende drei Gruppen einteilen:
* Starke Blutverluste, ausgelöst durch eine Verletzung, ein chronisch blutendes Magengeschwür oder heftige Regelblutungen (Menstruation)
* Gestörte Bildung von roten Blutkörperchen, hervorgerufen durch Eisenmangel oder Knochenmarkserkrankungen
* Beschleunigter Abbau von roten Blutkörperchen. Die häufigsten Ursachen hierfür sind chronische Infektionen und bestimmte Erbkrankheiten.
Eisenmangelanämie wird vor allem durch massiven Blutverlust ausgelöst. Das passiert beispielsweise schon durch lange anhaltendes oder häufig auftretendes Nasenbluten. Auch als Folge von Magengeschwüren, bei Infektionen oder bösartigen Tumoren tritt eine Eisenmangelanämie auf.
Verletzungen und Operationen lösen in seltenen Fällen akuten Blutverlust aus, so dass dem Körper Eisen für die Produktion der roten Blutkörperchen fehlt. Zudem stehen insbesondere Frauen aufgrund ihrer Regelblutungen (Menstruation) häufig an der Schwelle zum Eisenmangel.
Eine weitere Form der Blutarmut ist die so genannte ?perniziöse Anämie" (zugehörig zur Gruppe der Megaloblastären Anämie), bei der in der Magenschleimhaut ein spezieller Transportstoff fehlt. Ohne diesen kann aber kein Vitamin B 12 aufgenommen werden. Eine zweite ernährungsbedingte Unterart der Megaloblastären Anämie entsteht durch Folsäuremangel.
Darüber hinaus können unter Umständen auch chronische Krankheiten in die Produktion der roten Blutkörperchen eingreifen und eine Senkung des Sauerstoffgehaltes im Körper verursachen. Dazu zählen unter anderem Niereninsuffizienz, Infektionen, Entzündungen, Krebs und AIDS.
Von Hämolytischer Anämie spricht man, wenn die Zahl der roten Blutkörperchen zu niedrig ist und sie zu schnell angebaut werden. Neben gewissen Erbkrankheiten (Sichelzellanämie, Thalassämie) lösen auch Einflüsse von außen wie beispielsweise Malariaerreger, Chemikalien wie Blei und Arsen oder auch bestimmte Arzneistoffe die Hämolytische Anämie aus. Diese Form tritt jedoch nur selten auf.
Diagnose
Nicht jeder blasse Patient, der über Kopfschmerzen und Schwindelgefühl klagt, muss zwingend unter einer Anämie leiden. Ob das der Fall ist oder nicht, muss ein Facharzt beurteilen. Diesem stehen eine ganze Reihe von Untersuchungsmethoden zur Verfügung. Zuerst wird eine Blutuntersuchung angeordnet. Lässt sich ein verminderter Hämoglobinwert feststellen, werden zur weiteren Bestimmung unter anderem Blutwerte wie Eisen, Vitamin B 12 und Folsäure gemessen. Nur selten wird eine Spiegelung des Magen-Darm-Traktes oder die Entnahme einer Gewebsprobe notwendig.
Behandlung
Die Therapie hängt von der Ursache der Anämie ab und fällt dementsprechend unterschiedlich aus. Die meisten Formen von Blutarmut lassen sich in der Regel durch die Einnahme von Medikamenten behandeln.
Bei zu starken Regelblutungen wird eine Hormontherapie angeordnet. Bei Mangelanämien reicht häufig die Verabreichung von Eisen, Vitamin B12 oder Folsäure als Tabletten oder Injektionen. Einseitige Ernährung behebt man zudem unterstützend durch eine spezielle Diät. So ist bei Vitamin B 12 Mangel und auch beim Folsäuremangel eine abwechslungsreiche Kost mit Fisch, Fleisch, Obst und frischem Gemüse angeraten. Bei Eisenmangel sollten viel Hülsenfrüchte und auch Roggen auf dem Speiseplan stehen und auf schwarzen Tee möglichst verzichtet werden.
Bei plötzlichem hohem Blutverlust oder schwerer Anämie ist allerdings eine Bluttransfusion die einzige zuverlässige Methode. Bei blutenden Darmpolypen oder blutenden Geschwüren hilft unter Umständen nur eine operative Entfernung.
Alternative Heilmethoden
Jeder Verdacht auf Anämie gehört in die Behandlung eines Arztes. Betroffene können jedoch Therapie begleitend eine Menge tun, um das allgemeine Wohlbefinden zu verbessern. So wirken sich gezielte Entspannungsphasen im Tagesablauf positiv auf den angeschlagenen Organismus aus. Wichtig ist es auch, mit den eigenen Kräften gut zu haushalten. So lassen sich viele Arbeiten im Sitzen verrichten. Ferner unterstützen regelmäßige Mahlzeiten sowie ausreichende Flüssigkeit, mindestens zwei Liter pro Tag, den Heilungsprozess.
Vorbeugung
Mangelanämien begegnet man mit einer ausgewogenen, vollwertigen und vor allem auch eisenreichen Ernährung. Eisen steckt in Fleisch, aber auch in Vollkornprodukten und Gemüsesorten wie Mangold, Schwarzwurzeln, Spinat, Erbsen oder Bohnen. Tipp: Der Körper kann Eisen besser aufnehmen kann, wenn er gleichzeitig Vitamin C bekommt. Man sollte daher auÃerdem auch immer Vitamin-C-Reiche Lebensmittel wie Orangensaft, Paprika, verschiedene Kohlgemüse oder Johannisbeeren essen. Vor allem Schwangere müssen auf eine gute Versorgung achten, da der Körper in dieser Lebensphase viel Eisen und Folsäure benötigt. Gegen viele Anämieformen gibt es jedoch keine Vorbeugung.
(CI) 16.12.2005

