Krankheiten
Akutes Nierenversagen (akute Niereninsuffizienz)
Die Nieren dienen uns in erster Linie als "Müllabfuhr". Sie sorgen dafür, dass körpereigene und fremde Giftstoffe über den Urin ausgeschieden werden. Darüber hinaus regeln die beiden Ausscheidungsorgane den Wasser- und Salzhaushalt. Und: In den Nieren werden wichtige Hormone produziert, die unter anderem den Blutdruck und die Blutbildung beeinflussen.
Verschiedene Gründe können dazu führen, dass sie ihren Dienst einstellen. Nicht selten verschlechtert sich die Arbeit der Nieren langsam im Zuge einer schleichenden Arzneimittelvergiftung. Häufig passiert dies aber auch plötzlich, infolge von Unfällen oder schweren Operationen, die mit hohem Blutverlust einher gehen.
Symptome
Versagen die Nieren sammeln sich die Schadstoffe im Körper an. Dies äußert sich zunächst in unauffälligen Beschwerden wie Müdigkeit, Brechreiz, Konzentrations- und Bewusstseinsstörungen. In den meisten Fällen kommt es außerdem zu einer starken Abnahme der Harnausscheidung - und dass, obwohl die Betroffenen ausreichend trinken. Durch die überschüssige Flüssigkeit bilden sich Ödeme (Wasseransammlungen) in Armen und Beinen.
Später füllen sich auch Organe wie die Lunge mit Wasser, was zu Atemnot führt. Darüber hinaus steigt der Kaliumspiegel im Blut, wodurch lebensgefährliche Herzrhythmusstörungen ausgelöst werden können.
Ursachen
Akutes Nierenversagen hat verschiedene Auslöser. Deswegen wurde die Krankheit in folgende drei Formen unterteilt:
Prärenales Nierenversagen
Bei dieser häufigsten Form des Nierenversagens ist die Durchblutung der Nieren gestört. Dieses Krankheitsbild tritt meist infolge von Unfällen oder schweren Operationen auf, die zu einem hohen Blut- oder Wasserverlust führen.
Darüber hinaus können bestimmte Medikamente wie Schmerz-, Blutdruck-, Röntgenkontrastmittel oder Antibiotika die Durchblutung der Nieren einschränken. In seltenen Fällen steckt auch eine Blutvergiftung oder eine Herzinsuffizienz hinter der Funktionsstörung.
Hinweis: Bei älteren Menschen machen die Nieren häufig schlapp, weil sie zu wenig trinken und gleichzeitig entwässernde Tabletten einnehmen.
Renales Nierenversagen
Beim renalen Nierenversagen ist das Nierengewebe geschädigt. Das kann durch Entzündungen, Infektionen, Arzneimittel, Gifte oder allergische Reaktionen hervorgerufen werden.
Postrenales Nierenversagen
Hierbei ist der Abfluss des Harns gestört oder blockiert. Als Auslöser dafür kommen unter anderem Nierensteine, Harnröhrenverengungen, Tumore oder Prostatavergrößerungen in Frage.
Diagnose
Zunächst wird die Menge des Harns gemessen. Außerdem wird die Zusammensetzung des Urins untersucht. Auch Blutproben werden entnommen. Darüber hinaus können Ultraschall- und Röntgenuntersuchung zum Einsatz kommen. Weitere Diagnosemöglichkeiten sind Computertomografie (CT) und Magnetresonanztomografie (MRT). Häufig ist auch die Entnahme einer Gewebeprobe notwendig.
Behandlung
Auf jeden Fall ist Eile geboten. Denn akutes Nierenversagen ist lebensgefährlich. Zunächst muss allerdings ermittelt werden, um welche Form es sich handelt. Denn erst wenn die Ursache fest steht, kann man entsprechende Maßnahmen ergreifen und beispielsweise nierenschädigende Medikamente absetzen.
Darüber hinaus kommen wassertreibende Medikamente zum Einsatz, um die Nieren zu entgiften und überschüssige Flüssigkeit aus dem Körper zu schwemmen. Mit Infusionen oder Arzneimittel kann darüber hinaus der Elektrolythaushalt ausgeglichen werden. Häufig müssen die Patienten zudem mehrere Liter am Tag trinken.
Schlägt keine Therapie an, werden die Betroffenen an ein Dialysegerät angeschlossen, das zeitweise die Ausscheidung der Giftstoffe übernimmt. Im allgemeinen erholen sich die Nieren erstaunlich schnell, ohne dass bleibende Schäden zurückbleiben. In seltenen Fällen muss jedoch eine Dauerdialyse eingeleitet werden. Bei stark geschwächten Patienten, die beispielsweise gerade eine schwere Operation hinter sich haben, kann akutes Nierenversagen aber auch tödlich enden.
Alternative Heilmethoden
Es gibt bislang keine alternativen Behandlungsmöglichkeiten.
Vorbeugung
Damit die Nieren fit bleiben, ist es wichtig genügend trinken. Zwei Liter pro Tag sollten es mindestens sein - am besten Wasser und ungesüßte Früchte- oder Kräutertees. Insbesondere ältere Menschen müssen auf ihre Flüssigkeitszufuhr verstärkt achten, da das Durstgefühl im Alter nachlässt.
Außerdem ist es ratsam mit der Einnahme von nicht verordneten Arzneimitteln vorsichtig umzugehen. Um seine Nieren zu schützen, sollte man häufigeren Medikamenten-Konsum daher stets mit dem Hausarzt abklären. Bei langfristigen medikamentösen Therapien ist es außerdem empfehlenswert, die Funktion der Nieren überwachen zu lassen und gegebenenfalls auf alternative Verfahren auszuweichen. Gerade in der Behandlung von chronischen Schmerzen kennt die Naturheilkunde wirksame Methoden.
Tipp: Auch die frühzeitige Behandlung von Diabetes oder Bluthochdruck kann der Entstehung einer Nierenschwäche vorbeugen.
(CI) 13.02.2005

