Krankheiten
Bilharziose (Schistosomiasis)
Erreger der Krankheit sind Pärchenegel, die sogenannten Schistosomen. Die kleinen Saugwürmer brauchen den Mensch oder ein Tier als Wirt. Die Infektion erfolgt über den Kontakt mit verseuchtem Süßwasser. Wird die Bilharziose nicht rechtzeitig behandelt, kann sie zu schweren chronischen Entzündungen innerer Organe führen.
Die Tropenkrankheit ist in Afrika, Ost- und Südostasien, sowie in Mittel- und Südamerika verbreitet.
Symptome
Die ersten Beschwerden zeigen sich schon ein paar Stunden nach der Infektion. Das gewebeauflösende Enzym der Pärchenegel ruft eine akute Hautentzündung hervor, die Zerkarien-Dermatitis. Begleitet wird der Ausschlag von heftigem Juckreiz und oft lebensbedrohlich hohem Fieber.
Diese Symptome klingen etwa ein bis zwei Wochen später ab. Doch die nächsten Beschwerden lassen nicht lange auf sich warten. Etwa nach drei bis 12 Wochen wird der Patient von dem Katayama-Fieber heimgesucht. Es tritt parallel zur Eiablage der Egel auf. Das Ausmaß ist davon abhängig, wo die Eier abgelegt werden und wie schwer der Wurmbefall ist.
Neben hohem Fieber kann es zu Kopfschmerzen, Schüttelfrost und Husten kommen. Außerdem schwellen Lymphknoten, Milz und Leber an. Möglich sind allergische Reaktionen wie Asthma oder Nesselsucht (Urticaria). Sitzen die Parasiten in der Blase, leidet der Betroffene unter schmerzhaftem Wasserlassen, Blaseninfektionen und Blut im Urin. Bei einem Befall des Darms kann blutiger Durchfall auftreten. Der Patient neigt zur Polypenbildung (Schleimhautwucherungen).
Ursachen
Erreger der Bilharziose sind die Schistosomen. Man bezeichnet diese Saugwürmer auch als Pärchenegel, weil sie immer zu zweit vorkommen. Jeweils ein Männchen und ein Weibchen. Zwischenwirt der Parasiten ist eine Süßwasserschnecke, die in warmen Binnengewässern lebt.
Die Egel legen ihre Larven (Miraziden) in der Schnecke ab. Vier bis sechs Wochen später haben sich die Larven zu Schwanzlarven (Zerkarien) weiterentwickelt und werden ins Wasser ausgeschieden. Für den winzigen Würmernachwuchs (ca. 0,3mm) zählt jetzt jede Stunde. Wenn sie nicht innerhalb von zwei Tagen einen menschlichen oder tierischen Endwirt finden, sterben sie.
Ist ein Wirt gefunden, dringen die Parasiten über die Haut ein. Dafür nutzen die Erreger ein spezielles Enzym, das Gewebe auflösen kann. Sind die Würmer erst mal im Blutkreislauf, ist ihr erstes Ziel die Leber. Hier bleiben sie, bis sie die Geschlechtsreife erreicht haben. Dann geht es weiter zur Eiablage in Blase oder Darm. Über die Ausscheidungen gelangen die Parasiten wieder ins Wasser. Der Infektionskreislauf beginnt von vorne.
Diagnose
Gewissheit schafft der Parasitennachweis (Wurmeier) in Kot oder Urin. Der ist allerdings erst nach etwa drei bis 12 Wochen möglich. Es können auch Gewebeentnahmen aus Darm, Blase oder Leber mikroskopisch untersucht werden. Unter Umständen werden bildgebende Untersuchungsverfahren (z. B. Röntgen) eingesetzt.
Behandlung
Wird eine Bilharziose nicht behandelt, können gefährliche Komplikationen auftreten. Dazu gehört unter anderem Versagen der befallenen Organe und die Begünstigung von bösartigen Veränderungen (z. B. Blasenkrebs). Bei Frauen besteht ein erhöhtes Risiko für Unfruchtbarkeit und Bauchhöhlenschwangerschaften.
Die Parasiten können nur medikamentös bekämpft werden. Besonders effektiv und dabei relativ nebenwirkungsarm ist der Wirkstoff Praziquantel. Die Gabe erfolgt in Tablettenform. Etwa ein halbes Jahr nach der Therapie sollte der Arzt Blut und Urin auf eventuell überlebende Parasiten untersuchen lassen.
Alternative Heilmethoden
Es gibt bislang keine alternativen Behandlungsmöglichkeiten.
Vorbeugung
Es gibt keine Bilharziose-Impfung oder medikamentöse Prophylaxe. Vor einer Fernreise sollte man sich über das Bilharziose-Risiko informieren. Das auswärtige Amt oder Tropeninstitute halten entsprechende Informationen bereit.
In gefährdeten Regionen müssen Sie sich entsprechend verhalten: Meiden Sie jeden Hautkontakt mit Wasser aus Binnengewässern oder langsam fließenden Bächen, Flüssen oder Tümpel. Schon ein harmloses Händewaschen kann fatale Folgen haben. Beim Durchwaten solcher Gewässer (z. B. beim Wandern) sollten unbedingt wasserdichte Schuhe getragen werden. Wenn Sie darauf angewiesen sind, Wasser aus eventuell verseuchten Gewässern zu trinken, müssen sie dieses gut abkochen (mindestens 10 Minuten).
(CI) 13.02.2005

