Krankheiten
Diphtherie / Echter Krupp
Die Krankheit wird durch Bakterien (Corynebakterium diphteriae) übertragen und ist weltweit verbreitet. Sie produzieren ein Gift, das die oberen Schleimhautschichten zerstört. Es kann aber auch Nerven, Nieren und den Herzmuskel angreifen.
Die Rachendiphtherie kommt am häufigsten vor, die Nasendiphtherie dagegen seltener. Sie verläuft harmloser, kann dafür aber chronisch werden. Außerdem unterscheidet man noch in toxische, progrediente und Kehlkopfdiphtherie (siehe Diagnose).
Nach einer überstandenen Diphtherie ist der Patient nicht automatisch immun. Ein Test schafft Klarheit, vor allem wenn ein Familienmitglied erkrankt ist.
Symptome
Die Krankheit beginnt mit erkältungsähnlichen Symptomen: Halsschmerzen, Schluckbewerden, leicht erhöhter Temperatur und allgemeinem Krankheitsgefühl. Danach bildet sich auf den Mandeln ein festhaftender Belag (Membrane). Bellender Husten, Heiserkeit und Atemnot sind die Begleitsymptome. Wenn die Infektion auf den Kehlkopf weiter wandert, drohen Atemnot und Erstickungsanfälle.
Bei schweren Komplikationen kann das Gift auch Luftröhre, Bronchien, Leber, Nieren und den Herzmuskel befallen. Die Folgen sind schwer, sie reichen von Erstickungsanfällen, Herzrhythmusstörungen, Leberentzündung, Nierenversagen, über Herzversagen bis zum plötzlichen Tod. Wird das Nervensystem angegriffen, kann es zu Lähmung im Augen und Rachenbereich kommen.
Allerdings können auch untypische Symptome wie fauliger Atem, Bauch- und Gliederschmerzen und starkes Fieber auftreten.
Ursachen
Corynebakterium diphteriae heißen die Bakterien, die diese Krankheit verursachen. Zuerst befallen sie die Schleimhäute des Rachenraums. Dort produzieren sie ein Gift, das dann die Krankheitssymptome auslöst.
Übertragen werden die Erreger durch Tröpfcheninfektion beim Niesen, Husten und Sprechen. Aber auch über den direkten Kontakt mit dem Patienten oder über Gegenstände, die mit Bakterien infiziert sind.
Die Zeit zwischen Ansteckung bis zum Ausbruch der Krankheit kann 1 bis 7 Tage dauern. Ansteckend ist Diphtherie vom Ausbruch der Krankheit und dann so lange wie noch Erreger nachgewiesen werden.
Eine Immunität wird nicht immer erworben.
Diagnose
Die Diphtherie sollte möglichst schnell diagnostiziert werden. Anfangs kann sich der Arzt nur auf die Symptome (die typischen gräulichen Beläge) stützen. Es sollte aber zur Absicherung ein Abstrich des Rachens gemacht werden. Denn Diphtherie kann in der Anfangszeit mit Mandelentzündung oder Pseudo-Krupp verwechselt werden.
Im Labor kann sowohl der Erreger selbst, als auch das Gift nachgewiesen werden. Dafür wird aus den Inhalten des Abstrichs eine Kultur angelegt.
Je nachdem, welcher Bereich infiziert ist, wird Diphtherie auch in unterschiedliche Formen unterteilt.
Rachendiphtherie:
Rachen, Gaumen und Mandel sind befallen. Symptome: Fieber, Schluckbeschwerden, angeschwollene Lymphknoten, fauliger Mundgeruch. Stärkste Ansteckungsgefahr.
Nasendiphtherie:
Der Nasenbereich ist befallen. Symptome: eitriger, manchmal blutiger Schnupfen, Krusten vor den Nasenlöchern, leichtes Fieber, Schwierigkeiten beim Atmen. Befällt vorrangig Babys und Kleinkinder.
Kehlkopfdiphtherie:
Nur der Kehlkopf ist befallen. Symptome: Heiserkeit bis hin zum Stimmverlust, bellender Husten, Atemnot, Erstickungsanfälle, bei Kindern Angstzustände. Verengt sich die Luftröhre zu stark, muss ein Luftröhrenschnitt gemacht werden. Seltenste, aber schwerste Form, auch "echter Krupp" genannt.
Progediente Diphtherie:
Kann örtlich begrenzt sein, aber auch wandern. Symptome: Fieber, Abgeschlagenheit, starke Schmerzen. Rasche Ausbreitung in Hals, Nase und Rachen, manchmal auch in den Kehlkopf und die Bronchien.
Toxische Diphtherie:
Das Gift befällt den ganzen Organismus. Symptome: bräunlich blutige Beläge, Ödeme am Hals außen und am Luftröhreneingang (bis in den Brustkorb), Erbrechen, Kreislaufschwäche, vergrößerte Leber. Es ist die gefährlichste Variante und trotz Behandlung oft tödlich.
Es besteht Meldepflicht.
Behandlung
Sobald Verdacht auf Diphtherie besteht, muss unverzüglich mit der Behandlung begonnen werden, da gerade die toxische Form oft tödlich verläuft. Zuerst muss ein Gegengift gegen das Bakteriengift verabreicht werden, damit die weitere Verbreitung gestoppt wird.
Zusätzlich wird ein Antibiotikum gegeben, das ebenfalls die Bakterien bekämpft. Wichtig ist vor allem auch die Überwachung von Herz und Atem. Bei schweren Symptomen (z. B. Erstickungsanfälle, Atemnot) kann sogar ein stationärer Aufenthalt im Krankenhaus notwendig werden.
Kontaktpersonen werden untersucht, vorsorglich mit Antibiotika versorgt und - falls kein Impfschutz besteht - geimpft.
Alternative Heilmethoden
Es gibt keine Mittel aus der Naturheilkunde gegen Diphtherie. Allerdings kann, falls es zu hohem Fieber kommt, mit Wadenwickel oder Fiebertees Linderung geschaffen werden.
Vorbeugung
Auch bei dieser Infektionskrankheit ist die Schutzimpfung die einzige Vorbeugungsmaßnahme. Drei Impfungen sind nötig, damit ein Grundschutz besteht. Die Dosis richtet sich nach dem Alter der Kinder.
Empfohlen wird:
- 1. Impfung mit 3 Monaten
- 2. Impfung mit 4 Monaten
- 3. Impfung mit 5 Monaten
- 4. Impfung mit 1 Jahr
- 5. Impfung mit 6 Jahren.
Bei Erwachsenen sollte jeweils nach zehn Jahren eine Auffrischung der Impfung erfolgen. Am besten gemeinsam mit Tetanus.
Trotz Schutzimpfung kann es zur Infektion kommen. Und auch nach überstandener Krankheit besteht keine Immunität.
(CI) 13.02.2005

