Krankheiten
Blutvergiftung (Sepsis)
Symptome
Eine Blutvergiftung kann innerhalb weniger Stunden eintreten. Zunächst verstärken sich die Entzündungsprozesse am Infektionsherd. Äußere Wunden oder Verletzungen können heftige Schmerzen verursachen, anschwellen, rot und heiß werden. Unter Umständen bildet sich Eiter. Es kann sich (muss aber nicht) zu Beginn ein roter oder bläulicher Streifen in der Nähe des Infektionsherdes bilden.
Weitere mögliche Symptome sind unter anderem Schüttelfrost, Fieber, Abgeschlagenheit, Krankheitsgefühl, Blutdruckabfall, Herzrasen, Atemprobleme und Hautblutungen. Allerdings sind die meisten Beschwerden unspezifisch und könnten auch auf eine schwere Erkältung hindeuten. Einige Patienten (z. B. alte Menschen) zeigen nur schwach ausgeprägte Symptome, so dass die Sepsis häufig unbemerkt voranschreiten kann.
Besonders gefährdet sind Personen, deren Immunabwehr geschwächt ist. Dazu zählen unter anderem:
- Kinder
- alte Menschen
- Krebspatienten (besonders nach einer Chemotherapie)
- Aids-Kranke
- Diabetiker
- Patienten, die aufgrund einer Erkrankung Medikamente einnehmen müssen, die die Immunabwehr unterdrücken (Immunsuppressiva)
- frisch operierte Patienten
Mögliche Komplikationen
Leider sind Komplikationen bei einer Blutvergiftung nicht selten. Vor allem, wenn sie zu spät erkannt wird. Dann können die weiter gewanderten Erreger zu schweren und häufig auch bleibenden Schäden an lebenswichtigen Organen wie Herz, Lunge, Leber, Nieren oder Gehirn führen. Wird den Keimen kein Einhalt geboten, drohen lebensgefährliche Komplikationen wie Kreislaufzusammenbruch (septischer Schock) oder Organversagen.
Ursachen
Verursacher sind Mikroorganismen, meist Bakterien. Seltener wird eine Sepsis durch Viren, Pilze oder Parasiten hervorgerufen. Voraussetzung für eine Blutvergiftung ist eine Infektion (Primärinfektion). Diese kann durch eine Krankheit (Blaseninfektion, Lungenentzündung etc.) oder eine verschmutzte Wunde (Verbrennung, Splitter in der Haut etc.) hervorgerufen werden. Die verantwortlichen Erreger sind zunächst nur in dem begrenzten Entzündungsherd aktiv. Ist die körpereigene Abwehr aber nicht in der Lage, die Keime zu bekämpfen, breiten sich die Erreger über Blut- und Lymphbahnen im gesamten Organismus aus. Das Bakteriengift führt zu heftigen Entzündungsreaktionen und Blutgerinnungsstörungen.
Diagnose
Zeigt sich bei einer infizierten Wunde ein rötlicher oder bläulicher Streifen ist das ein eindeutiger Hinweis auf eine Blutvergiftung. Doch dieses Symptom zeigt sich nicht immer. Gerade bei innen liegenden Infektionen, z. B. einer Lungenentzündung, ist eine beginnende Sepsis nur schwer zu erkennen. Die Symptome sind nicht immer spezifisch genug. Bei Verdacht wird eine Blut- und eventuell eine Sekretuntersuchung durchgeführt. Der auslösende Erreger lässt sich mit Hilfe einer Blutkultur bestimmen.
Behandlung
Eine Behandlung muss unverzüglich eingeleitet werden (häufig stationär). Eine Erregerbestimmung dauert etwa 24 Stunden, so lange kann mit der Therapie aber nicht gewartet werden. Deshalb erhält der Betroffene zunächst kein spezielles Antibiotikum, sondern ein Breitbandantibiotikum. Eventuell wird Kortison verabreicht. Ist der Infektionsherd bekannt, wird das entzündete Gewebe operativ entfernt, sofern das möglich ist.
Problematisch wird die Behandlung, wenn die verantwortlichen Erreger antibiotika-resistent sind.
Bei einem schweren Krankheitsverlauf liegt der Patient auf der Intensivstation, wo Kreislauf und Atmung überwacht werden. Unter Umständen müssen weitere Behandlungsmaßnahmen durchgeführt werden, wie z. B. Blutwäsche (Dialyse), Bluttransfusionen oder künstlicher Tiefschlaf mit Beatmung. Ist die Blutvergiftung weit fortgeschritten, sind die Heilungschancen eher gering.
Alternative Heilmethoden
Es gibt bislang keine alternativen Behandlungsmöglichkeiten.
Vorbeugung
Selbst kleine Wunden sollten mit Alkohol oder Jod gereinigt und desinfiziert werden. Kommt es zu Entzündungsreaktionen (Rötung, Schwellung, Eiterbildung etc.) muss ein Arzt aufgesucht werden.
In Krankenhäuser lauern viele Erreger. Dort muss man darauf vertrauen, dass das medizinische Personal unter sterilen Bedingungen arbeitet. Nach operativen Eingriffen oder schweren Verletzungen (Traumata) wird häufig vorbeugend ein Antibiotikum verabreicht.
(CI) 22.02.2006

