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Bluthochdruck (Hypertonie)

Bluthochdruck ist ein heimtückisches Leiden, denn es verläuft schleichend und die Betroffenen merken davon meist kaum etwas. Häufig fühlen sie sich sogar ausgesprochen wohl. Und dabei tragen sie die ganze Zeit über eine tickende Zeitbombe in sich. Bleibt aber die Hypertonie unbehandelt, drohen Folgeerkrankungen wie Herzinfarkt oder Schlaganfall. Auch Nieren oder Augen können in Mitleidenschaft gezogen werden. Und: Diese unsichtbare Gefahr ist weit verbreitet. Jeder zehnte Bundesbürger leidet unter erhöhtem Blutdruck. Bei den über 50jährigen ist es sogar jeder Zweite.

Häufig kommt man den Bluthochdruck nur per Zufall auf die Spur, beispielsweise bei einer Routineuntersuchung. Ein Grund mehr, seine Gesundheit regelmäßig checken zu lassen.

Symptome

Das Problem: Bluthochdruck ist eine unsichtbare Krankheit, die häufig jahrzehntelang keinerlei nennenswerte Beschwerden verursacht. Macht sie sich dann bemerkbar, ist es meist schon recht spät. In vielen Fällen wurden bereits Herz, Gehirn, Nieren oder Augen in Mitleidenschaft gezogen. Am häufigsten führt chronischer Bluthochdruck zu Arterienverkalkung. Dadurch können Gefäße reißen oder es bilden sich Blutgerinnsel. Am Ende dieser langen Entwicklung steht häufig ein Schlaganfall und Herzinfarkt.

Wer aufmerksam seinen Körper beobachtet, kann allerdings auf bestimmte Frühwarnsignale achten. Zu den wichtigsten Anzeichen gehören häufige Kopfschmerzen. Vor allem, wenn sie bei oder nach Anstrengung auftreten, während der Nacht oder am frühen Morgen. Weitere Symptome sind Schwindel, Unruhe, starkes Ohrensausen oder Nasenbluten.

Ist das Leiden weit fortgeschritten, kann es zu Kurzatmigkeit bis hin zur Atemnot, Angina pectoris sowie Durchblutungs-, Empfindungs- oder Sehstörungen kommen. Die Gefahr einen Herzinfarkt oder Schlaganfall zu erleiden, steigt mit jedem Jahr, in dem der Bluthochdruck unbehandelt bleibt. Menschen mit bestimmten Schwachstellen kann allerdings schon ein kurzfristiger Anstieg gefährlich werden.

Ursachen

Bei dieser Kreislauferkrankung ist der Blutdruck in den Arterien zu hoch. Das heißt, das Blut wird vom Herzen regelrecht durch die Gefäße "gejagt". Bei neun von zehn Patienten findet der Arzt dafür allerdings keine eindeutige Ursache. In diesen Fällen spricht man von primärer Hypertonie. Allerdings sind mehrere Risikofaktoren bekannt, die das Entstehen dieses Krankheitstyps begünstigen.

Ganz oben auf der Liste steht Übergewicht. Mit jedem Pfund mehr auf den Hüften wächst auch die Menge unseres Blutvolumens. Und das belastet das Herz. Doch auch Bewegungsmangel, Rauchen, übermäßiger Alkoholgenuss sowie hoher Salz- oder Fettkonsum treiben den Blutdruck in die Höhe. Manchmal scheint auch Stress dahinter zu stecken. So können permanenter Zeitmangel oder Ängste, beispielsweise um den Arbeitsplatz, einen Menschen ebenfalls ganz schön "unter Druck" setzen. Und: Die Neigung zu Bluthochdruck ist vererbbar.

Bei fünf Prozent aller Betroffenen handelt es sich um sekundäre Hypertonie. Dann ist der Bluthochdruck Folge anderer Krankheiten wie Nierenleiden oder Hormonstörungen.

Diagnose

Gibt es bereits Fälle von Bluthochdruck in der Familie, sollten Eltern die Werte ihrer Kinder überprüfen lassen. Erwachsenen wird dieser Check generell zweimal pro Jahr empfohlen. Der Blutdruck lässt sich ganz einfach testen - durch eine Blutdruckmessung beim Arzt oder in der Apotheke. Gemessen wird im Sitzen am linken Oberarm, in Höhe des Herzens. Man sollte ausgeruht sein. Um zuverlässige Ergebnisse zu erhalten, ist es ratsam, die Untersuchung zu verschiedenen Zeiten über mehrere Tage hinweg zu wiederholen. Wer seinen Blutdruck selbst kontrollieren möchte, kann sich auch ein eigenes Gerät kaufen.

Behandlung

Werden Bluthochdruck-Patienten nicht oder nicht ausreichend therapiert, kann dies lebensgefährliche Konsequenzen nach sich ziehen. Ziel jeder Therapie ist, den Blutdruck unter 140/90 mmHg zu senken. Bei leicht erhöhten Werten genügen dafür oft schon nichtmedikamentöse Maßnahmen. Bei höheren Werten kommen verschiedene blutdrucksenkende Medikamente in Frage.

Dazu zählen:
Harntreibende Mittel (Diuretika) befreien den Körper von zu viel Wasser und überschüssigem Kochsalz. Auf diese Weise wird das Blutvolumen reduziert. Betablocker hemmen die Ausschüttung von Adrenalin. Dadurch wird der Puls verlangsamt. Alpha- und Kalziumblocker haben eine entspannende Wirkung auf die Gefäße. ACE-Hemmer und Angiotensin-II-Rezeptorantagonisten erweitern die Gefäße.

Für den Therapieerfolg ist die aktive Mitarbeit der Betroffenen unerlässlich. Das gilt für alle Bluthochdruckpatienten - egal, ob sich ihre Werte im Grenzbereich befinden oder deutlich darüber liegen. Am wichtigsten ist die regelmäßige Kontrolle der Werte. Darüber hinaus sollte man auf eine gesunde Lebensweise achten.

Hierbei sind einige Punkte besonders bedeutsam: Ernähren Sie sich salzarm. Kochsalz enthält Natrium und Chlorid. Beides lässt den Blutdruck in die Höhe schnellen. Verzichten Sie auf Nikotin. Der blaue Dunst fördert Gefäßverkalkungen und üben Sie Zurückhaltung bei Alkohol. Ein Gläschen Bier oder Wein am Abend ist vertretbar, mehr jedoch nicht.

Achten Sie außerdem auf Ihr Gewicht. Jedes überzählige Pfund belastet Ihr Herz-Kreislaufsystem. Ernähren Sie sich daher ausgewogen und fettarm. Meiden Sie vor allem tierische Fette. Das darin enthaltene Cholesterin kann zu Ablagerungen an den Arterienwänden führen.

Optimal sind fünf leichte Mahlzeiten pro Tag. Auch Sport tut Herz und Gefäßen gut. Idealerweise sollten Sie sich dreimal die Woche sportlich betätigen. Geeignet sind sanfte Ausdauersportarten wie Wandern, Walken, Schwimmen oder Radfahren. Ungeeignet dagegen sind Sportarten, die mit einer starken Beanspruchung der Muskeln einhergehen - wie Gewichte stemmen. Und: Versuchen Sie stressige und belastende Lebenssituation zu umgehen oder in den Griff zu bekommen. Wer ständig unter Leistungsdruck steht, muss sich nicht wundern, wenn er öfter mal "auf 180" ist.

Bei sekundärer Hypertonie muss die Grunderkrankung behandelt werden.

Alternative Heilmethoden

Nur die Schulmedizin kennt zuverlässige Methoden gegen Bluthochdruck. Allerdings können Entspannungsübungen wie Yoga und Autogenes Training dazu beitragen, den Blutdruck zu senken. Denn sie helfen, Stress abzubauen.

Vorbeugung

Die meisten Menschen haben ihren Blutdruck selbst in der Hand. Die beste Prophylaxe ist ein gesunder Lebenswandel: Verzichten Sie auf Tabak, trinken Sie nur wenig Alkohol und ernähren Sie sich salz- und fettarm. Vorsicht gilt vor allem bei tierischen Fetten. Sie treiben den Cholesterinspiegel in die Höhe, was wiederum die Arterienverkalkung begünstigen kann. Wer unter Übergewicht hat, sollte eine Diät machen. Jedes Kilo, das zu viel ist, erhöht das Blutvolumen und belastet das Herz.

Darüber hinaus sollte man sich regelmäßig bewegen. Optimal sind sanfte Ausdauersportarten, die dreimal die Woche 40 bis 60 Minuten lang ausgeübt werden. Körperliche Aktivität, wie beispielsweise bei einem Spaziergang durch den Wald, hilft Stress abzubauen. Das gilt auch für Entspannungsübungen wie Yoga.

Generell sollte man versuchen, negativen Stress zu vermeiden. Vor allem dann, wenn er häufig vorkommt oder gar zur Dauersituation wird. Dabei wird der Blutdruck nicht nur durch Hetze oder Zeitdruck angekurbelt, seelische Probleme tragen ebenfalls dazu bei. Auch aus diesem Grund sollte man belastende Lebenssituationen wie Mobbing oder Familienstreitigkeiten langfristig in den Griff bekommen, gegebenenfalls mit professioneller Hilfe. Letztendlich beugt auch eine gesunde Psyche dem Bluthochdruck vor.

Bei der Messung werden immer zwei Werte ermittelt. Der Erste und Höhere gibt den maximalen Druck an. Dieser entsteht während sich das Herz zusammenzieht. Er wird systolischer Wert genannt. Der Zweite (diasystolischer Wert) zeigt den Druck auf, mit dem sich das Herz wieder mit Blut füllt.

Der ideale Wert liegt bei 120/80 mmHg. Als Grenzwert gilt 140/90 mm Hg. Ab diesem Wert handelt es sich um leicht erhöhten Blutdruck. Bei Resultaten über 160/95 mmHg spricht man von mittelschwerer, ab 180 von schwerer Hypertonie.

Zur Abgrenzung von primärer und sekundärer Hypertonie können weitere Diagnoseverfahren zum Einsatz kommen. Dazu zählen Blut- und Urinproben sowie eine Ultraschalluntersuchung der Nieren.

(CI) 13.02.2005

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