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Arteriosklerose

Bei diesem Leiden, das im Volksmund Arterienverkalkung genannt wird, kommt es zu einer zunehmenden Verengung und Verhärtung der Blutgefäße. Auslöser dafür sind Fette, die sich an den Gefäßwänden ablagern und dort verkalken. Meist geschieht dies unbemerkt und schleichend, über einen Zeitraum von vielen Jahren.

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Irgendwann sind die Adern jedoch so eng geworden, dass das Blut nicht mehr ungehindert fließen kann. Das führt zu einer Unterversorgung der Gebiete, die hinter den verengten Stellen liegen. Denn die Arterien transportieren das sauerstoffreiche Blut vom Herz zu den Organen. Diese Durchblutungsstörungen sind aber noch nicht das Schlimmste, was passieren kann. Im Spätstadium können sich die verengten Gefäße verschließen oder durch Blutgerinnsel verstopfen. Dieser Sauerstoffmangel bringt nicht selten lebensgefährliche Komplikationen wie Herzinfarkt und Schlaganfall mit sich.

Tatsächlich lassen sich über die Hälfte aller Todesfälle in den Industrienationen auf diese Zivilisationskrankheit und ihre Folgen zurückführen. Damit ist sie der Killer Nummer 1 - noch vor Krebs. Die gute Nachricht: Man kann sich vor Arteriosklerose schützen, denn sie ist ein absolutes Wohlstandsleiden. Wer seine Adern fit halten will, muss nur drei Dinge beachten: gesunde Ernährung, regelmäßige Bewegung und nicht rauchen.

Symptome

Arteriosklerose verläuft schleichend. Sie entsteht über Jahre und Jahrzehnte und macht sich während dieser Zeit praktisch nicht bemerkbar. Erst wenn die Adern zu mehr als der Hälfte verengt sind, kommt es überhaupt zu Beschwerden. Häufig geschieht das erst im Alter. Die Gefahr eines Gefäßverschlusses ist ab einer Verengung von 70 Prozent gegeben.

Die Symptome hängen davon ab, in welchen Körperbereichen die Adern verengt sind. Generell gehören dazu: Angina pectoris, Sehstörungen, Schwindel, Ohnmachten, Gedächtnisschwäche und Verwirrtheit bis hin zur Demenz. Zu den möglichen Folgeerkrankungen zählen arterielle Durchblutungsstörungen in den Beinen, wie beispielsweise Raucherbein oder Schaufensterkrankheit, koronare Herzkrankheit, Herzinsuffizienz, Nierenversagen, Impotenz, Herzinfarkt und Schlaganfall.

Ursachen

Die Ursache für Arteriosklerose sind Fettablagerungen an den Gefäß-Innenwänden. Später bleiben an diesen Stellen, die Plaques genannt werden, auch andere Stoffe zurück, wie beispielsweise Kalzium. Dadurch verlieren die Arterien auf Dauer ihre Elastizität und werden immer enger. Herz, Gehirn und Beine sind besonders häufig betroffen. Eigentlich ist dies ein mehr oder weniger natürlicher Alterungsprozess. Durch ungesunde Lebensweise kann man seine Arterien aber schon in früheren Lebensjahren "alt aussehen" lassen.

Der größte Feind der Blutgefäße ist ungesunde Ernährung. Vor allem der Konsum gesättigter Fettsäuren aus tierischen Fetten ist für die Arterienverkalkung verantwortlich. Denn diese Substanzen enthalten einen hohen Anteil an LDL, dem so genannten schlechten Cholesterin. Ein weiterer Risikofaktor ist das Rauchen, denn Nikotin hat eine gefäßverengende Wirkung.

Auch Bewegungsmangel, Bluthochdruck, Diabetes, Übergewicht, Stress, seelische Belastungen und erbliche Veranlagung erhöhen die Gefahr an Arteriosklerose zu erkranken. Darüber hinaus halten manche Wissenschaftler eine chronische Infektion mit Bakterien für wahrscheinlich.

Betroffen sind vor allem Männer. Denn aufgrund der weiblichen Geschlechtshormone genießen Frauen bis zu den Wechseljahren einen natürlichen Schutz vor Arteriosklerose. Dieser wird durch die Menopause jedoch aufgehoben.

Diagnose

Zu den Untersuchungsverfahren gehören Blutproben, um den Cholesterin- und Blutzuckerspiegel zu messen. Darüber hinaus kann der Arzt ein Belastungs-EKG auf dem Fahrrad veranlassen, um Hinweise auf mögliche Verengungen in den Herzkranzgefäßen zu bekommen. Zusätzlich lässt sich der Zustand der Arterien mit Hilfe von Kontrastmittel und Röntgen (Angiographie) oder Ultraschall (Dopplersonographie) begutachten.

Im fortgeschrittenen Stadium kann auch ein Katheter zum Einsatz kommen, um verengte Adern im Herz ausfindig zu machen. Dafür stehen heutzutage aber auch moderne Verfahren, wie die Computertomographie, zur Verfügung. Bei dieser schonenden Methode wird das Herz ohne Eingriff von außen durchleuchtet.

Behandlung

Nur im Frühstadium können sich die Plaques noch zurückbilden. Ist die Krankheit bereits fortgeschritten, lassen sich bestehende Verkalkungen nicht mehr abbauen. Aber man kann die Bildung neuer Plaques deutlich verlangsamen, die Fließeigenschaften des Blutes verbessern und die Risikofaktoren ausschalten.

Je nach Stadium stehen dafür verschiedene Therapieverfahren zur Verfügung.
Zur Basistherapie gehört die Verabreichung von Acetylsalicylsäure. Dieses Mittel verhindert die Verklumpung von Blutplättchen. Dadurch können sich Blutgerinnsel nicht mehr so leicht bilden. Zu hohe Blutfettwerte oder Bluthochdruck werden ebenfalls medikamentös gesenkt.

Im fortgeschrittenen Stadium ist die operative Behandlung der Arterien angeraten. Hierfür wird in vielen Fällen ein Katheter benutzt, an dessen Spitze sich ein kleiner Ballon befindet. Dieser wird in der Verengung aufgeblasen und die Arterie so gedehnt.

Droht das Gefäß anschließend wieder zu verschließen, so kann dies durch das Einsetzen eines feinen Drahtgerüstes (Stent) prophylaktisch verhindert werden. Reicht das nicht aus, wird ein Bypass gelegt. Hierbei wird der Blutfluss durch ein natürliches oder künstliches Gefäß an der verengten Stelle vorbeigeleitet.

Unverzichtbar für den Therapieerfolg ist die Umstellung der Ernährung, regelmäßige Bewegung sowie der Verzicht auf Nikotin.

Alternative Heilmethoden

Gingko- und Knoblauch-Präparate haben eine positive Wirkung auf die Durchblutung. Das gilt auch für Bärlauch. Gegen leichten Bluthochdruck helfen Misteln, gegen hohe Blutfettwerte Artischocke.
Omega-3-Fettsäuren halten die Arterien elastisch, verbessern die Fließeigenschaften des Blutes und wirken gerinnungshemmend. Die besten Quellen: fette Seefische, wie Hering, Makrele, Lachs, Thunfisch und Sardine. Wer keinen Fisch mag, sollte alternativ zu Kapseln mit Omega-3-Fettsäuren greifen.

Vorbeugung

Eine gesunde Lebensweise sorgt dafür, dass die Arterien elastisch bleiben. Dabei spielt vor allem die Ernährung eine wichtige Rolle. Achten Sie auf fett- und zuckerarme Kost, die abwechslungs- und ballaststoffreich ist. Vermeiden Sie in erster Linie gesättigte Fettsäuren, die in tierischem Fett stecken. Reduzieren Sie daher den Genuss von Butter, Eiern, Fleisch und Wurst.

Ideal ist die mediterrane Küche. Sie besteht aus frischen Salaten und Gemüse, Kohlenhydraten, Olivenöl und viel Fisch. Vor allem in Fisch darin sind die so genannten Omega-3-Fettsäuren enthalten. Sie beugen der Entstehung der Arteriosklerose sehr wirksam vor. Die besten Quellen sind fette Seefische, wie Hering, Makrele, Lachs, Thunfisch und Sardinen. Menschen, die wenig oder gar keinen Fisch essen, sollten diese Substanzen nach Rücksprache mit dem Arzt in Kapselform einnehmen.

Bewegen Sie sich regelmäßig. Idealerweise drei bis vier mal pro Woche. Geeignet sind vor allem Ausdauersportarten wie Walken, Joggen, Fahrradfahren oder Schwimmen. Wer untrainiert ist, sollte zur Sicherheit vorher einen Arzt aufsuchen.

Ferner gilt: Finger weg von Zigaretten. Wer Übergewicht hat, sollte abnehmen. Krankheiten wie Diabetes, Bluthochdruck und erhöhte Blutfettwerte muss man immer behandeln lassen. Denn sie stellen Risikofaktoren für Arteriosklerose dar. Darüber hinaus sollte man die Vorsorgeuntersuchungen regelmäßig wahrnehmen.


(CI) 13.02.2005

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