Krankheiten
Arterielle Durchblutungsstörungen
Von dieser Unterversorgung können verschiedene Teile des Köpers betroffen sein. In vielen Fällen werden Beine und Arme in Mitleidenschaft gezogen. Nicht selten kommt es aber auch zu Engpässen in den Herzarterien, was die koronare Herzkrankheit auslösen kann. In manchen Fällen machen sich arterielle Durchblutungsstörungen jedoch auch wie ein Blitz aus heiterem Himmel bemerkbar - durch einen Herzinfarkt oder Schlaganfall.
Symptome
Im allgemeinen verläuft die Krankheit lange Zeit unbemerkt. Deswegen können Jahre bis Jahrzehnte vergehen, bis sie entdeckt wird - und dann sind meist bereits gravierende Schäden entstanden. Tatsächlich treten die Beschwerden häufig erst auf, wenn sich die Arterien schon zur Hälfte und mehr verengt haben.
Zu den allgemeinen Symptomen zählt Bluthochdruck. Was die restlichen Anzeichen betrifft, kommt es immer darauf an, welche Körperteile oder Organe betroffen sind. Sind die Arterien der Beine verengt, treten im Verlauf Schmerzen beim Gehen kurzer Strecken auf (Schaufensterkrankheit). Im fortgeschrittenem Stadium schmerzen die Beine auch im Ruhezustand, in der späten Phase entstehen offene Geschwüre oder das Gewebe stirbt ab (Raucherbein).
Liegt eine Verengung der Herzkranzgefässe vor, kommt es zu Schmerzen und Engegefühlen in der Brust sowie Atembeklemmungen. In diesem Fall können die Beschwerden auch ausstrahlen und unter anderem als Magenschmerzen fehlgedeutet werden. Wird das Gehirn schlechter durchblutet, macht sich dies in neurologischen Ausfällen wie Vergesslichkeit, Schwindel, Sprach-, Sehstörungen, Lähmungen, Verwirrtheit oder Bewusstlosigkeit bemerkbar.
Diese Symptome können sich zurückbilden, aber auch bleiben. Bei Engpässen in den Nierenarterien kommt es zu Nierenstörungen, bei einer Beteiligung des Beckens oder Darms zu Impotenz oder Darmbeschwerden.
Die Beschwerden können sich aber auch sehr plötzlich bemerkbar machen. So kommt es beim Verschluss eines Herzkranzgefässes zum Herzinfarkt, beim Verschluss eines Hirngefäßes zum Schlaganfall.
Ursachen
In den meisten Fällen steckt hinter dem Leiden eine Arteriosklerose, im Volksmund auch Arterienverkalkung genannt. Hierbei lagern sich Fette an den Gefäßwänden ab. Und diese Ablagerungen, die auch als Plaques bezeichnet werden, verkalken. Die Konsequenz ist: Ähnlich wie bei einer verkalkten Wasserleitung, wird auch die Ader immer enger. Folglich kann immer weniger Blut hindurch fließen. Und da mit dem Blut auch Sauerstoff transportiert wird, führt dies zu einer Sauerstoff-Unterversorgung der Organe und zu einem Anstieg des Blutdrucks.
Eigentlich ist dieses Leiden ein natürlicher Altersprozess. Aber es gibt mehrere Risikofaktoren, die schon in früheren Jahren das Entstehen einer Arteriosklerose begünstigen können. Dazu gehört in erster Linie ein ungesunder Lebensstil, vor allem falsche Ernährung. Was diesen Punkt betrifft, so hat die Forschung einen Bösewicht besonders im Auge: Cholesterin. Allerdings ist Cholesterin nicht gleich Cholesterin. Es gibt drei verschiedene Kategorien: VLDL , HDL und LDL. Für die Ablagerungen soll nur LDL verantwortlich sein, das so genannte "schlechte Cholesterin".
Wer darüber hinaus auch noch raucht, sich wenig bewegt und oft im Stress ist, tut seinen Adern ebenfalls nichts Gutes. Weitere Risikofaktoren sind Diabetes, erhöhter Blutdruck und Übergewicht - aber auch die Gene, denn die Neigung kann vererbt werden. Darüber hinaus untersuchen die Forscher momentan, ob auch bestimmte Bakterien an der Entstehung dieser Krankheit beteiligt sind.
Arterielle Problemstellen können an verschiedenen Stellen des Körpers entstehen. Werden Beine und Arme in Mitleidenschaft gezogen, spricht der Fachmann von einer peripheren arteriellen Verschlusskrankheit (pAVK) . Haben sich die Herzarterien verengt, kommt es zur koronaren Herzkrankheit. Im fortgeschrittenen Verlauf sind dann jedoch meistens gleich die Arterien mehrere Körperzonen betroffenen. Zu den gefährlichsten Folgeerkrankungen zählen Herzinfarkt. oder Schlaganfall.
Diagnose
Zu den Diagnosemethoden gehört das Tasten des Pulses ebenso wie das Abhören von Gefäßgeräuschen. Erhöhte Cholesterinwerte lassen sich durch eine Blutprobe nachweisen. Darüber hinaus kann man verengte Arterien nach der Verabreichung eines Kontrastmittels durch Ultraschall und Röntgen feststellen.
Bei Verdacht auf verengte Herzkranzgefäße gibt ein Belastungs-EKG auf dem Fahrrad Auskunft. Auch das Herzkatheter kann zum Einsatz kommen, um Verengungen in den Adern aufzustöbern. Dafür steht neben dem klassischen Schlauch heutzutage auch der ultraschnelle Computertomograph zur Verfügung. Bei diesem modernen Verfahren wird das Herz virtuell durchleuchtet - und zwar von außen.
Behandlung
Die schlechte Nachricht ist: Einmal verengte Adern regenerieren sich nicht mehr. Auch existieren bislang keine Wirkstoffe, die Verkalkungen abbauen könnten. Doch es gibt auch eine gute Nachricht: Arteriosklerose lässt sich verlangsamen, wenn nicht sogar stoppen. Dafür muss man allerdings einiges tun - und beispielsweise schlechte Lebensgewohnheiten verändern.
Zu den wichtigsten Maßnahmen gehört: Ernähren Sie sich ausgewogen, gesund und fettarm. Auf den Speiseplan gehört jetzt viel Gemüse und Obst. Vermeiden Sie Wurst, fettes Fleisch und Käse sowie Butter und Eier und geben Sie stattdessen magerem Fleisch, Geflügel und Fisch den Vorzug. Statt tierischer Fette sollte Sie in Maßen pflanzliche Öle verwenden. Ernähren Sie sich salzarm und halten Sie sich bei Süßigkeiten zurück. Rauchen Sie nicht und bewegen Sie sich regelmäßig. Und: Reduzieren Sie Stress. Entspannungsübungen können dazu beitragen, den Alltag relaxter zu bewältigen. Wer unter Übergewicht leidet, sollte zudem abnehmen.
Außerdem ist es ratsam, den gesundheitlichen Zustand regelmäßig vom Arzt untersuchen zu lassen. Je nach Befund wird außerdem eine medikamentöse oder chirurgische Therapie notwendig. Um Risikofaktoren wie Bluthochdruck, Diabetes oder erhöhten Cholesterinspiegel zu behandeln, stehen verschiedene Medikamente zur Auswahl. Als Prophylaxe vor Herzinfarkt- und Schlaganfall dient Acetylsalicylsäure. Dieses Mittel beugt der Bildung von Blutgerinnseln vor - und wird dann meist dauerhaft in niedriger Dosierung eingenommen. Wer schon einen Herzinfarkt hinter sich hat, bekommt unter Umständen blutverdünnende Präparate.
In manchen Fällen kann man dem Problem auch operativ zu Leibe rücken. Das hängt vom Ort der Durchblutungsstörung ab sowie von der Konstitution des Patienten.
Je nach Befund lassen sich die Arterien beispielsweise mit einem Ballonkatheter erweitern. Eine weitere Möglichkeit ist das Legen eines Bypasses. Hierbei wird dem Patienten die verengte Arterie entnommen und die Stelle durch eine künstliche oder freie Arterie überbrückt. Beim Raucherbein wird im schlimmsten Fall eine Amputation notwendig.
Alternative Heilmethoden
Neben Medikamenten kann auch die Naturheilkunde dazu beitragen, das Fortschreiten der Arterienverkalkung zu bremsen. Zur Verfügung stehen mehrere pflanzliche Heilmittel.
Ginkgo-Präparaten halten die Gefäße elastisch. Knoblauch verbessert die Fließeigenschaften des Blutes und senkt darüber hinaus den Cholesterinwert. Artischocken stärken das Herz-Kreislaufsystem.
Gegen nachlassende Leistungsfähigkeit des Herzens hilft eine Kombination aus Weißdorntee mit Wurmkraut. Hoher Blutdruck wird durch Mistelextrakt positiv beeinflusst. Zur Entlastung des Herzens eignen sich Birkenblättertee und Wacholderbeeren. In manchen Fällen haben auch Injektionen mit den Giften der Schwarze Witwe der Brillenkobra einen positiven Effekt. Speziell gegen die Bildung von Plaques soll darüber hinaus grüner Tee helfen.
Wirkungsvoll sind ferner Omega-3-Fettsäuren, die beispielsweise in Kaltwasserfischen stecken. Sie mindern unter anderem das Ablagerungsrisiko, verbessern die Durchblutung und senken Cholesterinwert wie Blutdruck.
Vorbeugung
Die beste Prophylaxe besteht in der Vermeidung der Risikofaktoren. Zu den wichtigsten Maßnahmen gehört: Ernähren Sie sich fett- und cholesterinarm, dafür ballaststoffreich. Das bedeutet: Verzichten Sie auf fette Wurst, Fleisch und Käse und nehmen Sie nur wenig Eier und Butter zu sich. Geben Sie magerem Fleisch, Geflügel und Fisch den Vorzug. Vor allem gesättigte Fette sollten gemieden werden. Statt tierischer Fette ist es ratsam pflanzliche Öle zu verwenden - natürlich ebenfalls in Maßen. Und: Sparen Sie an Salz und Zucker.
Rauchen Sie nicht und bewegen Sie sich regelmäßig. Zu den empfehlenswerten Sportarten gehören Ausdauersportarten wie Joggen, Schwimmen und Skilanglauf, aber auch zügiges Spazieren gehen und strammes Radfahren. Versuchen Sie außerdem Stress zu reduzieren. Entspannungsübungen wie Tai Chi können dazu beitragen, den Alltag relaxter zu bewältigen. Wer unter Übergewicht leidet, sollte zudem abnehmen.
Außerdem müssen Sie eventuell bestehenden Bluthochdruck oder Diabetes behandeln lassen. Und: Ab 35 sollte man alle Vorsorgeuntersuchungen wahrnehmen und vor allem Blutzucker und Blutfettwerte in regelmäßigen Abständen überprüfen lassen.
(CI) 13.02.2005

