Home » Krankheiten » Juckreiz
Krankheiten

Juckreiz (Pruritus)

Ein ständiger Juckreiz, der sich nicht ignorieren lässt, ist eine Qual. Wider besseren Wissens kratzt man sich, obwohl das alles nur noch schlimmer macht. Juckreiz ist keine Krankheit, sondern ein Symptom.. Langfristig kann der Juckreiz nur gestillt werden, wenn die Ursache erkannt und erfolgreich behandelt wird.

Symptome

Der Juckreiz ist das Symptom. Abhängig von der Ursache kann das Jucken von einem leichten Brennen, geröteter Haut und Quaddeln begleitet werden. Verständlicherweise versucht der Betroffene der Qual ein Ende zu bereiten, indem er sich kratzt. Doch das hilft nur kurzfristig und kann langfristig zu weiteren Beschwerden führen, wie z. B. Hautinfektionen und Narbenbildung. Unbehandelte akute Juckreizschübe können chronisch werden.

Ursachen

Wie Juckreiz überhaupt entstehen kann, ist den Wissenschaftlern noch nicht ganz klar. Sie gehen davon aus, dass bestimmte Sinneszellen (Rezeptoren) auf unserer Haut den Juckreiz an unser Gehirn weiterleiten. Diese Rezeptoren sind Empfindungsfühler, die auch andere Reize (Wärme, Kälte, Druck, Schmerz) erkennen und übermitteln.

Es gibt zahlreiche Auslöser, die für das lästige Jucken verantwortlich sind. An der Spitze steht der Botenstoff Histamin. Dieser wird bei allergischen Reaktionen und einigen Hauterkrankungen (z. B. Nesselsucht, Neurodermitis) ausgeschüttet. Die Folge: Es bilden sich Hautveränderungen, wie z. B. Quaddeln, die heftig jucken.

Auch Krankheiten können Juckreiz hervorrufen, dazu gehören z. B. Windpocken, Gürtelrose, Nieren- und Lebererkrankungen, Diabetes sowie Infektionen mit Parasiten (z. B. Krätzemilben) oder Pilzen (Hautpilz, Vaginalpilz, Fußpilz).

Stark ausgetrocknete Haut (z. B. bei übertriebener Hygiene), bestimmte Arzneimittel und Stress können ebenfalls Juckreiz auslösen.

Diagnose

Das Symptom Juckreiz ist eindeutig, schwierig ist es, der Ursache auf die Spur zu kommen. Krankengeschichte (Anamnese) und Patientenbefragung können entscheidende Hinweise liefern. Mit Hilfe von verschiedenen Untersuchungen (Allergietests, Hautanalyse, Laborwerte etc.) kann der Auslöser ermittelt bzw. bestimmte Erkrankungen ausgeschlossen werden.

Behandlung

Zunächst einmal muss die Ursache der juckenden Pein gefunden und behandelt werden. Lässt der Juckreiz nicht nach, können bestimmte Präparate zur Linderung der akuten Beschwerden eingesetzt werden:

Antihistaminika lindern das Jucken, auch wenn keine Allergie vorliegt. Unter Umständen wird eine kurzfristige Stoßtherapie mit Kortison oder Kombinationssalben durchgeführt. Niedrig dosierte Antidepressiva können den Juckreiz stillen, indem sie das zentrale Nervensystem beruhigen.

Bei ausgetrockneter Haut mit juckenden Ekzemen wirken harnstoff- oder hyaluronsäurehaltige Lotionen lindernd.

Alternative Heilmethoden

Zahlreiche alternative Behandlungsformen haben sich bei der Behandlung von Juckreiz bewährt. Dazu gehören unter anderem Homöopathie, Phytotherapie, Kneippbehandlungen und Heilverfahren der Traditionellen Chinesischen Medizin (z. B. Akupunktur).

Einige Juckreiz-Patienten sprechen auf Eigenblutbehandlungen an. Wohltuend und lindernd sind medizinische Ölbäder (maximal 36 °C). Auch eine Bestrahlung mit Ultraviolettstrahlen (UV-Phototherapie) kann Erleichterung verschaffen.

Vorbeugung

Ob man dem Juckreiz vorbeugen kann, hängt von der Ursache ab. Sind allergische Reaktionen der Grund, sollte der Patient darauf achten, dass er die allergieauslösenden Stoffe (Allergen) meidet. Das können z. B. bestimmte Lebensmittel, Tierhaare oder Pollen sein.

Trockene, empfindliche Haut, die zum Juckreiz neigt, muss mit entsprechenden Pflegeprodukten behandelt werden. Schädlich sind parfümierte Waschzusätze und Pflegeprodukte. Die Kleidung sollte atmungsaktiv sein. Synthetische Materialien verstärken das Schwitzen und sind meist ungeeignet.

(CI) 12.12.2005

Anzeige