Krankheiten
Warzen (Verrucae)
Warzen sind ansteckend und werden von Viren übertragen. Sie verursachen allerdings nur selten Beschwerden und sind eher ein kosmetisches Übel. Viele Warzentypen bilden sich innerhalb von zwei Jahren wieder zurück. Daher ist eine Behandlung in den meisten Fällen nicht zwingend notwendig. Wer sich nicht darauf verlassen möchte, kann die Warze mit unterschiedlichen Behandlungsmethoden zu Leibe rücken.
Symptome
Warzen zeigen sich als begrenzte Hautwucherung. Form, Größe sowie Ort des Auftretens ist abhängig vom Warzentyp. Die meisten Warzenarten verursachen keine Beschwerden, werden aber von vielen als kosmetischer Makel empfunden. Warzen sind in der Regel harmlos. Ausnahme: Feigwarzen sollten beobachtet werden, da sie sich unter Umständen bösartig verändern können.
Ursachen
Warzen sind ansteckend und werden durch Viren übertragen, vor allem durch das Humanes Papilloma Virus (HPV). Zu dieser Virengruppe gehören weit über 100 Warzenerreger. Kleine Hautverletzungen erleichtern den Papilliomviren das Eindringen.
Zwischen Infektion und Ausbruch der Hauterkrankung (Inkubationszeit) können ein paar Wochen oder mehrere Monaten vergehen. Dort, wo die Erreger sich einnisten, bildet sich dann eine Warze. Warzenviren sind ansteckend und können sich schon bei Berührung verbreiten, vor allem, wenn der betroffene Bereich verletzt ist (Hautrisse etc.). So besteht natürlich auch ein hohes Risiko der Selbstansteckung. Die Übertragung kann aber nicht nur über direkten Hautkontakt erfolgen, sondern auch indirekt über Viren, die z. B. in öffentlichen Feuchträumen lauern.
Nicht jeder Mensch ist anfällig für Warzen. Anscheinend müssen mehrere Faktoren zusammenkommen, um eine Infektion auszulösen.
Mögliche Risikofaktoren:
- geschwächtes oder unausgereiftes (bei Kindern) Immunsystem
- Hautbeschaffenheit, z. B. trockene Haut, die zu Rissen neigt oder schlecht durchblutete Haut
- starkes Schwitzen
- Rauchen
- Infektionen im Genitalbereich können die Bildung von Feigwarzen begünstigen
Häufige Warzenarten
Flachwarzen (Verrucae planae juveniles): Die rötlich umrandeten, flachen Warzen treten bevorzugt im Gesicht und an den Armen auf. Vor allem Kinder und Jugendliche infizieren sich mit Flachwarzen. Meist bilden sich die gutartigen Gewebewucherungen innerhalb von etwa zwei Jahren wieder von alleine zurück.
Dornwarzen (Verrucae plantares): Sitzen am Fuß, genauer gesagt im Fuß. Dornwarzen wachsen aufgrund des Drucks nach innen. Die Warzen zeigen sich mit einer verdickten Hornhautschicht und können Schmerzen beim Gehen hervorrufen. Die Ansteckungsgefahr ist überall dort besonders groß, wo man barfuss geht, z. B. im Schwimmbad oder in der Sauna. Dornwarzen heilen meist spontan wieder ab.
Stachelwarzen: Gehören zur Gruppe der vulgären Warzen (Verrucae vulgares). Die kleinen, verhornten Knoten können erbsengroß werden und sitzen bevorzugt im Gesicht und an den Händen. Sie können flach- oder pinselförmig sein.
Feigwarzen (Condylomata accuminata): Gehören zur Gruppe der gewöhnlichen Warzen (Verrucae vulgares) und sind sexuell übertragbar. Sie treten im Genital- und Analbereich auf. Die knotigen Hautwucherungen können wenige Millimeter bis mehrere Zentimeter groß werden. Feigwarzen können bösartig entarten und die Entstehung von Muttermundkrebs begünstigen. Eine Behandlung sollte möglichst früh erfolgen.
Diagnose
Das typische Erscheinungsbild einer Warze lässt meist eine eindeutige Diagnose zu. Zur Sicherheit kann ein Warzentest durchgeführt werden. Dabei wird die Hautwucherung mit Essigsäure bestrichen. Färbt sie sich weiß, handelt es sich um eine Warze. Bei Verdacht auf eine bösartige Veränderung, sollte eine Gewebeprobe entnommen werden.
Behandlung
Ob und wie eine Warze behandelt werden sollte, hängt von der Warzenart, den Beschwerden und dem Ort des Auftretens ab. Da viele Warzen von alleine verschwinden, ist eine Behandlung meist nicht zwingend notwendig.
Werden die Warzen als kosmetisch störend empfunden, können sie in Eigenbehandlung entfernt werden. In der Apotheke sind entsprechende Medikamente (Pflaster, Tinkturen) rezeptfrei erhältlich. Das Warzengewebe wird nach und nach mit Milchsäure oder Salizylsäure aufgelöst.
Zeigt die Eigenbehandlung keinen Erfolg, können Sie die Warzen von einem Arzt entfernen lassen. Die Hautwucherungen können herausgeschnitten, ausgeschabt, verreist, gelasert oder elektrisch verdampft werden. Bei diesen Behandlungsmethoden besteht aber die Gefahr der Narbenbildung.
Feigwarzen sollte man entfernen lassen. Sie können medikamentös behandelt werden, z. B. mit dem Wirkstoff Podophyllotoxin, der zu einem Absterben der Warze führt. Größere Feigwarzen lassen sich weglasern oder mit Hitze (Elektrokaustik) "verdampfen".
Alternative Heilmethoden
Es gibt zahlreiche alternative Heilmethoden. Mit Kneipp-Anwendungen lässt sich die Durchblutung anregen und die Selbstheilungskräfte werden mobilisiert. Ein häufig eingesetztes homöopathisches Mittel ist die Thuja-Tinktur. Diese muss regelmäßig auf die Warze getupft werden. In der Pflanzenheilkunde werden Warzen unter anderem mit Löwenzahnmilch, Schöllkraut, Teebaumöl und mit in Essig eingelegten Ringelblumenblättern behandelt.
Vorbeugung
Warzen können Sie nicht vorbeugen. Aber sie können zumindest das Infektionsrisiko minimieren:
- In (öffentlichen) Feuchträumen sollten Sie Badeschuhe tragen.
- Haben Sie bereits Warzen, doktern Sie nicht daran herum. Bei Hautverletzungen besteht die Gefahr, sich selbst und andere anzustecken.
- Um sich vor einer Feigwarzeninfektion zu schützen, sollten Sie beim Geschlechtsverkehr ein Kondom benutzen.
- Ein gestärktes Immunsystem macht es Warzenviren schwer. Sorgen Sie daher für eine gesunde Lebensweise (ausgewogene Ernährung, viel Vitamine, regelmäßig Sport).
(CI) 03.01.2006

