Krankheiten
Akne (Akne vulgaris)
Was viele nicht wissen: In den westlichen Industrieländern ist Akne die häufigste Hauterkrankung.
Symptome
An Akne können Jungen und Mädchen bzw. Frauen und Männer gleichermaßen erkranken. Allerdings leidet das weibliche Geschlecht länger an den unschönen Hautveränderungen. Dafür ist bei ihnen die Akne meist weniger ausgeprägt. Auffällig ist, dass die Beschwerden oft besonders heftig und hartnäckig sind, wenn die Akne relativ früh auftritt.
Man unterscheidet leichte, mäßig schwere und schwere Akne. Abhängig vom Stadium der Hauterkrankung zeigen sich zunächst offene oder geschlossene Mitesser (siehe auch Ursache). Im entzündlichen Stadium rötet sich die Region, es bilden sich Pickel oder Pusteln mit Eiterpfropfen.
In schweren Fällen entstehen regelrechte Abszesse. Dann besteht auch die Gefahr, dass Aknenarben oder sogar Wulstnarben (Keloide) zurückbleiben. Ein Narbenrisiko besteht übrigens auch, wenn man laienhaft an Mitessern oder Pickeln herumdrückt (siehe auch Vorbeugung).
Die Krankheitsdauer einer Akne vulgaris lässt sich nicht voraussagen. Abhängig vom Patienten kann sie nur ein paar Monate anhalten, aber auch ein Jahrzehnt oder länger. Unter Umständen kehrt sie später wieder zurück.
Ursachen
Die Akne tritt meist während oder vor der Pubertät das erste Mal auf. Sie zeigt sich im Gesicht, auf Hals, Schultern, Brust, Nacken und Rücken. Hervorgerufen wird die Akneform durch "hyperaktive" Talgdrüsen. Die Drüsen, die in der Hautoberfläche sitzen, produzieren in der Pubertät mehr Talg. Es kommt zu Verhornungsstörungen am Talgdrüsenausgang - der Talg kann nicht mehr richtig abfließen. Folge: Die Hautporen verstopfen, und es bilden sich Mitesser (Komedo).
Geschlossene Mitesser sitzen unter der Hautoberfläche und sind als kleine Erhöhung ertastbar. Bei offenen Mitessern ist die Pore geöffnet und man erkennt den typischen schwarz gefärbten Pfropf. Der Talg in den Mitessern ist ein idealer Tummelplatz für Bakterien und führt schnell zu Entzündungen (Pickel). Die eitergefüllten Pusteln sind bei einigen nur stecknadelgroß, andere leiden unter Abszessen oder Eiterbeulen (Karbunkeln).
Experten gehen davon aus, dass mehrere Faktoren zusammen kommen müssen, um eine Akne hervorzurufen:
Veranlagung: Man vermutet, dass die Entstehung einer Akne durch eine familiäre Veranlagung begünstigt wird. Litt ein Elternteil darunter, ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass der Nachwuchs auch davon geplagt wird. Vererbt wird nicht nur die Aktivität der Talgdrüsen (siehe Symptome), sondern auch ihre Verteilung (Gesicht, Rücken etc.).
Hormone: Während der einsetzenden Geschlechtsreife werden jede Menge geschlechtspezifischer Hormone ausgeschüttet. Auf den plötzlichen Hormonschub reagieren Jugendliche ganz unterschiedlich. Während die einen nur hier und da einen Pickel ausbilden, leiden andere wiederum unter ausgeprägter Akne. Für die Teenager sind die unschönen Hautveränderungen ein großes Problem. Gerade jetzt reagieren die Heranwachsenden sehr sensibel auf Äußerlichkeiten.
Psyche: Einige Ärzte glauben, dass sich die Gemütsverfassung auf die Akne auswirken kann. Stress und Kummer scheinen die Hautprobleme zu beeinflussen.
Weitere Akneformen
Anabolakne:
Diese Akneform wird durch das Einnehmen oder Spritzen von Hormonen in hohen Dosen hervorgerufen. Ziel der Hormongabe ist es, möglichst schnell und viel Muskelmasse aufzubauen. Anabolakne zeigt sich häufig bei Personen, für die der Aufbau von Muskelmasse wichtig ist, z. B. Leistungssportlern und Bodybuildern.
Kontaktakne (Akne venenata):
Wird durch den Kontakt mit bestimmten chemischen Verbindungen verursacht, z. B. Chlor, Teer, Pech oder Öl.
Spätakne (Akne tarda):
Die Akne im Erwachsenenalter betrifft oft Frauen zwischen dem 30. und 40. Lebensjahr. Mögliche Auslöser können das Absetzen der Antibabypille, Stress oder Übergewicht sein.
Kosmetikakne:
Ein Überpflegen der Haut, vor allem mit fetthaltigen Mitteln, kann akneähnliche Hautveränderungen hervorrufen.
Akne inversa:
Schwere Form der Akne, an der hauptsächlich Erwachsene, vor allem Männer leiden. Auslöser sind nicht die Talgdrüsen, sondern entzündete Haarfollikel. Häufig betroffene Regionen sind Gesicht, Schultern, Nacken, Brust, Rücken, Achseln sowie Genital- und Gesäßbereich.
Diagnose
Die Symptome einer Akne sind meist sehr eindeutig. Vereinfacht wird die Diagnose, wenn sich der Patient gerade in der Pubertät befindet. Dennoch sollte der Hautarzt abklären, ob nicht eine andere Akneerkrankung (z. B. eine Kontaktakne) vorliegt.
Behandlung
Die Behandlung richtet sich immer nach der Schwere der Akne. Abhängig davon wird eine äußere, innere oder kombinierte Therapie eingesetzt.
Innere Behandlung
Antibiotika:
Bestimmte Antibiotika wirken nicht nur den Entzündungsprozessen entgegen, sondern verringern auch die Talgproduktion.
Hormone (nur für Frauen):
Häufig wirkt die Einnahme der Pille aknelindernd. Ähnlich wirken Hormontherapien mit Östrogenen und Antiandrogenen.
Isotretinoin:
Dieser Wirkstoff ist ein Abkömmling der Vitamin-A-Säure und wird nur bei schwerer bis sehr schwerer Akne eingesetzt. Er hemmt zwar erfolgreich die Talgproduktion, hat allerdings starke Nebenwirkungen.
Achtung: So sollten z. B. gebärfähige Mädchen und Frauen das Mittel nicht einnehmen, da es bei einer Schwangerschaft stark fruchtschädigend wirkt.
Äußere Behandlung
Antibiotische Salben:
Antibiotische Salben bekämpfen Erreger und damit auch Entzündungen. Allerdings kann der häufige Gebrauch zu einer Unempfindlichkeit (Resistenz) führen.
Benzoylperoxid (BPO):
Dieser Wirkstoff ist meist in speziellen Cremes und Waschlotionen enthalten. Er wirkt antimikrobiell, hemmt also die Erregerbildung und beugt so Entzündungen vor. BPO hat keinen Einfluss auf die Talgproduktion.
Vitamin A-Säure (Retinoide):
Retinoide haben eine hautabschälende und talghemmende Wirkung. Es kann allerdings zu Hautreizungen führen (Rötungen, Brennen etc.).
Fruchtsäure:
Wirkt ähnlich wie Vitamin-A-Säure. Ist allerdings nicht so effektiv, dafür aber sanfter zur Haut.
Alternative Heilmethoden
Viele Aknepatienten vertrauen alternativen Heilmethoden. Dazu gehören unter anderem Homöopathie und Phytotherapie sowie die Traditionelle Chinesische Medizin (z. B. Akupunktur, Akupressur). Entspannungs- und Gesprächstherapien helfen, mit der seelischen Belastung fertig zu werden. Nicht selten entwickeln Betroffene Depressionen und ziehen sich von ihrer Umwelt zurück.
Vorbeugung
Abhängig von der Veranlagung und Empfindlichkeit lässt sich eine Akne zwar nicht unbedingt verhindern, aber zumindest eine Verschlimmerung vermeiden:
Achten Sie auf eine regelmäßige Pflege und Reinigung der Haut. Dazu gehört auch ein mildes Peeling ein- bis dreimal wöchentlich. Die Produkte sollten auf Ihre Hautprobleme abgestimmt sein. Fettreiche Cremes sind Gift für hyperaktive Talgdrüsen.
Gehen Sie sorgfältig mit Ihrer Haut um. Kräftiges Reiben und Rubbeln führt zu Irritationen.
Nicht an Pusteln herumdoktern! Das sollten Sie der Kosmetikerin überlassen. Denn das unfachmännische Ausdrücken von Pickeln kann zu Infektionen und Narbenbildung führen. Wer es dennoch nicht lassen kann, sollte sich vom Profi zumindest zeigen lassen, wie es richtig geht.
Kosmetische Behandlungen können der Pickelbildung vorbeugen. Die Kosmetikerin weicht die Haut auf, reinigt sie und entfernt die Mitesser.
Früher ging man davon aus, dass sich die Ernährung auf die Aknebildung auswirkt. Heute ist diese These sehr umstritten. Eine gesunde und ausgewogene Ernährung ist aber sicher kein Fehler.
(CI) 13.02.2005

