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Krankheiten

Sinusitis (Nasennebenhöhlenentzündung)

Mit einem Schnupfen fangen die Probleme in der Regel an. Sind die oberen Atemwege aufgrund einer Erkältung erst einmal angegriffen, haben Erreger ein leichtes Spiel. Sie nisten sich in den Nasennebenhöhlen ein und verursachen eine Sinusitis.

Der Betroffene leidet unter drückenden Kopf- und Gesichtsschmerzen. Eine Entzündung der Nasennebenhöhlen darf nicht auf die leichte Schulter genommen werden. Bei Nichtbehandlung kann die Infektion nicht nur chronisch werden, es können sich auch ernste Folgeerkrankungen entwickeln (z. B. Sehstörungen, Hirnhautentzündung).

Symptome

Charakteristisch für eine Sinusitis ist der drückende Schmerz im Stirn- und Nebenhöhlenbereich. Der Schmerz verstärkt sich, wenn man den Kopf nach unten hält (Bückbewegungen) oder auf die betroffene Stelle Druck ausübt. Die Beschwerden werden durch einen Sekretstau in den Nebenhöhlen hervorgerufen. Weitere mögliche Symptome sind Schwindel, Fieber und eitriger Schnupfen. Sind die Augenlider gerötet und geschwollen, deutet das auf eine bereits ausgeweitete Infektion hin.

Eine unzureichend behandelte Sinusitis kann ernste Komplikationen nach sich ziehen. Breitet sich die Entzündung z. B. in Richtung Augen aus, können Sehstörungen und sogar Sehverlust die Folge sein. Besonders gefährlich ist eine Ausweitung der eitrigen Infektion auf das Gehirn. Das kann zu Knochenentzündungen, neurologischen Schäden, Hirnhautentzündung und Blutgerinnseln führen.

Wird eine Nebenhöhlenentzündung nicht therapiert, besteht die Gefahr, dass die Erkrankung chronisch wird. Der Betroffene leidet dann unter den gleichen Symptomen wie bei einer akuten Sinusitis. Die Beschwerden sind aber in der Regel weniger ausgeprägt.

Ursachen

In den meisten Fällen ist eine Sinusitis die Folgeerkrankung eines Schnupfens oder einer Halsentzündung. Die verantwortlichen Erreger sind in erster Linie Viren und Bakterien (z. B. Streptokokken, Staphykokken, Pneumokokken). Aber auch Pilze oder eine Allergie können eine Infektion der Nasennebenhöhlen verursachen.

Die Nebenhöhlen befinden sich seitlich und oberhalb der Nase. Besonders infektionsanfällig sind die seitlich liegenden Kiefernhöhlen und die Siebbeinzellen. Haben sich die Erreger erst mal in den Nebenhöhlen eingenistet, schwillt die Nasenschleimhaut an. Das Nasensekret kann nicht mehr korrekt abfließen und staut sich im Nebenhöhlenbereich.
Anatomische Besonderheiten (z B. enger Nasengang, Polypen) begünstigen die Ausbildung einer Sinusitis.

Diagnose

Die Diagnose erfolgt anhand der typischen Symptome. Der Arzt kann zusätzlich das Naseninnere mit einem Endoskop auf Schwellungen und eitriges Nasensekret untersuchen. Zur Abklärung der Diagnose kann eine Ultraschallaufnahme und ein Bluttest durchgeführt werden. Unter Umständen wird ein Abstrich gemacht, um den auslösenden Erreger aufzuspüren.

Behandlung

Medikamentöse Behandlung

Eine schwere und andauernde (bakterielle) Sinusitis sollte mit einem Antibiotikum behandelt werden. Zur Linderung der Kopf- und Gesichtsschmerzen kann unter Umständen ein rezeptfreies Schmerzmittel eingenommen werden.

Für ein schnelleres Abfließen des Nasensekrets sorgen schleimlösende Medikamente. Zusätzlich muss der Patient viel trinken, das verstärkt den schleimverdünnenden Effekt des Mittels.

Um das Druckgefühl zu mindern, kann kurzfristig (maximal 10 Tage) ein abschwellendes Nasenspray eingenommen werden. Salzwassernasensprays befeuchten die Nasenwände.

Verursacht eine Allergie eine chronische Sinusitis, muss die allergische Reaktion mit entsprechenden Mitteln (z. B. einem Antihistaminikum) behandelt werden.

Nichtmedikamentöse Behandlung

Dampfbäder und Inhalationen (z. B. mit Salz, Kamille, Salbei) sorgen häufig für Linderung. Besonders effektiv sind diese Anwendungen, wenn etwa 20 bis 30 Minuten zuvor ein abschwellendes Nasenspray eingenommen wird. Nasenduschen befeuchten und reinigen die Nasenwände mit Salzwasser. Wohltuend wirkt in vielen Fällen eine wärmende Bestrahlung mit Infrarotlicht.

Operative Behandlung

Lässt sich die Sinusitis nicht therapieren, muss ein Eingriff in Erwägung gezogen werden. So kann z. B. das Durchstechen der Kieferhöhlenwand eine schnelle Erleichterung verschaffen. Den Durchbruch nutzt der Arzt zum Ausspülen der Kieferhöhle. Dieser unangenehme, ambulante Eingriff wird heute allerdings nur noch selten durchgeführt.

Schlagen alle Behandlungsmethoden fehl, muss die Nasenschleimhaut unter Umständen operativ entfernt werden. Gleichzeitig können eventuell vorhandene anatomische Ursachen korrigiert werden (z. B. Begradigung der Nasenscheidwand). Die OP erfolgt unter Vollnarkose, der Patient muss ein paar Tage im Krankenhaus bleiben.

Alternative Heilmethoden

Dampfbäder und Inhalationen (z. B. mit Salz, Kamille, Salbei) sorgen häufig für Linderung. Bewährt haben sich unter anderem Homöopathie, Phytotherapie (Pflanzenheilkunde) und Kneipptherapien. Lindernd wirken auch einige Heilmethoden der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM), z. B. Akupunktur und Akupressur.

Vorbeugung

In den meisten Fällen ist die Sinusitis das unangenehme "Anhängsel" eines Schnupfens. Daher ist es wichtig, den Schnupfen so gewissenhaft zu behandeln, dass eine Infektion der Nasennebenhöhlen erst gar nicht entsteht. Darauf sollten Sie achten:

  • Trinken Sie viel, das verdünnt den Schleim und wirkt einem Sekretstau entgegen. Zusätzlich können Sie einen rezeptfreien Schleimlöser einnehmen.
  • Benutzen Sie abschwellendes Nasenspray. Allerdings maximal 10 Tage, sonst besteht die Gefahr, dass die Nasenschleimhaut geschädigt wird und man nasensprayabhängig wird. Spülen Sie regelmäßig Ihre Nase aus (z. B. mit einer Nasendusche)
  • Sorgen Sie für feuchte Raumluft. Hängen Sie feuchte Handtücher auf, oder stellen Sie eine Wasserschüssel auf die Heizung.
  • Verursachen anatomische Besonderheiten (z. B. Engpässe in der Nase, Polypen) immer wieder eine Sinusitis, sollten diese operativ entfernt bzw. korrigiert werden.

(CI) 13.02.2005

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