Krankheiten
Mandelentzündung (Tonsillitis acuta)
Symptome
Charakteristisch für eine Mandelentzündung sind die starken Halsschmerzen und Schluckbeschwerden. Hinzu kommen Kopfschmerzen, Atemnot, Abgeschlagenheit, Fieber, angeschwollene Lymphknoten und verstärkter Speichelfluss.
Zu Komplikationen kann es kommen, wenn die Mandelentzündung nicht richtig ausheilt. Eine mögliche Folge ist die Vereiterung der Mandeln. Dadurch verstärken sich die vorhandenen Beschwerden massiv. Hohes Fieber und Schmerzen plagen den Betroffenen. Zudem besteht die Gefahr, dass sich die Bakterien mit dem Eiter im Körper ausbreiten und zu einer Blutvergiftung führen (Sepsis).
Tritt die Mandelentzündung immer wieder auf, ist sie höchstwahrscheinlich chronisch geworden. Die permanente Entzündung der Mandeln kann dann zu schweren Folgeerkrankungen führen, wie z. B. Rheuma oder Herz- und Nierenerkrankungen.
Ursachen
In den meisten Fällen wird die akute Mandelentzündung durch Bakterien hervorgerufen. Typische Erreger sind Streptokokken, Pneumokokken oder Staphylokokken. Das Immunsystem des Patienten ist meist durch eine andere Krankheit, z. B. einer Erkältung, geschwächt und bietet den Bakterien kaum Widerstand.
Diagnose
Eine akute Mandelentzündung lässt sich relativ leicht diagnostizieren. Die typischen Symptome geben den entscheidenden Hinweis. Der Arzt wird zunächst den Hals- und Rachenraum untersuchen. Gerötete und angeschwollene Mandeln, womöglich bereits mit Eiterpöckchen oder einem weißgrauen Belag, lassen auf eine Mandelinfektion schließen. Der Patient hat in der Regel eine belegte Zunge und angeschwollene Lymphknoten.
Zur Absicherung kann der Erreger anhand eines Abstrichs bestimmt werden. Mit Hilfe einer Blutuntersuchung wird die Blutsenkungsgeschwindigkeit gemessen. Diese ist bei einer Infektion im Körper meist auffällig erhöht.
Behandlung
Medikamentöse Behandlung
Eine einfache Mandelentzündung sollte nach etwa einer Woche ausgestanden sein. Die Schmerzen und das Fieber lassen sich meist mit rezeptfreien Medikamenten bekämpfen. Bei einer eitrigen Krankheitsform hingegen sollte ein Antibiotikum eingenommen werden, um die Erreger erfolgreich zu vernichten.
Nichtmedikamentöse Behandlung
Jeder Schluck schmerzt, deshalb sollten Sie nur Weiches und Breiiges essen.
Besonders unangenehm für den Hals ist alles, was scharf oder sauer ist. Darauf sollten Sie die nächsten Tage verzichten. Kaltes hingegen ist eine Wohltat. Lutschen Sie zwischendurch an einem Eiswürfel oder gönnen Sie sich mal ein leckeres Eis.
Innen kalt und außen warm - so mag es der geplagte Hals. Ein warmer Halswickel wird von den meisten Patienten als sehr angenehm empfunden.
Kalte Wadenwickel wirken fiebersenkend und
nehmen Sie viel gesunde Flüssigkeit zu sich.
Gurgeln Sie regelmäßig, ideal sind Lösungen mit Kamille und Salbei. Sollte das Gurgeln zu schmerzhaft sein, können die Wirkstoffe auch mit einem Dampfbad inhaliert werden.
Operative Behandlung
Wer mehrmals jährlich von einer akuten Mandelentzündung heimgesucht wird, läuft Gefahr, dass die Erkrankung chronisch wird. Um dem vorzubeugen, sollte eine operative Entfernung der Mandeln in Erwägung gezogen werden. Der einfache Eingriff wird stationär durchgeführt und der Patient kann bereits nach ein paar Tagen das Krankenhaus wieder verlassen.
Alternative Heilmethoden
Begleitend können unter anderem Homöopathie, Phytotherapie (Pflanzenheilkunde) und Heilmethoden der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) eingesetzt werden.
Vorbeugung
Häufig ist die akute Mandelentzündung die Folge einer Erkältung. Daher ist es wichtig, eine Erkältung so gewissenhaft zu behandeln, dass die Infektion sich möglichst nicht ausbreitet.
(CI) 13.02.2005

