Home » Krankheiten » Lungenentzündung
Krankheiten

Lungenentzündung

Die Lungenentzündung verbreitet Angst und Schrecken wie kaum eine andere Infektionskrankheit. Das ist auch kein Wunder, denn die Pneumonie - wie das Leiden im Fachjargon genannt wird - ist die gefährlichste aller Atemwegsinfektionen. Pro Jahr werden allein hierzulande mehrere 100.000 Menschen von der Krankheit betroffen. Und sehr viele von ihnen sterben auch heute noch an den Folgen. In Deutschland rangiert die Krankheit auf Platz 6 der Todesursachenliste.

anzeige anzeige

Besonders gefährlich sind Lungenentzündungen, die man sich im Krankenhaus einfängt. Denn Erreger, die in einer Klinik "überleben", haben in vielen Fällen eine Resistenz gegen Antibiotika entwickelt - und sind daher nur noch schwer zu behandeln. Zur Risikogruppe gehören vor allem kleine Kinder, ältere, chronisch kranke oder abwehrgeschwächte Menschen und starke Raucher.

Symptome

Lungenentzündungen können sich in Stärke und Dauer individuell sehr verschieden entwickeln. Das hängt vom Erreger und der Konstitution des Patienten ab. Generell lässt sich jedoch sagen: Bakteriell bedingte Pneumonien verlaufen am heftigsten.

Stecken Viren oder Parasiten hinter der Infektion, bleibt die Erkrankung zunächst unbemerkt. Erst nach ein paar Tagen zeigen sich die ersten Beschwerden, die einer Erkältung ähneln. Es treten Kopf- und Gliederschmerzen auf sowie leichtes Fieber, das nur selten über 38,5°C steigt. Hinzu kommt ein trockener, anhaltender, quälender Reizhusten. Besonders charakteristisch ist: Meist kann man kaum abhusten. Zu den seltener auftretenden Symptomen zählen: akute Atemnot, Schüttelfrost sowie Schmerzen beim Einatmen.

Der bakteriell bedingten Lungenentzündung geht meist ein normaler Infekt des oberen Hals- oder Rachenbereichs voraus. Wandern die Bakterien von dort aus in die Lunge, kommt es zu Schüttelfrost. Darauf folgt hohes Fieber, das bis auf 40°C ansteigen kann. Kennzeichnend ist der andauernde Husten. Es kommt zu Auswurf, der zu Beginn häufig rotbraun, später dann gelb-grünlich gefärbt ist. Die Betroffenen fühlen sich im allgemeinen ausgesprochen elend. Sie atmen schnell und oberflächlich. Manchmal entzündet sich im Verlauf einer Lungenentzündung auch das Lungenfell. Dann kommt es zu Schmerzen beim Atmen.

Bei einem gesunden Menschen heilt eine Pneumonie im allgemeinen nach ein paar Wochen aus. In manchen Fällen kommt es jedoch zu Komplikationen, vor allem, wenn die Krankheit nicht erkannt und zu spät behandelt wird. Menschen, die über ein schwaches Immunsystem verfügen, haben generell ein höheres Risiko, eine schwere Form der Lungenentzündung zu erleiden. In diesen Fällen kann eine Pneumonie lebensgefährlichen Verläufe annehmen, die zum einen die Lunge selbst, zum anderen aber auch auf weitere Körperteile betreffen können.

Ist die Lunge stark geschädigt, tritt Atemnot auf, In diesem Stadium können sich Lippen und Fingernägel bläulich-violett verfärben. Im schlimmsten Fall ist das Gewebe so stark in Mitleidenschaft gezogen, dass der Patient nicht mehr selbstständig atmen kann.

Eine andere Komplikation ist ein Lungenabszess, der mit einer Eiteransammlung einher geht. Lebensbedrohlich wird es auch, wenn sich aus der Lungenentzündung eine Sepsis entwickelt. In diesem Fall breiten sich die Bakterien im ganzen Körper aus und es kommt zu Entzündungsreaktionen an anderen Stellen, wie der Herzklappe, der Hirnhaut oder der Niere. Letztendlich besteht bei schweren Pneumonien die Gefahr, dass sie zu einem Lungen-, Nieren oder Herzversagen und somit zum Tod führen kann.

Hinzu kommt: Lungenentzündungen können immer wieder kehren und chronisch werden. Dann vernarbt das Gewebe und die Lungenfunktion wird beeinträchtigt. Zu dieser Risikogruppe gehören vor allem Menschen, die bereits zuvor unter Lungen- oder Herzerkrankungen gelitten haben. Dazu zählen Patienten mit chronischer Bronchitis, Asthma bronchiale, koronarer Herzkrankheit oder Herzschwäche.

Ursachen

Lungenentzündungen treten vor allem in den kalten Monaten auf, wenn Atemwegsinfektionen die Runde machen. Meist werden die Krankheitserreger über die Luft übertragen und eingeatmet. Dabei kann man sich auf verschiedene Weise anstecken: Direkt bei einem erkrankten Menschen - vor allem, wenn dieser niest oder hustet - oder bei sich selbst. Denn nicht selten wächst sich eine banale Erkältung, Bronchitis oder Grippe zu einer Lungenentzündung aus.

Als Übeltäter kommen verschiedene Mikroorganismen in Frage. Größtenteils liegt ein Bakterienbefall vor. Die häufigste und somit klassische Form der Lungenentzündung wird durch Pneumokokken hervorgerufen.

Lungenentzündungen können aber auch durch Viren, Pilze oder Parasiten ausgelöst werden. Nicht selten setzt sich in diesem Fall zusätzlich eine bakterielle Infektion auf die vorgeschädigte Lunge.

Besonders gefürchtet sind bakteriell bedingte Infektionen, die man sich bei einem Krankenhausaufenthalt zuzieht. Dabei handelt es sich häufig um Bakterienstämme, die eine Resistenz gegen Antibiotika entwickelt haben - und sich nur schwer therapieren lassen.

Neben infektiösen Ursachen können Lungenentzündungen auch durch das Einatmen giftiger Chemikalien verursacht werden oder durch Fremdkörper, die in die Lunge gelangen. Außerdem haben bettlägerige Patienten ein höheres Risiko eine Lungenentzündung zu erleiden. Grund: Durch das lange Liegen stauen sich Sekrete in der Lunge. Das Gewebe wird daraufhin schlechter belüftet und durchblutet und ist somit anfälliger für Erreger. Auch Herzschwächen, Herzinfarkte oder Thrombosen können eine Lungenentzündung nach sich ziehen.

Diagnose

Zunächst wird der Arzt die Lunge auf Atemgeräusche abhören und den Patienten abklopfen. Um das Ausmaß der Erkrankung festzustellen, ist eine Röntgenuntersuchung notwendig. Darüber hinaus können Blutproben entnommen werden, um den Erreger festzustellen. Manchmal wird auch der Auswurf untersucht.

Behandlung

Oft muss die Behandlung in Angriff genommen werden, bevor man den Erregertyp kennt. Um möglichst viele potentielle Keime bekämpfen zu können, beginnt die Therapie in diesem Fall mit Breitspektrenantibiotika. Ist der Erreger ermittelt, wird die Behandlung umgestellt.

Allerdings kann man generell nur Bakterien, Pilze und Parasiten medikamentös therapieren. In der Regel kommt ein Antibiotika zum Einsatz. Sind Pneumokokken die Ursache, ist Penicillin das Mittel der Wahl. Stecken Viren hinter der Krankheit, konzentriert sich die Therapie auf die Vermeidung oder Behandlung von bakteriellen Nachfolge-Infektionen.

Darüber hinaus ist Schonung wichtig und Bettruhe angezeigt. Außerdem sollte man genügend trinken. Dadurch löst sich der Schleim, was wiederum das Abhusten erleichtert. Während Hustenstiller meist nicht helfen, können schleimlösende Medikamente dem Patienten durchaus Linderung verschaffen. Festsitzender Schleim kann auch durch Abklopfen des Rückens gelockert werden. Zudem sollte man auf eine feuchte Raumluft achten und gegebenenfalls Atemgymnastik durchführen.

Eine leichte Lungenentzündung kann ambulant behandelt werden. Bei schwererem Verlauf oder bei Risikopatienten wie beispielsweise kleinen Kindern oder älteren Menschen wird ein Krankenhausaufenthalt notwendig.

Alternative Heilmethoden

Vorneweg gesagt: Die bakteriell bedingte Lungenentzündung muss immer medikamentös behandelt werden. Sind Viren die Ursache, helfen Medikamente nicht. In beiden Fällen können Sie Ihrer Lunge durch ein paar unterstützende Maßnahmen helfen, gesund zu werden. Trinken Sie viel und achten Sie auf feuchte Raumluft.

Empfehlenswert ist auch eine spezielle krankengymnastische Therapie. Durch Atemübungen wird die Belüftung der Lunge verbessert und das Abhusten erleichtert. Bei viel Auswurf können darüber hinaus Inhalationen sinnvoll sein.

Vorbeugung

Nicht selten entwickeln sich Lungenentzündungen aus banalen Erkältungen. Um seine Lunge vor diesem Risiko zu schützen, sollte man daher das eigene Immunsystem stärken. Das funktioniert am besten durch eine gesunde Lebensführung mit ausgewogener Ernährung und körperlicher Betätigung ohne Nikotin. Eine Bronchitis sollte darüber hinaus generell unter ärztlicher Behandlung auskuriert werden. Außerdem ist es empfehlenswert, zu erkrankten Personen Abstand zu halten.

Da sich auch eine Grippe zur Lungenentzündung auswachsen kann, ist es ratsam, jährliche Grippeimpfungen wahrnehmen. Wer zur Gruppe der Risikopatienten gehört, kann sich zusätzlich gegen die häufigsten bakteriellen Erreger, die Pneumokokken, impfen lassen. Und: Waschen Sie sich nach jedem Krankenhausbesuch gründlich die Hände. Denn Kliniken sind potentielle Ansteckungs-Orte. Sie beherbergen nicht selten besonders gefährliche Erreger, die gegen Antibiotika resistent sind.

Tipp: Bei bettlägerigen Patienten sollten spezielle krankengymnastische Übungen durchgeführt werden. Dadurch wird die Lunge belüftet und das Risiko eines Sekretstaus gesenkt.

(CI) 13.02.2005

Anzeige