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Krankheiten

Syphilis (Lues, harter Schanker)

Die Syphilis wurde bereits im 15. Jahrhundert als "Geißel Gottes" bezeichnet. Syphilisepidemien wüteten in ganz Europa und kosteten vielen Menschen das Leben. Darunter waren historische Persönlichkeiten, wie der Schriftsteller Heinrich Heine oder der Maler Henri Toulouse-Lautrec.

Unbehandelt verläuft die Erkrankung in vier Stadien - die letzte Phase ist tödlich. Dank Antibiotika hat die Syphilis heute ihren Schrecken verloren. Leider steigt die Zahl der Neuinfektionen wieder dramatisch an. Die nachlassende Angst vor Aids führt dazu, dass immer öfter ungeschützter Sexualverkehr praktiziert wird. Dieses fahrlässige Verhalten hat eine Zunahme aller Geschlechtskrankheiten zur Folge.

Syphilis wird auch als "harter Schanker" oder "Lues" bezeichnet. Laut Infektionsschutzgesetz ist die bakterielle Infektionskrankheit meldepflichtig.

Symptome

Die Syphilis verläuft in vier Stadien. Jedes Stadium zeigt typische Krankheitsbilder:

Stadium I (Primärstadium)

Die ersten Symptome zeigen sich nach ca. zwei bis 12 Wochen. Abhängig davon, wo die Erreger eindringen, entwickeln sich im Genitalbereich, Anus oder Mund kleine, harte Knötchen (Ulcus durum). Diese Mini-Geschwüre heilen auch unbehandelt nach etwa zwei bis sieben Wochen ab. Die Knötchen sind nicht schmerzhaft, hinterlassen aber Narben. Unter Umständen schwellen die Lymphknoten an.

Stadium II (Sekundärstadium)

Nach etwa neun bis 12 Wochen zeigen sich die ersten Symptome der sekundären Syphilis. Dazu gehören Fieber, Abgeschlagenheit, Kopf- und Gelenkschmerzen sowie angeschwollene Lymphknoten. Diese uncharakteristischen Beschwerden werden häufig mit einer Erkältung verwechselt. Typisch hingegen ist ein Hautausschlag (Syphilid), der sich über den gesamten Körper ausbreiten kann. Es bilden sich gleichzeitig Papeln im Genital-, Anal- und Mundbereich. Diese Pusteln sind hochinfektiös. Es kann zu kreisrundem Haarausfall und Pigmentstörungen kommen. Auch unbehandelt klingen die Symptome nach etwa ein bis vier Monaten wieder ab. Dann tritt die Syphilis in die Latenzphase ein. Das heißt, die Erkrankung verläuft jetzt beschwerdefrei. Die Latenz kann ein paar Jahre, Jahrzehnte oder lebenslang anhalten.

Stadium III (Tertiärstadium)

Kommt es nach Jahren zu einem erneuten Ausbruch der unbehandelten Syphilis, nimmt die Infektion einen schweren Verlauf. Die Erreger schädigen innere Organe (Herz, Leber, Lunge, Nieren, Gehirn) sowie Knochen, Nerven und Gefäße. Es entwickeln sich am und im Körper aggressive Geschwüre aus, die sogenannten Gummen. Diese Wucherungen sind.

Stadium IV (Quartärstadium)

Nach 20 bis 30 Jahren tritt die Syphilis in ihre letzte und tödliche Phase ein, die man auch als "Metalues" bezeichnet. Die Erreger attackieren die Hirnhaut sowie Nervenstränge und -knoten. Der Patient leidet unter Lähmungen und völligem geistigen Zerfall (Demenz). Schließlich endet das Quartärstadium tödlich.

Ursachen

Erreger der Syphilis ist das Bakterium "Treponema pallidum". Eine Übertragung erfolgt durch Schleimhautkontakte. Eine Ansteckung ist über vaginale, anale und orale Sexualpraktiken sowie Zungenküsse möglich. Schwangere können ihr ungeborenes Kind infizieren. Außerdem können die Erreger über Hautverletzungen eindringen oder mittels Bluttransfusion übertragen werden.

Diagnose

Es gibt verschiedene Diagnostikmöglichkeiten:

  • Abstrich eines Syphilisgeschwürs (im Stadium I) wird mikroskopisch untersucht
  • Nachweis von Syphilisantikörpern im Blut.
  • Entnahme und Analyse von Rückenmarksflüssigkeit (Liqour). Eine solche Punktion wird bei Verdacht auf Nervenschäden durchgeführt.

Behandlung

Die Syphilis muss so früh wie möglich therapiert werden. Dank Penicillin ist die Geschlechtskrankheit gut behandelbar. Bei einer Penicillinallergie können auch andere Antibiotika (z. B. Tetracyclin) eingesetzt werden. Die Dosierung ist abhängig vom Erkrankungsstadium. Die Syphilis verläuft chronisch. Daher sind regelmäßige ärztliche Nachuntersuchungen mindestens einmal jährlich notwendig.
Wichtig: Der Patient sollte sexuell enthaltsam leben, bis die Infektion laut Arzt ausgeheilt bzw. nicht mehr ansteckend ist.

Alternative Heilmethoden

Es gibt bislang keine alternativen Behandlungsmöglichkeiten.

Vorbeugung

Es existiert kein Syphilisimpfstoff. Geschützter Sex ist noch die beste Prophylaxe. Die Benutzung eines Kondoms beugt zudem auch anderen Geschlechtskrankheiten vor. Wer sicher gehen möchte, sollte auch auf orale Sexualpraktiken verzichten. Je häufiger der Sexualpartner gewechselt wird, desto größer ist die Infektionsgefahr.

(CI) 13.02.2005

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