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Eileiterschwangerschaft (Tubargravidität)

Schätzungsweise eine von 100 Schwangerschaften verläuft nicht so, wie es Mutter Natur vorgesehen hat: Das befruchtete Ei nistet sich außerhalb der Gebärmutter (extrauterine Schwangerschaft) in der Bauchhöhle oder im Eileiter ein. Letzteres kommt besonders häufig vor. Bei etwa 95% aller extrauterinen Schwangerschaften handelt es sich um eine Eileiterschwangerschaft. Das eingenistete Ei stirbt in den meisten Fällen nach einigen Wochen ab. Lebensgefährlich wird die fehlgeleitete Schwangerschaft, wenn der Eileiter abreißt und zu starken Blutungen führt.

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Symptome

Eine Eileiterschwangerschaft zeigt zunächst alle Anzeichen einer regulären Schwangerschaft: Die Periode bleibt aus, und auch der Schwangerschaftstest ist positiv.

In den meisten Fällen wird die Fruchtkapsel nach spätestens drei Monaten mangels Platz und Versorgung abgestoßen. Der Abort (Fehlgeburt) kann Blutungen verursachen. Die Symptome einer Eileiterschwangerschaft können von Frau zu Frau variieren.

Mögliche Beschwerden einer extrauterinen Schwangerschaft sind Zwischen- und Schmierblutungen, Unterleibsschmerzen (Ziehen, Drücken, Stechen), druckempfindlicher Bauch, Schwindel, Ohnmachtsanfälle und Schwächegefühl.

Aber: Eine Eileiterschwangerschaft kann auch völlig unbemerkt verlaufen. Das Ausbleiben der Menstruation wird nicht ernst genommen, genau so wenig wie eventuell auftretende Zwischenblutungen.

Mögliche Komplikationen

Eine gefürchtete Komplikation ist das Abreißen (Ruptur) des Eileiters. Hierfür besteht ein erhöhtes Risiko, wenn sich das Ei in einem engen Bereich des Eileiters festgesetzt hat. Die Ruptur kann zu lebensbedrohlichen Blutungen in den Bauchraum führen. Diese Verletzung verursacht starke Schmerzen, die wiederum einen gefährlichen Schock auslösen können.

Ursachen

Häufigste Ursache ist ein beeinträchtigter Eileiter. Ist dieser verklebt, verformt oder verwachsen wird dem befruchteten Ei der Weg zur Gebärmutter versperrt. Notgedrungen setzt sich die "gefangene" Fruchtkapsel im Eileiter fest.

Weitere mögliche Risikofaktoren sind:

    * Spirale
    * Endometriose
    * künstliche Befruchtung
    * Fehlgeburt
    * Schwangerschaftsabbruch (Abtreibung)
    * Chlamydieninfektion
    * Unterleibsoperationen

Diagnose

Eine frühe Diagnose kann lebensgefährliche Komplikationen verhindern. Bei Verdacht wird der Arzt die Patientin zu ihrer Krankengeschichte (Anamnese) befragen. Hier spielen unter anderem gynäkologische Erkrankungen, Verhütungsmittel (Spirale), eventuelle Fehlgeburten oder Schwangerschaftsabbrüche eine Rolle. Es ist nicht einfach, eine beginnende Eileiterschwangerschaft zu erkennen.

Unterleibsbeschwerden und ein positiver Schwangerschaftstest können auf eine Eileiterschwangerschaft hinweisen. Der Arzt wird die Gebärmuttergröße kontrollieren, denn bei einer normal verlaufenden Schwangerschaft dehnt sich der Uterus aus. Zusätzlich wird mittels Blutuntersuchung der HCG-Wert (Humanes Choriongonadotropin) bestimmt. HCG ist ein Schwangerschaftshormon, dessen Wert sich bei einer regulären Schwangerschaft stetig erhöht. Ist weder eine Gebärmutterausdehnung noch ein kontinuierliches Ansteigen des Schwangerschaftshormons feststellbar, bestätigt das den Verdacht auf eine Eileiterschwangerschaft.

Zur Absicherung der Diagnose wird eine Ultraschalluntersuchung durchgeführt. Ab etwa der sechsten Schwangerschaftswoche ist ein Embryo in der Gebärmutter zu erkennen. Ist die Gebärmutterhöhle "leer", ist es wahrscheinlich, dass sich das Ei außerhalb eingenistet hat.

Behandlung

Bereitet die diagnostizierte Eileiterschwangerschaft keinerlei Beschwerden, ist eine Behandlung nicht unbedingt notwendig. Unter Umständen bildet sich die Schwangerschaft problemlos wieder zurück (Tubarabort). Die Patientin sollte allerdings unter ärztlicher Beobachtung bleiben.

Treten Beschwerden auf, muss die Schwangerschaft operativ entfernt werden. Dies erfolgt über eine Bauchspieglung (Laparoskopie). In einem frühen Schwangerschaftsstadium ist eine Teil-Entfernung von Eileiter und Eierstock meist nicht notwendig. Allerdings erhöht der Unterleibseingriff die Gefahr weiterer Eileiterschwangerschaften.

Alternativ zu einer OP kann das Zellgift Methotrexat verabreicht werden. Der Wirkstoff hemmt das Eiwachstum. Die Frucht stirbt ab, und es kommt zu einem Abbruch. Eine Behandlung mit dem Zellgift ist abhängig von der Schwangerschaftsdauer und dem Gesundheitszustand der Patientin.

Alternative Heilmethoden

Es gibt bislang keine alternativen Behandlungsmöglichkeiten.

Vorbeugung

Einer Eileiterschwangerschaft kann man nicht vorbeugen.

(CI) 12.12.2005

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