Krankheiten
Vitaminmangel (Hypovitaminose)
Symptome
Niemand leidet von heute auf morgen an Vitaminmangel. Nur wenn der Vorrat nicht regelmäßig aufgefüllt wird, entstehen langsam die ersten Mangelerscheinungen. Viele Symptome (wie Müdigkeit) sind unspezifisch und werden häufig nicht ernst genommen. Doch langfristig kann Vitaminmangel ernste Folgeerkrankungen hervorrufen, wie z. B. Depressionen, Bluthochdruck, Demenz oder Herzinfarkt.
Abhängig vom fehlenden Vitamin, treten die unterschiedlichsten Beschwerden auf:
- Müdigkeit, Lustlosigkeit
- Konzentrations- und Gedächtnisschwäche, Leistungsabfall
- Magendarmprobleme
- Appetitverlust
- Kopfschmerzen
- Infektanfälligkeit
- verzögerte Wundheilung
- Haut- und Haarprobleme, brüchige Fingernägel
- Muskelverhärtungen
- Sehstörungen in Dunkelheit und Dämmerung
Ursachen
Es gibt 13 Vitamine, die unseren Stoffwechsel antreiben. Man unterscheidet dabei wasserlösliche (z. B. Vitamin C) und fettlösliche Vitamine (z. B. Vitamin E). Sie alle haben wichtige Funktionen in unserem Körper. So stärken sie unter anderem das Immunsystem, Haut und Haar oder schützen den Körper vor freien Radikalen. Herrscht bei nur einem Vitamin eine Unterversorgung, hat das gesundheitliche Konsequenzen (siehe auch Symptome).
Viel Nahrung, wenig Vitamine
Es hört sich paradox an, dass Menschen, die in wohlhabenden Industrieländern leben, unter Mangelerscheinungen leiden können. Die Zeiten, dass Seeleute an Skorbut starben, weil sie nicht genügend Vitamin C erhielten, sind vorbei. Doch einseitige Ernährung fordert auch heute noch ihren Tribut. Denn wer sich nur von Fastfood, Fertiggerichten und ungesundem Naschwerk ernährt, hat bald ein dickes Minus auf seinem Vitaminkonto.
Auch Radikaldiäten sind in der Regel wenig vitaminreich. Erschwerend kommt hinzu, dass viele unserer gesunden Lebensmittel immer weniger Vitamine enthalten. Schuld daran sind ausgelaugte Böden, sowie lange Transport- und Lagerzeiten. Aber auch eine falsche Essenszubereitung macht den Vitalstoffen den Garaus.
Risikogruppen:
In bestimmten Lebenssituationen braucht der Mensch eine Extraportion an Vitaminen. Kinder und Jugendliche treiben damit ihr Wachstum an. Werdende und stillende Mütter brauchen Vitalstoffe für zwei. Aber auch Leistungssportler, Veganer, Stressgeplagte, kranke und ältere Menschen haben einen erhöhten Bedarf. Und wer häufig Alkohol und Nikotin konsumiert, sollte seinem Körper mit einer extra Portion Vitamine etwas Gutes tun.
Diagnose
Es ist gar nicht so leicht, Vitaminmangel festzustellen. Blutuntersuchungen sind nicht unbedingt aussagekräftig. Es ist möglich, dass sich ein Defizit erst diagnostizieren lässt, wenn der Mangel bereits weit fortgeschritten ist. Hilfreicher sind hier das Patientengespräch und die Krankengeschichte (Anamnese). Bei Verdacht ist es ratsam, dass der Patient ein gewissenhaftes Ernährungsprotokoll führt. Anhand dessen kann der Arzt erkennen, ob eine ausreichende Vitaminversorgung gewährleistet ist.
Selbsttest:
Ernähren Sie sich ein paar Wochen besonders vitaminreich. Vielleicht mit Hilfe eines Ernährungsexperten. Bessern sich Ihre Beschwerden, wissen Sie, was Ihnen gefehlt hat - Vitamine.
Behandlung
Hochdosierte Vitaminpräparate können einen mageren Vitalstoffhaushalt schnell wieder auffüllen. Die freiverkäuflichen Mittel enthalten entweder nur ein Vitamin, eine Vitaminkombination oder eine Rundumversorgung (Multivitaminpräparate). Außerdem gibt es Produkte, die auf den Bedarf von Risikogruppen zugeschnitten sind (Schwangere, Raucher, Sportler etc.). Besser: Lassen Sie es erst gar nicht so weit kommen. Ernähren Sie sich gesund und abwechslungsreich (siehe auch Vorbeugung).
Wasserlösliche Vitamine kann unser Organismus nicht speichern (Ausnahme Vitamin B 12), eine ständige Zufuhr ist also absolut notwendig. Wird zuviel aufgenommen, scheidet der Körper den Überschuss einfach aus.
Anders sieht es bei fettlöslichen Vitaminen aus. Diese findet man in den Zellmembranen und Organen, dort können sie in großem Umfang gespeichert werden. Wichtig: Wer Präparate mit fettlöslichen Vitaminen zu sich nimmt, muss die Dosierungsvorschriften genau beachten. Ansonsten besteht die Gefahr einer Überdosierung, und es kommt zu Vergiftungserscheinungen. Die Einnahme über einen längeren Zeitraum sollte mit dem Arzt abgeklärt werden.
Alternative Heilmethoden
Es gibt keine alternativen Behandlungsmöglichkeiten.
Vorbeugung
Vitaminmangel kann man ganz einfach vorbeugen: Ernähren Sie sich konsequent gesund!
Darauf sollten Sie achten:
- Sorgen Sie für buntes Gemüse. Auf den Esstisch gehören grüne Gemüsesorten (z. B. Spinat, Salat, Broccoli, Rosenkohl) sowie rote und gelbe (Paprika, Tomaten, Karotten). Essen Sie das Gemüse roh oder leicht gegart.
- Obst ist ein gesunder Vital-Snack. Naschen Sie z. B. regelmäßig Zitrusfrüchte, Äpfel, Beeren und Bananen.
- Kartoffeln und Hülsenfrüchte (Erbsen, Mais etc.) enthalten nicht nur Stärke und Ballaststoffe, sondern auch B-Vitamine
- Pflanzenöle liefern Vitamin E
- Milchprodukte sind lecker und bieten eine umfassende Vitaminpalette
- Vollkornprodukte füllen den Fol- und Pantothensäurehaushalt auf
- Auch Fisch und Fleisch sollten nicht fehlen. Vegetarier und Veganer müssen sich daher bestimmte Vitamine (z. B. Fol- und Pantothensäure, Vitamin-B-Komplex) mit entsprechenden Präparaten zuführen.
(CI) 13.02.2005

