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Krankheiten

Fettsucht (Adipositas)

Wer ein paar Kilo auf den Hüften zu viel hat, ist nicht sofort von Fettsucht bedroht. Davon spricht man bei wirklich schwerem Übergewicht. Wie kommt es dazu? Der Grund ist einfach: Wer mehr isst, als sein Körper an Energie verbraucht, setzt Fett an. Und macht man dies über einen längeren Zeitraum, dann kommen eben zahlreiche Pfunde zusammen. Betroffen sind viele Menschen. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) spricht schon von einer "Adipositas-Epidemie". Auch in Deutschland ist nahezu jeder zweite Erwachsene zu dick.

Symptome

Sichtbar wird eine Adipositas auf der Waage. Den jeweiligen Schweregrad der Fettleibigkeit kann man über den so genannten Body Maß Index feststellen. Diese Rechenformel misst das Körpergewicht im Verhältnis zur Körperlänge. Sie lautet: BMI = Body Maß Index = Gewicht (kg) / Körperlänge (m2). Zum besseren Verständnis ein Beispiel: Ein Mann hat bei einer Größe von 1,80 Meter ein Gewicht von 75 Kilogramm. Nun wird das Gewicht (75 kg) durch 1,80 mal 1,80 m geteilt. Der BMI ist 23,14.

Zur Bewertung gibt es verschiedene Einstufungen. Bei einem BMI unter 18,5 besteht Untergewicht. Hat man einen BMI zwischen 18,5 und 24,9 liegt man im Normalbereich. Mit einem BMI von 25- 30 spricht man von Übergewicht. Ab einem BMI von 30 liegt eine Adipositas vor, ab einem BMI von 40 handelt es sich um schwere Fettsucht.

Fettleibigkeit macht sich bei Männern und Frauen unterschiedlich bemerkbar. So bildet das Fett bei Normalgewicht bei Männern 15 Prozent und bei Frauen 25 Prozent des Körpergewichts. Bei Übergewicht kommt es zu geschlechterspezifischen Körperformen, den so genannten Birnen- oder Apfeltypen. Beim Birnentyp, der eher Frauentypisch ist, setzen sich die Fettzellen verstärkt an Hüften, Gesäß und Oberschenkeln fest. Beim Apfeltyp, der charakteristisch für Männer ist, konzentriert sich der Fettansatz am Bauch unterhalb des Bauchmuskelgewebes, im unteren Rücken und an den Seiten. Das sind dann die typischen "Rettungsringe".

Bei beiden Geschlechtern begünstigt Fettsucht das Entstehen verschiedener Krankheiten. Allerdings ist das Risiko beim Apfeltyp höher als bei der Birnenvariante. Deswegen sterben bei gleichem BMI auch Männer früher als Frauen. Zu den Folgeerkrankungen gehören:

  • Diabetes
  • Herzinfarkt
  • Pilzerkrankungen
  • Krebskrankheiten (besonders Darm, Prostata, weibliche Brust, Eierstöcke, Gebärmutter, Nieren)
  • Demenzgefahr verdoppelt sich (durch Blutgefäßablagerungen und Alzheimer)
  • Thrombosen
  • Lungenerkrankungen
  • Depressionen als Folge der eingeschränkten körperlichen Beweglichkeit und der Bemerkungen von anderen Menschen und Scham
  • Gicht
  • Gelenkerkrankungen
  • Hormonelle Störungen
  • Körperliche Leistungsschwäche
  • Sauerstoffmangel

Ursachen

Wer sein Gewicht nicht kontrollieren kann, hat im Allgemeinen ein Problem mit seinem Essverhalten. Viele Menschen merken einfach nicht mehr, wann sie satt sind. Nicht selten entstehen solche falschen Essverhaltensmuster bereits in der Kindheit. Hintergrund einer schweren Adipositas ist dagegen meist eine richtige Essstörung. In diesem Fall werden mit dem Essen häufig seelische Probleme wie Wut, Angst oder Aggression kompensiert. Das äußert sich in regelmäßigen Heißhungeranfällen.

Doch auch die Veranlagung kann ein Grund für Übergewicht sein. So genannte Schlechtverwerter scheiden überflüssige Nahrung schnell wieder aus. Gutverwerter haben dagegen einen geringeren Energieumsatz und wandeln jede Kalorie zuviel in Körperfett um. Die Folge: Sie nehmen eher zu. In seltenen Fällen sind Hormonstörungen schuld am Übergewicht.

Diagnose

Adipositas ist eine Suchtkrankheit. Die Betroffenen benötigen daher ärztliche Hilfe. In die Diagnostik fließen Ernährungsgewohnheiten, Essverhalten und Gewichtsverlauf ein. Auch die seelische, soziale und berufliche Situation wird hinterfragt. Zudem wird sich der Arzt nach früheren Therapieversuchen und den Gründen für deren Scheitern erkundigen.

Behandlung

Grundsätzlich gibt es drei Möglichkeiten der Behandlung: Ernährungs-, Verhaltens- und Bewegungstherapie. Am Sinnvollsten ist meist eine Kombination aus allen dreien. Eine der wichtigsten Voraussetzungen für den Erfolg ist: Der Patient muss mitmachen.

Ernährungstherapie

Mittlerweile ist man davon abgekommen, Kalorien zu zählen. Empfohlen wird eine ballaststoffreiche, fettarme Kost. Eine einfache Methode der Gewichtsreduzierung ist die Trennkost-Diät. Durch die strikte Trennung von tierischen Eiweiß und Kohlenhydraten verliert der Körper an Gewicht. Die Atkins- oder Low-Carb-Diät empfiehlt auf Kohlenhydrate zu verzichten.

Bewegungstherapie

Dauerhaftes Abnehmen ist ohne zusätzliche Bewegung schwierig. Empfohlen wird mindestens 20 Minuten tägliche Bewegung bei mittlerer Intensität ohne Unterbrechung.

Verhaltenstherapie

Sie ist bei psychosomatischen Ursachen angeraten.

Chirurgischer Eingriff

Darüber hinaus kann man bei sehr schweren Fällen zu chirurgischen Maßnahmen greifen und unter anderem ein Magenband operativ einsetzen.

Medikamente

In der medikamentösen Behandlung unterscheidet man zwischen Appetitzüglern, Fettblockern, Quellstoffen und kostspieligen Scharlatanen oder Wundermittel.

  • Die letzte Gruppe erkennt man meist über vollmundige Versprechungen in der Anzeigenwerbung. Meist wird ein heil bringender Wirkstoff angepriesen, der die Kilos purzeln lässt.
  • Quellstoffe bestehen aus Alginaten oder Cellulose. Sie werden vor der Mahlzeit mit viel Flüssigkeit eingenommen. Ihre Wirkung beeinflusst nur den Magen- und Verdauungsprozess und ist insofern unschädlich.
  • Bei Appetitzüglern hingegen sollte man sehr genau den Beipackzettel über Nebenwirkungen und Abhängigkeiten studieren. Ihre Wirkung zielt darauf, die Steuerung von Gehirn, Kreislauf und Körper zu beeinflussen.
  • Fettblocker verhindern die vollständige Verdauung von Nahrungsfetten. Ihre Einnahme ergibt nur in Verbindung mit fettarmer Kost wirklich einen Sinn.

Generell gilt: Eine ausschließlich medikamentöse Behandlung der Adipositas ohne Änderung seines Essverhaltens ist sinnlos.

Alternative Heilmethoden

Bevor man auf Light-Produkte herein fällt, sollte man sich überlegen, was der Körper wirklich braucht. Häufig nutzt eine dauerhafte Ernährungsumstellung auf Bio-Produkte. Damit wird man schneller satt und isst automatisch weniger.

Vorbeugung

Damit es erst gar nicht zur Fettsucht kommt, sollte vorher gehandelt werden. Ausreichende Bewegung und eine ausgewogene Ernährung sind das A und O eines gesunden, schlanken Körpers.

(CI) 27.12.2005

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