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Diabetes mellitus, Typ1 (Zuckerkrankheit)

Diabetes, auch bekannt als Zuckerkrankheit, ist eine chronische Stoffwechselerkrankung. Der Betroffene leidet unter einem erhöhten Blutzuckerspiegel, der behandelt werden muss. Man unterscheidet dabei zwei Diabetesformen - Typ1 und Typ2. Die Diabetes Typ 1 tritt in der Regel bereits im Kindes- oder Teenageralter auf. Der Körper ist nicht mehr in der Lage, Insulin eigenständig herzustellen. Der Patient muss sich das lebenswichtige Hormon selbst verabreichen. Wichtig ist, dass der Diabetiker diszipliniert nach seiner Krankheit.

Symptome

berzuckerung (Hyperglykämie)
Diabetes Typ 1 führt sehr schnell zu Beschwerden, ausgelöst durch den erhöhten Blutzuckerspiegel. Eine Überzuckerung kann zahlreiche Symptome verursachen: starkes Durstgefühl, trockene Haut, Juckreiz, häufiges Wasserlassen, Abgeschlagenheit, Müdigkeit, Empfindungsstörungen in Händen und Füßen (Kribbeln, Taubheit), Infektionsanfälligkeit (vor allem Harnwege und Geschlechtsorgane), Sehstörungen und schlechte Wundheilung.

Wichtig: Ist der Blutzuckerspiegel extrem hoch, kann es zu einer Übersäuerung des Blutes (Ketoazidose) kommen. Typisches Symptom für solch eine Übersäuerung ist ein nach Apfel oder Aceton riechender Atem. Weitere Beschwerden sind Übelkeit, Erbrechen und starke Müdigkeit. Diese Anzeichen können die Vorboten eines lebensgefährlichen Zuckerkomas sein. Es muss sofort der Notarzt alarmiert werden!

Unterzuckerung (Hypoglykämie)
Nicht nur zuviel Zucker kann zu einem Problem werden. Es kommt vor, dass ein Diabetiker seinen Insulinverbrauch falsch einschätzt und sich zuviel verabreicht. Die Folge ist ein zu niedriger Blutzuckerspiegel. Mögliche Beschwerden einer Unterzuckerung sind Nervosität, innere Unruhe, Gereiztheit, Herzrasen, Übelkeit, Schwindel, Heißhunger, Angstattacken, Konzentrationsschwierigkeiten, Schweißausbrüche sowie Seh-, Geh- und Sprachstörungen.

Ursachen

Diabetes Typ 1 ist eine chronische Stoffwechselerkrankung, die bereits in jungen Jahren auftritt. Man bezeichnet sie deshalb auch als "juvenile Diabetes". Der Körper kann kein Insulin produzieren. So kommt es zu einem krankhaft erhöhten Blutzuckerspiegel.

Man vermutet, dass die juvenile Diabetes eine Autoimmunerkrankung ist. Das bedeutet: das Immunsystem bekämpft körpereigene Zellen. Bei der Zuckerkrankheit vom Typ 1 werden die Inselzellen der Bauchspeicheldrüse attackiert. Diese sind für die Insulinproduktion verantwortlich. Die Folge: Alle Inselzellen werden nach und nach zerstört. Der Organismus ist irgendwann nicht mehr in der Lage, selbstständig Insulin herzustellen.

Doch das Hormon hat lebenswichtige Aufgaben im Körper. Es sorgt für die Glukoseaufnahme in unseren Zellen. Glukose wiederum ist ein Energielieferant und treibt nicht nur unsere Muskeln an, sondern auch den Stoffwechsel und die Eiweißproduktion. Fehlt Insulin, gerät dieses komplizierte Gefüge durcheinander - mit schweren gesundheitlichen Folgen (siehe Symptome). Wahrscheinlich besteht für diesen Diabetestyp eine familiäre Veranlagung. Mediziner gehen davon aus, dass die Ausbildung der Krankheit durch bestimmte Virusinfektionen (z. B. Mumps) begünstigt werden kann.

Diagnose

Diabetes mellitus kann durch Blut- und Harnuntersuchungen festgestellt werden. Dabei wird der Zuckergehalt in Blut und Urin gemessen. Sind die Ergebnisse nicht eindeutig, kann die Diagnose per Glukosetoleranztest (oGTT) gesichert werden.
Weitere Testverfahren: Bestimmung des Insulin-, C-Peptid- und HbA1c-Wertes.
Folgeerkrankungen

Diabetes kann zu einer Reihe von Folgeerkrankungen führen:

    * Bluthochdruck
    * Geschädigte Blutgefäße (Mikroangiopathie)
    * Nervenschäden (diabetische Neuropathie)
    * Arteriosklerose (Gefäßverkalkung) kann unter Umständen Herzinfarkt und Schlaganfall verursachen
    * Geschädigte Nierengefäße (diabetische Nephropathie) können zu Nierenversagen führen. Dann benötigt der Diabetiker regelmäßige Nierenwäschen (Dialyse).
    * Durchblutungsstörungen der Netzhaut (diabetische Retinopathie) können zu irreparablen Netzhautschäden führen, schlimmstenfalls zur Blindheit.
    * Diabetischer Fuß als Folge von Nerven- und Durchblutungsschäden. Schlecht heilende Wunden an den Füßen, eventuell Geschwürbildung (diabetische Gangrän). Schlimmstenfalls folgt eine Zehen- oder Fußamputation.
    * Gemindertes Lustempfinden, Erektionsstörungen, Ausbleiben der Menstruation

Behandlung

Diabetes kann zahlreiche Folgeerkrankungen hervorrufen, die entsprechend behandelt werden müssen. Bei der Therapie einer Diabetes vom Typ 1 steht die Insulingabe im Vordergrund.

Die Diabetes ist nach den heutigen Erkenntnissen nicht heilbar und verlangt vom Patienten sehr viel Disziplin. Eine Zuckererkrankung bestimmt massiv die Lebensgewohnheiten. Dazu gehört auch das Injizieren von Insulin. Mit Hilfe eines sogenannten "Pen" geht das schnell und einfach. Mit dem Gerät, das wie ein Kugelschreiber aussieht, spritzt man sich auf Knopfdruck Insulin. Diabetiker lernen in speziellen Schulungen, wie sie am besten mit ihrer chronischen Krankheit umgehen. Dazu gehören unter anderem die Insulininjektion, Blutzuckerkontrolle, Ernährungsumstellung und Fußpflege (diabetischer Fuß).

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, die Insulingabe über den Tag zu verteilen. Entscheidend dabei ist, dass der Patient regelmäßig seinen Blutzucker mit einem entsprechenden Testgerät überprüft. So verhindert er eine Über- oder Unterzuckerung. Eine Möglichkeit der Insulinverteilung ist die "Basis-Bolus-Therapie": Der Diabetiker gibt sich zwei bis drei Insulininjektionen täglich. Zusätzlich spritzt er sich Insulin zu den Mahlzeiten.

Alternative Heilmethoden

Auf die Insulinbehandlung bei einer Diabetes Typ 1 kann man nicht verzichten. Aber alternative Heilmethoden können therapiebegleitend eingesetzt werden, wie z. B. Traditionelle chinesische Medizin (TCM), Behandlungen nach Kneipp und Phytotherapie.

Vorbeugung

Man kann einer Typ-1-Diabetes nicht vorbeugen. Aber man kann einer Verschlimmerung der Beschwerden entgegenwirken.

Darauf sollte ein Diabetiker achten:
Gesunde und fettarme Ernährung. Die Mahlzeiten sollten gleichmäßig über den Tag verteilt werden, so bleibt der Blutzuckerspiegel konstant. Auf all zu viel Süßes sollte man verzichten. Reichlich trinken, möglichst Wasser oder ungesüßten Tee.

Auf gesunde und gepflegte Füße achten (diabetischer Fuß). Gute Schuhe sind für Diabetiker besonders wichtig. Bereits eine harmlose Blase kann sich in eine schlecht heilende Wunde oder in ein Geschwür verwandeln. Bei der Pediküre muss man sehr sorgfältig vorgehen. Selbst die kleinste Verletzung kann gefährliche Konsequenzen haben. Alternativ kann man die Pediküre auch einem speziell geschulten Fußpfleger überlassen. Wichtig: Bei Haut- oder Nagelveränderungen sofort den Arzt aufsuchen.

Regelmäßig Sport treiben. Bewegung ist bei vielen diabetestypischen Folgererkrankungen (z. B. Bluthochdruck, Arteriosklerose) die ideale Therapie.

(CI) 13.02.2005

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