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Krankheit

Bindehautentzündung (Konjunktivitis)

Die Augenbindehaut erfüllt eine wichtige Aufgabe. Sie schützt unsere empfindlichen Augen vor schädlichen Umwelteinflüssen. Doch allzu oft wird die zarte Schleimhaut, welche die weiße Fläche des Augapfels und die Innenseite der Lider bedeckt, selbst in Mitleidenschaft gezogen. Darum ist die Bindehautentzündung die häufigste Augenkrankheit. Typisches Anzeichen: das rote Auge. Man unterscheidet die unterschiedlichen Formen in nicht ansteckende und ansteckende Bindehautentzündung.

Symptome

Charakteristisches Merkmal einer Bindehautentzündung ist die Rötung des Auges. Zudem sind die Lider morgens verklebt und schwellen an. Oft juckt oder brennt das Auge auch und die Betroffenen haben das Gefühl einen Fremdkörper im Auge zu haben.

In vielen Fällen tränen die Augen außerdem und es kommt zur Schorfbildung. Treten erhöhte Lichtempfindlichkeit oder gar Schmerzen auf, deutet das auf eine Beteiligung der Hornhaut hin. Die Art der Symptome lässt auf die Form der Konjunktivitis schließen.

Ursachen

1. Nicht ansteckende Konjunktivitis:

In den meisten Fällen steckt ein Mangel an Tränenflüssigkeit dahinter. Sind die Augen zu trocken, wird die Bindehaut auf Dauer gereizt. Manchmal liegt aber auch eine Überlastung der Sehorgane vor. So werden nicht wenige Bindehautentzündungen durch anstrengende Tätigkeiten im Nahbereich, wie beispielsweise Computerarbeit, ausgelöst. Auch durch Fehlsichtigkeit, die nicht optimal korrigiert wurde, kann das Augenleiden hervorgerufen werden.

Darüber hinaus sind häufig äußere Reize wie helles Licht (Schnee, Schweißen, UV-Strahlen von Höhensonne oder Solarium), Rauch, Zugluft, Chemikalien wie Chlor, Staub und andere Fremdkörper für das Entstehen einer Bindehautentzündung verantwortlich. Aber auch verunreinigte Kontaktlinsen sind ein großer Risikofaktor. Bindehautentzündungen können aber auch durch Allergien auf Hausstaubmilben, Schimmelpilze, Kosmetika oder Pollen verursacht werden. Bindehautentzündungen treten aber auch bei Heuschnupfen auf.

2. Ansteckende Konjunktivitis:

Außerdem gibt es Formen der Augenkrankheit, die durch Viren oder Bakterien verursacht werden und ansteckend sind. Zu den häufigsten Erregern gehören Adeno-, Herpes- und Grippeviren. Bei den Bakterien sind Staphylokokken, Streptokokken oder Pneumokokken. Die Übertragung erfolgt meist über die Hände.

Durch Viren ausgelöste Bindehautentzündungen sind seltener als bakteriell bedingte, aber auch gefährlicher. Denn sie können die Hornhaut in Mitleidenschaft ziehen, mit dauerhaften Folgen für das Sehvermögen.

Noch seltener ist eine weitere Sonderform: die chlamydienbedingte Bindehautentzündung. Diese Erreger sind sexuell übertragbar, können aber auch das neugeborene Kind während der Geburt infizieren. Des weiteren entsteht das Augenleiden in einigen Fällen auch als Begleiterscheinung von anderen Krankheiten.

Diagnose

Bei Verdacht auf Bindehautentzündung sollte man stets den Arzt aufsuchen. Schon allein, um auszuschließen, ob es sich nicht doch um eine andere Krankheit handelt. Meist kann der Arzt dank der typischen Anzeichen schon durch einen Blick ins Auge die Diagnose stellen.

Um eine bakteriell oder viral bedingte Bindehautentzündung auszuschließen, ist die Entnahme einer Sekret- oder Tränenflüssigkeitsprobe notwendig. Gegebenenfalls werden die Lymphknoten abgetastet. Sind sie geschwollen, weist das auf eine Virusinfektion hin.

Behandlung

Die Therapie richtet sich nach Art und Ursache der Konjunktivitis. Bei trockenen Augen sind künstliche Tränen angezeigt. Gegen leichte Entzündungen werden Augentropfen verabreicht, die dafür sorgen, dass sich die erweiterten Gefäße im Auge wieder zusammenziehen.

Bakteriell bedingte Bindehautentzündungen therapiert man mit antibiotischen Augentropfen oder -salben.

Handelt es sich um Viren, kommt es auf den Erregertyp an. Im allgemeinen kann man gegen Viren nicht viel ausrichten. Ausnahme: Herpesviren. Hier kommen Augensalben mit Virostatika zum Einsatz.

Steckt eine allergische Reaktion dahinter, sollten die auslösenden Reize vermieden werden. Zusätzlich stehen abschwellende und juckreizstillende Augentropfen zur Verfügung Kurzzeitig können zudem kortisonhaltige Augentropfen verordnet werden.

Außerdem sollten sich Betroffene während der akuten Phase an einige Verhaltensregeln halten: So darf man sich nicht die Augen reiben, sonst werden die Beschwerden nur verstärkt. Bei ansteckenden Infektionen besteht außerdem die Gefahr, dass sich die Erreger dadurch auf das andere Auge übertragen. Benutzen Sie Einwegtaschentücher. Entfernen Sie Absonderungen durch Spülungen mit klarem Leitungswasser.

Alternative Heilmethoden

Im Fall einer Bindehautentzündungen sollte man nie selbst "herumdoktoren", sondern sich vom Arzt die richtige Therapie empfehlen lassen. Als begleitende Maßnahme empfiehlt sich eine Salbeikompresse. Damit lassen sich die Beschwerden lindern. Zubereitung: Getrockneten Salbei mit kochendem Wasser übergießen, ziehen lassen, abseihen und kalt stellen. Anschließend ein Tuch in den Sud tunken und über die Augen legen.

Vorbeugung

Wenn Sie unter trockenen Augen leiden, sollten sie künstliche Tränen benutzen. Berühren Sie Ihre Augen nicht mit schmutzigen Händen. Waschen Sie sich nach dem Kontakt mit einem Erkrankten immer gründlich die Hände. Achtung: Vor allem Bindehautentzündungen, die durch Viren entstehen, sind sehr ansteckend.

Tragen Sie Schutzbrillen, wenn Sie sich hellem Licht aussetzen, wie beispielsweise beim Skifahren. Das gilt auch beim Kontakt mit Fremdkörpern, beim Sonnen oder im Schwimmbad. Verwenden Sie nur Kosmetika, die Sie vertragen. Besteht eine Neigung zu allergisch bedingten Bindehautentzündungen können Sie als Prophylaxe zu Augentropfen mit Cromoglicinsäure greifen.

Außerdem sollten Sie Ihre Augen schonen. Das gilt vor allem bei anstrengenden Tätigkeiten, z. B. Arbeiten am Computer. Untersuchungen haben gezeigt, dass Menschen, die lange auf den Monitor starren, das Blinzeln vergessen. Dadurch trocknen die Augen aus. Bildschirmarbeiter sollten ihre Augen daher zwischendurch immer mal wieder bewusst schließen und öfter mal eine Pausen einlegen. Brillen- oder Kontaktlinsenträger müssen die Stärke ihrer Sehhilfe regelmäßig überprüfen lassen. Weiche Kontaktlinsen sollten rechtzeitig erneuert werden.

(CI) 13.02.2005

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