Krankheiten
Kurz- und Weitsichtigkeit (Myopie und Hyperopie)
Seit den 80er Jahren kann man die Augen auch per Laser korrigieren lassen. Hier haben sich die Behandlungsmethoden in den letzten Jahren ebenfalls stetig verbessert. Immer mehr Menschen lassen mittlerweile diese kleine OP vornehmen und erfüllen sich damit den Traum vom scharfen Sehen ohne Sehhilfe.
Symptome
Kurzsichtigkeit
Kurzsichtige Menschen sehen in Nähe scharf, in der Ferne aber unscharf. Je weniger Licht vorhanden ist, desto schlechter wird ihr Sehvermögen. Außerdem neigen Betroffene dazu zu blinzeln und die Augen zusammen zu kneifen. Dadurch können sie etwas besser in die Ferne sehen.
In den meisten Fällen tritt die Kurzsichtigkeit im Kindesalter auf, mit zehn oder zwölf Jahren. Typisches Anzeichen dafür ist: Kurzsichtige Kinder beugen sich beim Schreiben sehr tief über ihr Heft. Da die Augen mit dem Körper mitwachsen, verschlechtert sich das Sehvermögen während der Pubertät. Bis Mitte 20 ist dieser Prozess jedoch in der Regel abgeschlossen.
Eine seltene Sonderform ist die so genannte "Myopia maligna progressiva". Hierbei handelt es sich um eine krankhaft fortschreitende Kurzsichtigkeit, die sich nicht aufhalten lässt.
Weitsichtigkeit
Bei Weitsichtigkeit sieht man dagegen in der Ferne gut, aber in der Nähe schlecht. Dieser Sehfehler zeigt sich allerdings meist erst um das 35. bis 40. Lebensjahr herum. Bis dahin kann das Auge die Störung im allgemeinen kompensieren.
Charakteristisches Merkmal für Weitsichtigkeit ist: Betroffene Menschen halten beispielsweise die Zeitung weit von sich gestreckt. Außerdem leiden sie häufig unter den Folgen der andauernden Überbeanspruchung der Augenmuskeln. Typische Symptome dafür sind: Augenschmerzen und -brennen, Kopfschmerzen, Bindehautentzündungen und schnelle Erschöpfung.
Darüber hinaus neigen Weitsichtige zum Schielen. Altersweitsichtigkeit entsteht um das 45. Lebensjahr herum. Auch hier verschlechtert sich das Sehen im Nahbereich.
Ursachen
Bei einem normal funktionierenden Augen befindet sich der Brennpunkt der einfallenden Lichtstrahlen auf der Netzhaut. Dadurch wird das scharfe Sehen in Nah- und Fernbereich Ferne ermöglicht.
Bei Kurzsichtigkeit liegt der Brennpunkt der Lichtstrahlen jedoch vor der Netzhaut. Die Ursache ist meist ein zu langer Augapfel, manchmal steckt auch eine Hornhautkrümmung dahinter. Dieser Sehfehler ist meist erblich bedingt.
Kinder, die zu früh auf die Welt gekommen sind, haben jedoch ebenfalls ein erhöhtes Risiko kurzsichtig zu werden. Hinzu kommt: In den letzten Jahren ist Zahl der kurzsichtigen Menschen in den Industrieländern deutlich gestiegen. Der Grund ist die Zunahme der Bildschirmarbeit. Denn häufiges Arbeiten im Nahbereich erhöht die Gefahr auch in späteren Lebensjahren eine Kurzsichtigkeit zu entwickeln.
Bei Weitsichtigkeit dagegen ist der Augapfel zu kurz geraten oder - in selteneren Fällen - die Brechkraft der Hornhaut zu gering. Beides führt dazu, dass der Brennpunkt der Lichtstrahlen hinter der Netzhaut liegt. Bis zu einem bestimmten Alter gleicht der Körper diese Funktionsstörung automatisch aus - und zwar indem sich die Linse des Auges verstärkt vorwölbt.
Da die Elastizität der Linse aber um das 35. bis 40. Lebensjahr nachlässt, macht sich diese Sehschwäche in späteren Lebensjahren bemerkbar. Weitsichtigkeit ist ebenfalls meist genetisch bedingt. Eine weiterer Sehfehler ist die so genannte Altersweitsichtigkeit. Auch sie wird durch die nachlassende Elastizität der Linse verursacht.
Diagnose
Standardverfahren ist zunächst ein einfacher Sehtest. Hierbei wird geprüft, ob der Patient Zahlen, die in verschiedener Größe an einer Tafel oder der Wand stehen, erkennen kann. Darüber hinaus kann eine Refraktionsbestimmung durchgeführt werden. Mit dieser Untersuchung wird die Brechkraft des Auges festgestellt.
Zu diesem Zweck bekommen die Patienten unterschiedliche Brillengläser aufgesetzt und müssen sagen, durch welche sie am besten sehen. Oder der Arzt projiziert mit einem speziellen Gerät eine Figur durch die Pupille auf die Netzhaut und schiebt dann Linsen in den Lichtstrahl, bis die Figur scharf auf der Netzhaut zu erkennen ist.
Manchmal kommt auch eine Augenspiegel-Untersuchung zum Einsatz, um den Augenhintergrund begutachten zu können. Das dient unter anderem der Überprüfung von Netzhaut und Blutgefäßen. In diesem Fall wird zunächst die Pupille mit Augentropfen geweitet. Dann richtet der Arzt einen hellen Lichtstrahl auf das Auge und inspiziert die Netzhaut von außen mit einem Spiegel oder einer Lupe.
Die Stärke von Kurz- oder Weitsichtigkeit wird in Dioptrien gemessen. Bei Kurzsichtigen gibt man diese Messeinheit in negativen Zahlen an. Die Werte erreichen selten mehr als - 6. Weitsichtigkeit wird in positiven Zahlen gemessen. Sie beträgt nur selten über + 5 Dioptrien.
Behandlung
Die klassische Therapie bei Kurz- und Weitsichtigkeit besteht in der Verordnung einer Brille. Eine Alternative stellen Kontaktlinsen dar, die es in mehreren Varianten gibt. Voraussetzung ist jedoch, dass man sie auch verträgt. Das heißt, es sollte ausreichend Tränenflüssigkeit vorhanden sein. Denn die Linsen müssen im Auge schwimmen können, sonst saugen sie sich auf der Hornhaut fest. Folge ist: Die Hornhaut bekommt zu wenig Sauerstoff und wird geschädigt.
Seit den 80er Jahren werden Kurz- und Weitsichtigkeit auch per Laser korrigiert. Dabei wird Hornhaut abgetragen, um die Brechkraft des einfallenden Lichts zu verändern. Man unterschiedet zwischen zwei Techniken: Photorefraktive Keratektomie (PRK) und Laser-in-situ-Keratomileusis (Lasik). Bei der PRK wird die Oberfläche der Hornhaut mit dem Laser bearbeitet.
Die Lasik-Methode stellt eine Weiterentwicklung dar. Hierbei trennt man ein kleines Stück der oberen Hornhaut ab und klappt es zur Seite. Dann wird die darunter liegende Hornhautschicht mit dem Laser abgeschliffen. Anschließend legt man das Hornhautstück wieder zurück. Es saugt sich von alleine fest, ohne Narben zu hinterlassen.
Die Eingriffe dauern in der Regeln nur wenige Minuten und werden unter örtlicher Betäubung vorgenommen. Der Patient kann im allgemeinen schon kurz darauf wieder optimal sehen. Zu den Risiken gehört unter anderem: Bei Dämmerung und Dunkelheit kann es zur Blendung und zur Wahrnehmung von Lichthöfen kommen. Das stört beispielsweise bei nächtlichen Autofahrten.
Die Behandlung eignet sich für Kurzsichtigkeit bis -10 Dioptrien, für Weitsichtigkeit bis + 6. Der Laser sollte aber erst zum Einsatz kommen, wenn der Patient ausgewachsen ist. Bei Kurzsichtigkeit von mehr als -10 Dioptrien kann eine künstliche Linse eingesetzt werden.
Gegen Altersweitsichtigkeit ist der Laser jedoch machtlos. Hier genügt zunächst meist eine Lesebrille, später wird oft eine Fernbrille notwendig. Kurzsichtige benötigen häufig erst spät eine Lesebrille, wenn überhaupt.
Hinweis: Fehlsichtige haben ein erhöhtes Risiko an Netzhautablösungen und Grünem Star zu erkranken. Deswegen sollten sie regelmäßige Kontrollen beim Augenarzt wahrnehmen.
Alternative Heilmethoden
Ob Sehfehler tatsächlich mit Augentraining verbessert werden können, ist umstritten. Schaden kann ein bisschen Augengymnastik jedoch auf keinen Fall. Einfache Übungen sind zum Beispiel: Schließen Sie Ihre Augen und bedecken Sie sie mit den Händen, so dass kein Licht eindringen kann. Stellen Sie sich für zwei bis drei Minuten eine schöne Landschaft vor.
Schauen Sie dann aus dem Fenster und fixieren Sie einen Punkt in mindestens sechs Metern Entfernung, beispielsweise einen Kirchturm. Nun lassen Sie wie ein Seiltänzer die Augen langsam zwischen diesem Objekt und der eigenen Nasenspitze hin- und her wandern. Schließen Sie die Augen anschließend noch einmal und massieren Sie Ihre Schläfen.
Vorbeugung
Gegen Weitsichtigkeit und angeborene Kurzsichtigkeit kann man nichts tun. Allerdings erhöhen Arbeiten im Nahbereich, wie beispielsweise vor dem Computer, das Risiko auch in späteren Lebensjahren eine Kurzsichtigkeit zu entwickeln. Halten Sie bei solchen Tätigkeiten stets eine Distanz von mindestens dreißig Zentimetern zwischen Auge und Objekt ein.
Auch ist es ratsam, ab und an in die Ferne zu scheuen, die Augen mit Augengymnastik zu entspannen, zwischendurch immer mal wieder zu blinzeln und die Augen hin und wieder zu schließen. Achten Sie außerdem stets auf eine ausreichende, nicht blendende Beleuchtung. Gute Ernährung mit viel Vitamin A tut den Augen ebenfalls gut.
(CI) 13.02.2005

