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Hausstaub-Allergie

Wenn wir schlafen, sind wir nicht allein oder nur zu zweit. Um uns herum tummeln sich Tausende von Bettgenossen. Nur, dass man sie mit bloßem Auge nicht sehen kann. Die Rede ist von Hausstaubmilben. Diese winzig kleinen Spinnentierchen fühlen sich in unseren Matratzen, Kissen und Bettdecken am wohlsten. Denn sie ernähren sich von unseren Hautschuppen und im Bett finden sie jede Menge davon. Außerdem ist es dort immer schön warm und feucht. Zugegeben, die Vorstellung ist schon ziemlich unangenehm, aber ist das ist im Grunde auch schon alles. Anders sieht es jedoch bei den Menschen aus, die auf die Milben allergisch reagieren.

Symptome

Typisches erstes Anzeichen sind Niesanfälle, die nach dem Aufwachen oder beim Bettenmachen auftreten. Zu den weiteren Merkmalen gehören eine verstopfte Nase, Dauerschnupfen, brennende, tränende oder gerötete Augen, Juckreiz und Husten. Im Verlauf kann sich eine Hausstaub-Allergie außerdem zum Asthma auswachsen. Charakteristisch für diese Form der Allergie ist, dass die Symptome in Innenräumen auftreten - und zwar ganzjährig. Denn Hausstaubmilben haben immer Saison.

Ursachen

Der eigentliche Grund, warum der Körper überhaupt übersensibel auf Hausstaubmilben reagiert, ist wie bei allen Allergieformen ungeklärt. Man weiß jedoch, dass bei den Betroffenen eine erhöhte Empfindlichkeit gegen bestimmte Eiweiße vorliegt, die im Kot der Hausstaubmilben vorkommen.

Diese Reizstoffe gelangen im Allgemeinen über die Atmung in den Körper. Das Immunsystem hält sie irrtümlicherweise für schädlich und bildet Antikörper. Im Zuge der allergischen Reaktion kommt es dann zur Ausschüttung von Histamin, wodurch die allergischen Beschwerden verursacht werden.

Diagnose

Im Normalfall reicht es aus, wenn man dem Arzt die typischen Symptome schildert. Anhand des so genannten Prick-Tests kann die Diagnose erhärtet werden. Hierbei wird ein kleines Hautareal leicht angeritzt, auf dem der Arzt anschließend das tatverdächtige Allergen aufträgt. Wenn die Stelle einige Zeit später anschwillt, sich rötet oder es zur Bläschenbildung kommt, ist das ein Zeichen für eine Immunreaktion. Zudem kann anhand einer Blutanalyse untersucht werden, ob ein erhöhter Antikörperspiegel vorliegt, wie er für Allergiker typisch ist.

Behandlung

Ganz wesentlich ist die Reduzierung der Hausstaubmilben. Das Hauptaugenmerk gilt dabei der Schlafstätte. Überziehen Sie Matratze, Bettdecke und Kissen mit milbenkotdichten Überzügen. Die Bettwäsche muss wöchentlich gewechselt werden. Kissen und Bettdecke sollte man mehrmals jährlich bei mindestens 60 Grad waschen. Erneuern Sie Matratzen nach acht Jahren. Übrigens: Für die Milben macht es keinen Unterschied, ob die Matratze aus Naturfasern oder synthetischen Materialien besteht. Die Temperatur im Schlafzimmer darf maximal 17 Grad betragen.

Vermeiden Sie Polstermöbel. Denn sie zählen - neben dem Bett - zu den weiteren Lieblingsplätzen der Milben. Besser eignen sich Sofas und Sessel aus Leder oder Kunstleder. Verzichten Sie möglichst auch auf Gardinen. Ist das nicht machbar, sollten Sie die Vorhänge wöchentlich waschen. Zudem ist es ratsam, Stofftiere aus der Wohnung zu verbannen oder sie zumindest ebenfalls regelmäßig waschen. Als Alternative kann man sie auch für 24 Stunden in die Tiefkühltruhe legen. Entfernen Sie außerdem alle Teppiche. Ideal für Allergiker sind Bodenbeläge aus Laminat oder Fliesen.

In punkto Hygiene gilt: Betroffene sollten staubige Stellen möglichst nicht selbst reinigen. Die Wohnung eines Allergikers darf darüber hinaus nicht gefegt werden. Wird ein Staubsauger benutzt, sollte dieser mit einem milbenkotdichten Filter ausgestattet sein. Saugen Sie bei geöffnetem Fenster, am besten mit Durchzug. Gegebenenfalls kann man zusätzlich milbenabtötende Präparate benutzen.

Ferner sollten Sie Ihre vier Wände von allen Staubfängern befreien. Lüften Sie häufig, am besten stoßweise, um die Luftfeuchtigkeit gering zu halten. Auch wenn es schwer fällt: Trennen Sie sich möglichst von Haustieren. Was den Urlaub betrifft, so sollten Sie öfters mal ins Gebirge fahren. Höhenlagen über 1500 Metern sind "milbenfreie Zonen".

Für die Behandlung stehen darüber hinaus diverse Arzneimittel zur Verfügung, wie Antihistaminika oder kortisonhaltige Medikamente. Als Therapiemöglichkeit kommt die Hypersensibilisierung in Frage. Hierbei wird dem Patienten über längere Zeit das Allergen unter die Haut spritzen, wobei die Dosierung langsam erhöht wird. Ziel ist, dass sich der Körper im Zuge der Therapie daran gewöhnt. Im besten Fall führt diese sanfte Methode nach zwei bis drei Jahren zur Beschwerdefreiheit.

Wichtiger Warnhinweis: Betroffene sollten vorsichtshalber keine Meeresfrüchte oder Weinbergschnecken essen. Denn darin steckt das gleiche Eiweiß wie im Kot der Milben. Im schlimmsten Fall droht ein lebensgefährlicher allergischer Schock.

Alternative Heilmethoden

So manchem Betroffenen hat der Gang zum Heilpraktiker geholfen. Zu den sanften Verfahren, die bei dieser Allergieform angewendet werden, zählen Akupunktur, Akupressur und Eigenblutinjektionen. Bewährt haben sich ebenfalls Spritzen mit Schlangengift und Schwammgurke, einem Kürbisgewächs.

Tipp: Außerdem gibt es milbenabtötende Sprays auf pflanzlicher Basis. Sie enthalten Extrakte des so genannten Niembaums, der in der indischen Volksmedizin traditionell Verwendung findet.

Vorbeugung

Ob man das Entstehen einer Hausstauballergie verhindern kann, in dem man so wenig wie möglich mit den Allergenen in Kontakt kommt, steht bislang nicht fest. Schaden kann es jedenfalls nicht, wenn die Wohnung möglichst staubfrei ist.

(CI) 13.02.2005

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