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Krankheiten

Asthma Bronchiale

Asthma ist auf dem Vormarsch. Rund vier Millionen Menschen leiden mittlerweile allein in Deutschland darunter. Die Krankheit kann zwar in jedem Alter auftreten, Kinder - vor allem Jungen - sind jedoch überproportional betroffen.

Bei diesem Lungenleiden liegt eine chronische Entzündung der Atemwege vor, aus der sich eine Überempfindlichkeit der Bronchien entwickelt. Durch die Konfrontation mit bestimmten Reizen kommt es dann zum Asthmaanfall. Hierbei schwellen die Bronchialschleimhäute an, oft wird zudem ein zäher Schleim produziert. Außerdem verkrampft sich die Bronchialmuskulatur. Das alles führt dazu, dass sich die Atemwege verengen.

Ein Zustand, der den Betroffenen verständlicherweise Angst macht. Und in schweren Fällen kann es tatsächlich zu lebensbedrohlichen Zuständen kommen. Doch im Allgemeinen lässt sich die Krankheit durch vorbeugende Maßnahmen und Therapie gut unter Kontrolle halten.

Oft verschwindet sie auch von allein wieder. So hat jedes zweite betroffene Kind nach dem Ende der Pubertät kein Asthma mehr. Bei Erwachsenen heilt das Leiden bei jedem fünften Patienten ab. Dieser positive Ausgang wird durch eine frühzeitige Behandlung gefördert. Sie sollte beginnen, bevor die Erkrankung chronisch geworden ist.


Symptome

Ein frühes Alarmsignal bei Kindern ist Husten, der länger als einen Monat andauert. Bei älteren Menschen kann sich Asthma zunächst durch Atemnot unter Belastung zeigen. Beide Frühwarnsymptome werden häufig nicht ernst genommen.

Ein Asthmaanfall ist dagegen kaum mehr zu übersehen. Typischerweise tritt er nachts oder am frühen Morgen auf. Die Schweregrade sind individuell unterschiedlich. Manchmal hält er nur wenige Minuten ab, manchmal mehrere Stunden. Die Anfälle kehren in unregelmäßigen Abständen wieder. Zwischen ihnen kann ein langer Zeitraum der Beschwerdefreiheit liegen.

Zu den charakteristischen Begleiterscheinungen gehören Kurzatmigkeit, Atemnot, Brustenge, Schmerzen hinter dem Brustbein und klarer Auswurf. Ebenfalls kennzeichnend sind pfeifende Geräusche. Den Betroffenen fällt vor allem das Ausatmen schwer. Häufig haben die Patienten Angst zu ersticken. Diese Panik kann den Anfall zusätzlich verschlimmern.

Einen schweren Anfall erkennt man an folgenden Merkmalen: kalter Schweiß, Herzjagen, Unruhe oder Erschöpfung. Außerdem schnappen die Betroffenen regelrecht nach Luft und der gesamte Brustkorb ist aufgebläht. Aufgrund des Sauerstoffmangels können sich Lippen oder Nägel blau färben.

Ursachen

Bislang ist die eigentliche Ursache für den Krankheitsausbruch unbekannt. Man weiß aber, dass die Neigung vererbbar ist. Außerdem vermuten Experten, dass die Zunahme der Atemwegserkrankung durch unsere veränderten Lebensweisen begünstigt wird. So halten wir uns viel weniger an der frischen Luft auf, als früher. Auch die steigende Luftverschmutzung soll schuld an der wachsenden Zahl der Asthma-Patienten sein. Ein weiterer Risikofaktor ist das Rauchen - und zwar aktiv wie passiv. Aber auch Stress kann einen Asthmaanfall fördern.

Unterteilt wird die Krankheit in allergisch bedingtes und nichtallergisch bedingtes Asthma. Allergisches Asthma ist am häufigsten. Es wird durch äußere Reize wie Hausstaubmilbenkot, Tierhaare, Blütenpollen, Schimmelpilzsporen oder bestimmte Lebensmittel ausgelöst.

Nicht allergisches Asthma kann durch körperliche Anstrengungen oder Atemwegsentzündungen hervorgerufen werden. Auch Kälte oder feuchte Luft, Chemikalien wie Abgase, Ozon, Duftstoffe oder Medikamente zählen zu den Auslösern.

Tritt die Krankheit im Kindesalter auf, ist sie meist allergisch bedingt. Entwickelt sich Asthma in fortgeschrittenen Lebensjahren, liegen häufig nichtallergische Ursachen vor. Oft kommt es letztendlich zu Mischformen, da die Bronchien bei beiden Asthmaarten generell empfindlicher sind.

Diagnose

Bei Verdacht auf Asthma werden die Leistungsfähigkeit der Lunge überprüft und gegebenenfalls Allergietests durchgeführt. Das klassische Verfahren ist die Spirometrie beim Lungenfacharzt. Bei dieser Lungenfunktionsuntersuchung pustet der Patient so stark er kann in einen Schlauch. Hierdurch wird das Lungenvolumen gemessen. Für Patienten, die den Zustand ihrer Lunge regelmäßig überprüfen müssen, gibt es ein kleines, ähnlich funktionierendes Gerät für den Hausgebrauch: der Peak-Flow-Meter. Über die Ergebnisse der Messungen sollte man Buch führen.

Um festzustellen, ob eine Allergie vorliegt und auf welche Substanz der Patient allergisch reagiert, stehen Hauttests zur Verfügung. Beim so genannten Prick-Test werden Lösungen, die verschiedene potentielle Allergene enthalten, in die Haut geritzt. Zeigen sich nach rund 15 Minuten Quaddeln, hat man die Übeltäter entlarvt. In manchen Fällen müssen sich Patienten auch einem Provokationstest unterziehen. Hierbei werden bestimmte Organe wie Nase oder Bronchien gezielt mit den verdächtigen Allergenen konfrontiert.

Zudem können Blutproben entnommen werden, um unter anderem die Konzentration der Antikörper zu messen. Diese Abwehrstoffe werden vom Körper gebildet, um Allergene zu bekämpfen. Ein hoher Wert im Blut weist auf eine allergische Reaktion hin. Auch der Auswurf kann untersucht werden. Weitere ergänzende Diagnoseverfahren sind Röntgen, EKG und Bronchoskopie.

Behandlung

Asthma ist nicht heilbar. Das Leiden kann jedoch von alleine verschwinden. Allerdings ist dies keine Garantie. Rückfalle sind immer möglich. In vielen Fällen verläuft die Krankheit jedoch chronisch und muss lebenslang therapiert werden. Das ist unter anderem notwendig, um Schäden an Lunge und Herz zu verhindern.

Bei akuten Anfällen sorgen Asthma-Sprays dafür, dass sich die Bronchien schnell wieder entkrampfen und weiten. Diese Mittel wirken kurzfristig und sollten immer griffbereit sein. Darüber hinaus gibt es kortisonhaltige Medikamente, welche langfristig die Entzündung stoppen. Häufig beinhaltet ein Asthma-Spray beide Wirkstoffe. Bei einem schweren Anfall wirken die üblichen Inhalationsmittel allerdings nicht mehr. In diesem Fall muss sofort der Notarzt gerufen werden, da unter Umständen Lebensgefahr besteht.

Die einzige Möglichkeit auf eine wesentliche Besserung bietet die Hyposensibilisierung. Ziel der Therapie ist, dass sich der Körper schrittweise an das Allergen gewöhnt. Zu diesem Zweck bekommt der Patient die unverträgliche Substanz über einen langen Zeitraum unter die Haut gespritzt, wobei die Konzentration langsam erhöht wird. Allerdings kann die Methode nur bei Betroffenen angewendet werden, die auf nicht mehr als zwei Substanzen allergisch reagieren. Außerdem ist - laut Studien - der Effekt bei Asthma begrenzt.

Zur Behandlung gehört auch die Atemschule. Hier lernen die Patienten schnelles Atmen zu vermeiden und mit leicht geschlossenen Lippen auszuatmen. Auch das richtige Inhalieren und Husten steht auf dem "Stundenplan". Darüber hinaus erfährt man Hilfreiches über Körperhaltungen, die sich günstig bei einem Anfall auswirken. So bekommt die Lunge mehr Luft, wenn man sich beispielsweise rittlings auf einen Stuhl setzt und Arme und Kopf auf die Lehne legt.

Darüber hinaus muss man natürlich auch die auslösenden Substanzen vermeiden. Hierfür gibt es, je nach Allergieform, bestimmte Verhaltensregeln. Besteht eine Überempfindlichkeit gegen Hausstaub, sollte man Allergiker-Bettwäsche besorgen, sich von Teppichen und Polstermöbeln trennen und den Boden feucht wischen. Bei Pollenallergie ist es ratsam, sich an den Pollenvorhersagen zu orientieren, nur nachts kurz lüften, sich die Haare vor dem Zubettgehen waschen und die getragene Kleidung nicht im Schlafzimmer abzulegen. Wer empfindlich auf Tierhaare reagiert, sollte sich von Haustieren trennen. Tipp: Auch gezieltes Ausdauertraining - vorausgesetzt es erfolgt nach Absprache mit dem Arzt - hat eine positive Wirkung bei Asthma. Denn Sport kräftigt die Bronchien. Am besten eignet sich Schwimmen.


Alternative Heilmethoden

Sanfte Heilverfahren stellen bei Asthma keinen Ersatz für die Schulmedizin dar, sind aber eine sinnvolle Ergänzung. So sorgen Inhalation mit Kochsalzlösung für Linderung bei leichteren Beschwerden. Bewährt hat sich aber auch die Akupunktur.

Die so genannte reflektorische Atemtherapie - ein spezielles, ganzheitlich orientiertes Atemtraining - ist ebenfalls empfehlenswert. Hier lernen die Patienten sehr tief zu atmen. Auch eine bestimmte Art der Selbsthypnose hat schon so manchem Patienten geholfen, sich in stressigen Situationen oder einem drohenden Anfall zu entspannen.


Vorbeugung

Eltern, die ihre Kinder vor Asthma schützen wollen, sollten möglichst nicht rauchen, vor allem nicht in der Wohnung. Außerdem darf die Umgebung nicht allzu steril sein. Kinder brauchen ein bisschen Dreck, damit sich das junge Immunsystem entwickeln kann. Auch langes Stillen hat eine vorbeugende Wirkung gegen Asthma.

Wer bereits unter Asthma leidet, sollte Infektionen der Atemwege vermeiden und sich regelmäßig gegen Grippe impfen lassen. Darüber hinaus ist es wichtig, viel zu trinken. Dadurch wird der Schleim dünner und lässt sich besser lösen. Was die Urlaubsplanung betrifft, ist es ratsam, der See oder dem Gebirge den Vorzug zu geben. Die dortige Luft ist eine Wohltat für die Bronchien. Da Stress einen Asthmaanfall begünstigen kann, empfehlen sich Entspannungsmethoden. Dadurch lernt man besser mit seelisch anstrengenden Situationen umzugehen.

(CI) 13.02.2005

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