Home » Sexualität » Damit die Lust nicht zur Last wird - Verhütungsmittel
Sexualität

Damit die Lust nicht zur Last wird - Verhütungsmittel

Es ist die schönste Sache der Welt, doch sie macht nur unbeschwert so richtig Spaß. Die folgenden Seiten informieren über die Wirkungsweise von Spirale, Anti-Baby-Pille und Co. und geben Einblick über eventuelle Vor- und Nachteile.

Es war einmal...
Vorbei sind die Zeiten, als noch ausgepresste Zitronen oder Hammeldärme das Schäferstündchen begleiteten. Die Geschichte der Verhütung ist voll von solchen phantasievollen Methoden.

Die alten Griechen, Ägypter und Römer verwendeten Gräser oder gekauten Tabak, um den Kindersegen abzuwenden. Hildegard von Bingen empfahl im 12. Jahrhundert den Genuss von wildem Lattich. Dieser sollte das sexuelle Begehren abmildern und den unerwünschten Familienzuwachs sozusagen gleich im Keim ersticken. Eine drakonischere Maßnahme war der Keuschheitsgürtel, der übrigens auch Männern verpasst wurde.

Ein früher Prototyp des Kondoms erblickte im Italien des 16. Jahrhunderts das Licht der Welt. Dort erfand der Arzt Fallopio ein Leinensäckchen, das mit Medikamenten und Salzen getränkt war und vor Infektionen, wie der Syphilis, schützen sollte.

Seinen Namen soll der "Gummi" dann von einem Arzt namens Dr. Condom erhalten haben, der 100 Jahre später am Hofe des englischen Königs Charles II. tätig war. Die frühen Modelle ließen aber noch einiges zu wünschen übrig, sie wurden aus Blinddärmen von Schafen oder Ziegen sowie aus Fischblasen hergestellt.

Auch der Aberglaube leistete seinen Beitrag zur Verhütungshistorie. So glaubte man, dass gebratene Kaulquappen Schwangerschaften verhindern können. Heute müssen sich Liebende mit solchen Rezepten nicht mehr den sexuellen Appetit verderben lassen und alles ist alles viel und bequemer. Kondome bestehen längst aus Latex und wem sie nicht liegen, für den gibt es jede Menge andere Verhüterli.

Pearl Index: Wie sicher ist der Schutz?

Die Sicherheit der jeweiligen Verhütungsmethode lässt sich anhand des so genannten Pearl-Index feststellen. Bei diesem Index wird statistisch berechnet, wie viele Frauen, die ausschließlich mit einer bestimmten Methode verhüteten, innerhalb eines Jahres unbeabsichtigt schwanger werden. Der Pearl-Index ist eine Orientierungshilfe und bietet ungefähre Angaben.

Je niedriger der Pearl-Index ausfällt, desto höher ist der Verhütungsschutz. Die Pille, die eine der sichersten Methoden ist, hat zum Beispiel den Pearl-Index 0,2-0,5. Beim Coitus interruptus liegt der Pearl-Index dagegen bei 10-40.


Pearl Index der häufigsten Verhütungsmethoden:

Verhütungsmethode Pearl-Index
Pille » 0,2-0,5
Spirale » 1-2
Dreimonatsspritze » 0,2-0,5
Mini-Pille » 0,5-4
Portiokappe » 3-5
Hormonimplantat/Verhütungsstäbchen » 0-0,8
Verhütungsring » 0,4-0,65
Verhütungscomputer » 2-6
Chemische Verhütungsmittel » 8-36
Pille danach » 2-25
Symptothermale Methode » 0,5
Temperaturmethode » 1-3
Kondom » 3-4
Diaphragma » 2-4
Coitus interruptus » 10-40
Knaus-Ogino » 15-35
Sterilisation des Mannes » 0,1
Pille für den Mann » -
Sterilisation der Frau » 0,2-0,3

Natürliche Familienplanung

Zurück zur Natur: In den letzten Jahren erfreuen sich die Methoden der natürlichen Familienplanung wieder größerer Beliebtheit. Die hormonellen Verhütungsmittel werden von immer mehr Frauen abgelehnt. Sie empfinden diese als zu großen Eingriff in ihr Körpergeschehen.

Fruchtbar oder nicht

Bei den Methoden der natürlichen Familienplanung werden die unfruchtbaren und fruchtbaren Tage im Monat bestimmt. In der wahrscheinlich fruchtbaren Zeit muss entweder Verzicht geübt oder andere Verhütungsmethoden angewendet werden (z.b. Kondom).

Zu den Methoden der natürlichen Familienplanung zählen die Knaus-Ogino-Methode, die Temperaturmethode, die Schleimstrukturmethode und die Symptothermale Methode. Keines dieser Verfahren lässt sich von jetzt auf gleich anwenden. Zunächst müssen mehrere Zyklen abgewartet und miteinander verglichen werden. Denn erst die richtige Anwendung der unterschiedlichen Messverfahren sorgt für einen Verhütungsschutz.

Die Sicherheit der einzelnen Praktiken variiert sehr stark. Alle Methoden gelten als relativ unsicher. Den Sicherheitsfaktor kann man erhöhen, wenn man zusätzlich einen Verhütungscomputer benutzt.

Nicht zu empfehlen und unsicher sind die natürlichen Methoden bei:

  • Frauen mit unregelmäßigem Zyklus
  • Teenagern
  • Körperlichen und seelischen Belastungen
  • Reisen
  • Krankheit
  • Starker Alkoholkonsum
  • Wenig Schlaf
  • Schichtarbeit
  • Frauen, die kaum Temperaturschwankungen haben

( CI) 13.02.2005

Anzeige