Sexualität
Damit die Lust nicht zur Last wird - Verhütungsmittel
Chemische Verhütungsmittel
Im alten Ägypten verwendete man Zitronensaft - heute gibt es Zäpfchen, Gel, Schaum, Schwämme, Creme oder Tabletten. Diese chemischen Verhütungsmittel werden unmittelbar (etwa 10 Minuten) vor dem Geschlechtsverkehr in die Scheide eingeführt. Sie töten die Samen ab oder machen sie unbeweglich und können zudem eine spermienundurchlässige Barriere bilden.
Meist wirken diese Präparate über einen Zeitraum von ein bis zwei Stunden. Da ihre Sicherheit im allgemeinen als gering angesehen wird, sollten chemische Verhütungsmittel nur zusammen mit anderen Verhüterli wie dem Diaphragma verwendet werden. Wer als Zweitschutz ein Kondom benutzt, sollte die Packungsbeilage beachten. Einige chemische Verhütungsmittel können das Gummi des Präservativs angreifen.
Mögliche Nebenwirkungen: Es wurden Schädigungen der Vaginalschleimhaut beobachtet, und es können die chemischen Substanzen in die Muttermilch gelangen.
Pearl-Index: 8-36
Coitus interruptus
Beim Coitus interruptus wird der Penis vor dem Samenerguss aus der Scheide der Frau gezogen. Diese Methode ist mehr als unsicher und daher absolut nicht zu empfehlen. Zwar ist der unterbrochene Geschlechtsverkehr nicht mit gesundheitlichen Nebenwirkungen (abgesehen vom geminderten Vergnügen) verbunden, aber das Schwangerschaftsrisiko ist enorm. Damit ist der Coitus interruptus mit Abstand die Empfängnisverhütung mit der höchsten "Versagerquote".
Pearl-Index: 10 bis 40
Diaphragma (Scheidenpessar)
Eine halbe ausgepresste Zitrone war in der Antike der Vorläufer dieses Verhütungsmittels. Das moderne Diaphragma wurde anno 1882 von einem Flensburger Arzt entwickelt. Es gilt als das erste unschädliche und zuverlässige empfängnisverhütende Mittel und war bis zur Erfindung der Anti-Baby-Pille sehr beliebt.
Beim Diaphragma handelt es sich um eine Gummimembran mit einer Drahtspirale am Rand, die von der Frau selbst in die Scheide eingeführt werden kann. Dort muss sie vor den Muttermund platziert werden, um das Eindringen der Spermien in die Gebärmutter zu verhindern.
Zuerst wird ein samenabtötendes Mittel auf das Diaphragma aufgetragen und dann maximal zwei Stunden vor dem Geschlechtsverkehr eingesetzt. Danach verbleibt es für etwa acht Stunden an Ort und Stelle, bis es wieder entfernt werden darf.
Wie es eingesetzt wird, erklärt der Frauenarzt. Er bestimmt auch die Größe des Diaphragmas und stellt fest, ob Gründe vorliegen, die gegen den Gebrauch sprechen. Im allgemeinen wird dieses Verhütungsmittel gut vertragen. Selten kann es - wie beim Kondom - zu einer Latex-Allergie kommen. Allerdings kann auch das Gel zu Brennen oder einem Wärmegefühl führen.
Die Sicherheit des Diaphragmas hängt sehr stark von der korrekten Anwendung und der richtigen Passform ab. Bei entsprechender Pflege hält ein Diaphragma etwa zwei Jahre. Sollte zwischendurch eine Geburt stattgefunden haben, muss die Größe vom Arzt kontrolliert werden.
Pearl-Index: 2-4
Dreimonatsspritze
Die Dreimonatsspritze enthält, wie die Minipille, nur das Gelbkörperhormon Gestagen. Es handelt sich um ein hochdosiertes Hormonpräparat, welches vom Arzt gespritzt wird und etwa zwölf Wochen lang wirkt.
Die Dreimonatsspritze verhindert den Eisprung und ist fast so sicher wie die "normale" Pille. Sie sollte nur von Frauen verwendet werden, die keine anderen Mittel vertragen. Denn es können erhebliche Beschwerden, wie Zyklusstörungen, Dauerblutungen, starke Gewichtszunahme oder Haarausfall auftreten. Nach dem Absetzen der Dauerhormongabe kann es lange dauern, bis sich der Zyklus wieder normalisiert.
Pearl-Index: 0,2-0,5
Hormonimplantat (Implanon)
Man könnte dieses Präparat auch die "Drei-Jahres-Pille" nennen. Das Hormonimplantat ist ein Kunststoffstäbchen, das Gestagen (Gelbkörperhormon) enthält und ähnlich wie die Minipille wirkt.
Das Verhütungsstäbchen wird bei örtlicher Betäubung unter die Haut der Oberarminnenseite eingepflanzt. Das äußerst sichere Implantat setzt den Wirkstoff über einen Zeitraum von drei Jahren in geringen Dosen frei. Die möglichen Nebenwirkungen entsprechen im wesentlichen denen anderer Pillenpräparate.
Pearl Index: 0 bis 0,8
Mini-Pille
Die Minipille enthält nur das Gelbkörperhormon Gestagen und ist für Frauen geeignet, die stillen, kein Östrogen vertragen oder ein erhöhtes Thromboserisiko (z.b. Raucherinnen) haben. Dieses Präparat, das durchgehend eingenommen werden muss, verhindert nicht in jedem Fall den Eisprung. Aber es verdickt den Schleim im Gebärmutterhals und die Gebärmutterschleimhaut. Die Samen können nicht mehr in die Gebärmutter eindringen und die Eizelle sich nicht einnisten.
Nachteil: Die Minipille der älteren Generation muss sehr pünktlich eingenommen werden! Schon eine mehr als dreistündige Verzögerung kann zum Verlust des Schutzes führen. Es sind jedoch bereits neue Präparate auf dem Markt, die auch eine längere Verschiebung ermöglichen.
Als häufigste Nebenwirkung wurden Unregelmäßigkeiten bei der Monatsblutung beobachtet.
Pearl Index: 0,5-4
Kondom
Seit Beginn des Aids-Zeitalters sind "Gummis" wieder angesagt. Denn die Verhüterlis schützen nicht nur vor einer Schwangerschaft, sondern auch vor ansteckenden Geschlechtskrankheiten. Außerdem sind sie günstig und haben keine Nebenwirkungen - sofern man nicht unter einer Latex-Allergie leidet. Dann kann man allerdings auch auf latexfreie Kondome zurückgreifen.
Die Gummis gibt es fast überall, ob im Automat in der Disco oder im Supermarkt an der Ecke. Schämen muss man sich beim Kauf nicht mehr, denn für den Single ist der "Pariser" heute ein selbstverständlicher Begleiter.
Sichere Handhabung
Das Kondom sollte mit der nötigen Sorgfalt aus der Packung genommen werden, damit es nicht beschädigt wird. Bei scharfen Fingernägeln gilt deshalb doppelte Vorsicht. Um das Präservativ über den erigierten Penis zu rollen, wird die Vorhaut zurückgezogen. Im oberen Zipfel des Kondoms müssen ein bis zwei Zentimeter Platz für den Samen gelassen werden.
Das Kondom sollte auf jeden Fall benutzt werden, bevor der Penis mit der Scheide in Berührung kommt. Denn bereits im sogenannten Sehnsuchtströpfchen können Spermien enthalten sein.
Wichtig: Nach der Ejakulation Penis und Kondom gemeinsam aus der Scheide ziehen! Hier liegt eine der Hauptursachen für die mangelnde Sicherheit dieses Verhütungsmittels. Das Kondom bleibt häufig in der Scheide und das Sperma läuft aus. Möglich ist auch das Reißen des Präservativs (Verfallsdatum beachten), was bei sachgemäßer Benutzung jedoch relativ selten geschieht. Was eigentlich klar sein sollte: Ein Kondom darf man nur einmal benutzen!
Pearl-Index: 3-4
Ein paar Worte zum Safer Sex
Safer Sex ist heute ein Muss, vor allem wenn es um wechselnde oder neue Bekanntschaften geht. So sollten während der ersten drei Monate einer neuen Beziehung Präservative verwendet werden, bis ein HIV-Test ergeben hat, dass beide Partner negativ sind. Da es nach einer Ansteckung mit Aids in der Regel etwa zwölf Wochen dauert, bis sich dies zuverlässig nachweisen lässt, geht man mit der Einhaltung dieser Frist auf Nummer sicher. Doch Kondome bewahren die Liebespartner auch vor Hepatitis C und anderen, unangenehmen Geschlechtskrankheiten (Syphilis, Tripper etc.)
Symptothermale Methode (Rötzer-Methode)
Bei dieser natürlichen Verhütungsmethode werden zwei Methoden kombiniert: die Billings-Methode und die Basaltemperaturmethode. Zusätzlich wird der Muttermund und der Gebärmutterhals abgetastet. Diese Verhütungsart ist recht kompliziert und bedarf einer ständigen Kontrolle.
- Basaltemperatur-Methode (Temperatur-Methode): Jeden Morgen muss die Temperatur gemessen und eingetragen werden. Vom Ende der Regelblutung bis zirka zwei Tage nach dem Eisprung ist die Temperatur um einige zehntel Grad niedriger. Beispiel: normal: 36.5 Grad, zwei Tage nach Eisprung: 37 Grad. Der Eisprung liegt zirka 2 Tage vorm Anstieg der Temperatur.
- Schleimstrukturmethode: Über mehrere Monate muss jeden Morgen das Scheidensekret auf seine Konsistenz getestet werden. Drücken Sie das Sekret zwischen Daumen und Zeigefinger und öffnen Sie dann die Finger. Wenn sich 6 bis 12 Zentimeter lange Fäden ziehen lassen, hat der Eisprung begonnen.
- Ertasten des Muttermundes: Während der unfruchtbaren Zeit ist die Muttermundöffnung klein und trocken. Während der Eisprungzeit ändert sich der Zustand: Schleim bildet sich, der Muttermund wird weicher und öffnet sich.
Entsprechende Tabellen finden sie bei der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BzGA).
Nicht zu empfehlen und unsicher sind die natürlichen Methoden bei:
- Frauen mit unregelmäßigem Zyklus
- Teenagern
- Körperlichen und seelischen Belastungen
- Reisen
- Krankheit
- Starker Alkoholkonsum
- Wenig Schlaf
- Schichtarbeit
- Frauen, die kaum Temperaturschwankungen haben
Pearl-Index: 0,3
Knaus-Ogino-Methode
Die Knaus-Ogino-Methode wurde von den österreichischen und japanischen Frauenärzten Hermann Knaus (1892-1970) und Kynsaku Ogino (1882-1975) entwickelt. Sie beruht auf der Erkenntnis, dass eine Eizelle nach dem Eisprung etwa 6-12 Stunden lang befruchtet werden kann, und dass die Spermien insgesamt 3-4 Tage überlebensfähig sind.
Das heißt: Eine Enthaltsamkeit von ca. vier Tagen vor und nach dem Eisprung sollten reichen, um eine Schwangerschaft zu verhindern. Für die Knaus-Ogino-Methode muss man zunächst ein Jahr lang die Tage von einer Monatsblutung bis zur darauffolgenden zählen. So ermittelt man Durchschnittswerte für den monatlichen Zyklus. Diese Verhütungsmethode gilt als wenig zuverlässig. Denn auch bei Frauen mit regelmäßiger Periode kann sich der Eisprung verzögern oder verspäten.
Nicht zu empfehlen und unsicher sind die natürlichen Methoden bei:
- Frauen mit unregelmäßigem Zyklus
- Teenagern
- Körperlichen und seelischen Belastungen
- Reisen
- Krankheit
- Starker Alkoholkonsum
- Wenig Schlaf
- Schichtarbeit
Pearl-Index: 15-35
Temperaturmethode
Bei dieser Methode wird die Temperatur (Basaltemperatur) jeden Morgen zur gleichen Zeit gemessen. Ein bis zwei Tage nach dem Eisprung steigt die Körpertemperatur um ca. 0,2 bis 0,5° C an. Vom dritten Tag nach der Temperaturerhöhung bis zum Eintreten der folgenden Periode ist die Frau nicht fruchtbar. Die reine Temperaturmethode gilt als unsicher, da schon eine Erkältung oder eine kleine Entzündung im Körper die Werte verfälschen kann.
Nicht zu empfehlen und unsicher sind die natürlichen Methoden bei:
- Frauen mit unregelmäßigem Zyklus
- Teenagern
- Körperlichen und seelischen Belastungen
- Reisen
- Krankheit
- Starker Alkoholkonsum
- Wenig Schlaf
- Schichtarbeit
- Frauen, die kaum Temperaturschwankungen haben
Pearl-Index: 1-3
Schleimstrukturmethode (Billings-Methode)
Bei diesem Verfahren muss der Schleim (Zervixsekret) im Gebärmutterhalskanal jeden Tag begutachtet werden. Zur Zeit des Eisprungs wird das Sekret, das im allgemeinen zäh und undurchsichtig ist, wässrig und klar.
Drücken Sie das Sekret zwischen Daumen und Zeigefinger und öffnen Sie dann die Finger. Wenn sich 6 bis 12 Zentimeter lange Fäden ziehen lassen, hat der Eisprung begonnen.
Allein angewendet gilt diese Methode als sehr unsicher.
Nicht zu empfehlen und unsicher sind die natürlichen Methoden bei:
- Frauen mit unregelmäßigem Zyklus
- Teenagern
- Körperlichen und seelischen Belastungen
- Reisen
- Krankheit
- Starker Alkoholkonsum
- Wenig Schlaf
- Schichtarbeit
Pearl-Index: 5-25
Verhütung per Computer
Sogenannte Verhütungscomputer helfen Frauen bei der Ermittlung ihrer wahrscheinlich fruchtbaren bzw. unfruchtbaren Tage. Die schriftliche Aufzeichnung fällt weg, da der Computer die fruchtbaren Tage errechnet.
Die Berechnung beruht dabei auf der Temperaturmethode oder einem Hormontest (Urinprobe). Beim Temperaturcomputer wird jeden Morgen zur gleichen Zeit die Temperatur gemessen und abgespeichert.
Bei dem Hormontest wird der erste Tag des Zyklus eingegeben. Kurz vor den fruchtbaren Tagen gibt ein Lichtsignal an, dass der Morgen-Urin gemessen werden muss. Dazu benötigt man zusätzlich Urin-Messstäbchen. Nach der Auswertung zeigt der Computer entweder "fruchtbar" oder "unfruchtbar" an.
Es gibt auch Computer, bei denen Hormontest und Temperaturmessung kombiniert werden.
Nicht zu empfehlen und unsicher sind die natürlichen Methoden bei:
- Frauen mit unregelmäßigem Zyklus
- Teenagern
- Körperlichen und seelischen Belastungen
- Reisen
- Krankheit
- Starker Alkoholkonsum
- Wenig Schlaf
- Schichtarbeit
- Frauen, die kaum Temperaturschwankungen haben
Pearl-Index:
Temperatur 0,6 bis 10
Hormontest 4 bis 6
Kombination 2 bis 6
Pille
Es war eine Revolution: 1960 kam die erste Anti-Baby-Pille auf den Markt. Sie erlöste die Frauen vor der Angst einer ungewollten Schwangerschaft. Endlich konnten auch sie ihre Sexualität unbeschwert genießen und ausleben.
Die Pille ist auch heute noch das am meisten verwendete Verhütungsmittel, obwohl sie immer wieder in das Kreuzfeuer der öffentlichen Kritik gerät. So erhöht sie das Risiko von Gefäßerkrankungen, die z.b. zu Schlaganfall, Herzinfarkt, Thrombosen oder Embolien führen können. Zu der Risikogruppe gehören vor allem ältere Frauen, die rauchen.
Verträglichkeit
"Verträgst du die Pille?" Diesen Satz hört man häufiger, wenn Frauen über Verhütungsmittel sprechen. Und tatsächlich kann dieses Präparat mit unangenehmen Nebenwirkungen verbunden sein. Zu diesen zählen u a. Gewichtszunahme, Stimmungsschwankungen, Migräne, Übelkeit, Schlafstörungen oder verminderte Libido.
Dies ist aber von Frau zu Frau verschieden. Es gibt viele Konsumentinnen, die keine Beeinträchtigungen spüren. In manchen Fällen werden durch die Pille sogar positive Begleiterscheinungen erzielt. Häufig ist eine Linderung von Menstruationsbeschwerden zu verzeichnen oder eine Linderung von Hautproblemen (Akne).
Hormonbeeinflussung
Die "eigentliche" Pille ist ein kombiniertes Östrogen-Gestagen-Präparat. Im Gegensatz zu den reinen Gestagenpräparaten, zu denen die Dreimonatsspritze und die Minipille gehören. Am gebräuchlichsten ist die niedrigdosierte Einphasenpille, die Mikropille.
Die Pille greift in den Hormonhaushalt ein. Sie ist ein Ovulationshemmer. Die in ihr enthaltenen Hormone Östrogen und Gestagen verhindern den Eisprung. Der Hormoncocktail täuscht der Hirnanhangdrüse vor, dass bereits eine Eizelle heranwächst. So wird eine Schwangerschaft simuliert.
Außerdem kommt es zu einer Verfestigung des Schleimpfropfes im Gebärmutterhals. Diese Barriere hält die Spermien "draußen". Die Pille beeinträchtigt zudem den Aufbau der Gebärmutterschleimhaut, dadurch wird die Einnistung einer befruchteten Eizelle erschwert.
Sicherer Schutz
Die Pille gilt als das sicherste Verhütungsmittel. Allerdings können Erbrechen oder Durchfall den Schutz beeinträchtigen. Über die Wechselwirkung mit anderen Medikamenten sollte der Arzt befragt werden. Das Präparat wird über einen Zeitraum von 21 Tagen täglich eingenommen. Während der Menstruation schließen sich sieben Tage Pause an.
Tipp: Am besten nimmt man die Pille zu einem festen Zeitpunkt ein, morgens oder abends, etwa beim Zähneputzen. Hat man die Pille vergessen, so kann sie in einem Zeitraum von zwölf Stunden nach der üblichen Einnahmezeit eingenommen werden. Überschreitet man dieses Limit, ist die Sicherheit für diesen Zyklus nicht mehr gewährleistet.
Pearl-Index: 0,2-0,5
Pille danach
Die Pille danach ist so etwas wie der Notnagel unter den Verhütungsmitteln. Hat man die Pille einmal vergessen, ist das Kondom gerissen oder wurden im Rausch der Leidenschaft alle Vorsichtsmaßnahmen beiseite gefegt, ist sie oft die letzte Rettung.
Dieses Verhütungsmittel ist ein hochdosiertes Östrogen-Gestagen-Kombinationspräparat und kann zum Abgang der bereits befruchteten Eizelle führen. Man sollte mit der Einnahme so schnell wie möglich nach dem Geschlechtsverkehr beginnen, spätestens aber 48 Stunden danach. Durch die Anwendung kann es unter anderen zu leichten Spannungsgefühlen in den Brüsten, Erbrechen Unterleibsschmerzen, Kopfschmerzen oder Schmierblutungen kommen. Auch eine zeitliche Verschiebung der darauffolgenden Regel ist möglich.
Pearl-Index: 2-25
Pille für den Mann
Immer wieder wird sie heraufbeschworen, aber sie kommt und kommt nicht auf den Markt: die "Pille für den Mann". Zwar ist die Idee schon Jahrzehnte alt, aber immer noch ist sie in der Entwicklungsphase.
Es wird derzeit mit zwei unterschiedlichen Verhütungsmitteln experimentiert. Das eine basiert auf Hormonpräparaten, das andere auf nicht-hormonellen Wirkstoffen. Ob es letztlich eine Pille oder Spritze wird, ist ebenfalls noch nicht sicher.
Bei dem Hormonpräparat handelt es sich um eine Kombination aus Testosteron und Gestagen. Es soll die Spermienproduktion stoppen und der Mann nach drei Monaten unfruchtbar sein.
Drei Monate nach der letzten Spritze ist der Mann wieder zeugungsfähig. Dieses Präparat befindet sich in der klinischen Testphase.
Bei den nicht-hormonellen Präparaten sieht es noch schlechter aus. Bislang gibt es nur wirksame Versuche an Mäusen, ansonsten Rückschläge.
Doch die Wissenschaftler sind optimistisch, dass es in ein paar Jahren (derzeitige Schätzungen gehen von 2007 aus) endlich soweit sein wird. Solange bleibt die Verhütung (abgesehen vom Kondom) auch weiterhin eine Sache der Frau.
Pearl-Index: noch nicht bekannt
Portiokappe
Die Portiokappe, die zu den ältesten Verhütungsmitteln gehört, wurde in den letzten Jahren wiederentdeckt. Sie besteht aus Latex und funktioniert ähnlich wie das Diaphragma. Auch sie wird auf den Muttermund gesetzt. Dort saugt sie sich fest und schließt die Gebärmutter von der Scheide ab. Zusätzlich wird ein samenabtötendes Gel benutzt.
Früher wurde die Portiokappe vom Arzt eingesetzt, heute können die Frauen es selbst tun. Sie wird immer nach der Periode eingeführt und erst wenige Tage vor der nächsten Blutung wieder entfernt. Wer sich für dieses Verhütungsmittel entscheidet, sollte zunächst den Frauenarzt konsultieren. Der Gynäkologe bestimmt, wie beim Diaphragma, die Größe der Kappe und erklärt die Handhabung. Zudem stellt er fest, ob diese Methode für die Patientin auch wirklich geeignet ist.
Die Sicherheit der Portiokappe hängt, wie beim Diaphragma, wesentlich von der korrekten Handhabung und der richtigen Passform ab. Sie ist im allgemeinen gut verträglich. In seltenen Fällen kann, wie bei Diaphragma und Kondom, eine Latexallergie auftreten.
Pearl-Index: 3-5
Spirale
Die Spirale wird im allgemeinen während der Regel vom Arzt in die Gebärmutter eingesetzt. Abhängig vom Typ kann sie zwei bis fünf Jahre im Körper verbleiben. Das Einsetzen ist mit einem kurzen Schmerz verbunden, der von den Frauen unterschiedlich stark empfunden wird.
Die früheren Modelle verhinderten das Einnisten der befruchteten Eizelle in der Gebärmutter. Bei dieser Verhütungsmethode wird der Hormonhaushalt nicht beeinflusst und ist für Frauen geeignet, welche die Pille nicht vertragen.
Mittlerweile gibt es auch moderne, empfängnisverhütende Spiralen, die entweder Kupferionen oder Gelbkörperhormone (Gestagene) enthalten. Dadurch können allerdings auch hormonbedingte Nebenwirkungen auftreten.
Sicherheitskontrollen
Für Spiralträgerinnen sind regelmäßige Kontrolluntersuchungen beim Frauenarzt Pflicht. Denn die Spirale kann verrutschen oder sogar verloren gehen. Die Sicherheit dieses Verhütungsmittels kommt heute fast der Pille gleich.
Mögliche Nebenwirkungen: Die Spirale kann die Stärke der Blutung und der Menstruationsschmerzen verändern und zu Zwischenblutungen führen. Außerdem sind Unterleibsentzündungen möglich. Solch eine Infektion kann bei Frauen, die noch kein Kind geboren haben, zur Unfruchtbarkeit führen. Für Frauen, die unter starken und schmerzhaften Regelblutungen leiden, ist die Spirale nur wenig geeignet. Denn die Beschwerden können sich dadurch noch verschlimmern.
Pearl-Index: 1-2
Sterilisation
Auf ewig "nein" zum Kind. Gerade für Paare, die ihre Familienplanung schon erfolgreich abgeschlossen haben, ist die Sterilisation eine Alternative zur herkömmlichen Verhütung. Die Sterilisation ist eine äußerst sichere Methode des Empfängnisschutzes - aber sie ist auch relativ endgültig. Nur in ganz seltenen Fällen lässt sich der Eingriff wieder rückgängig zu machen. Interessant ist, dass immer noch weitaus mehr Frauen als Männer den Eingriff wagen. Obwohl die Sterilisation des Mannes wesentlich unkomplizierter ist und sogar ambulant durchgeführt werden kann.
Das Für und Wider
Meist ist es so, dass die Paare, befreit von der Verantwortung, mehr Spaß am Sex haben. Nur selten wirkt sich die Sterilisation belastend auf die Libido aus. Das ist dann der Fall, wenn Mann oder Frau nicht völlig glücklich sind mit ihrer Entscheidung. Deshalb sollte man eine Sterilisation immer gut überdenken und mit Partner und Arzt besprechen. Konsequenzen, Risiken und Verantwortung sollten bekannt sein. Bei eventuellen Bedenken sollte man andere verhütende Maßnahmen in Erwägung ziehen.
Sterilisation bei der Frau
Bei der Sterilisation der Frau werden durch eine sogenannte Tubenligatur (Tubensterilisation) die Wege der Eizellen unterbrochen und die Eileiter anschließend verschlossen. Oft werden die Abschnitte der Eileiter, in denen die Befruchtung mit den Samenzellen stattfindet, zusätzlich durchtrennt. Die Eizelle kann also nicht mehr in die Gebärmutter gelangen.
Es gibt verschiedene Möglichkeiten diesen Eingriff durchzuführen. Entweder durch einen Schnitt dicht an der Schamhaargrenze (Laparotomie) oder durch die Nabelgrube (Laparoskopie). Alternativ kann die hintere Scheidenwand geöffnet werden (vaginale Operation). Ein stationärer Aufenthalt von circa drei Tagen ist bei fast allen Eingriffen notwendig.
Im Idealfall ändert sich bei der Frau, zumindest aus körperlicher Sicht, nichts. Die hormonproduzierenden Eierstöcke bleiben erhalten. Das heißt, auch weiterhin kommt es zur Monatsblutung, und auch die sexuelle Erregungsfähigkeit ist unverändert. Der Eintritt in die Wechseljahre wird durch den Eingriff kaum beeinflusst. Bei einigen Frauen kann es nach der Sterilisation zu Zyklusstörungen und vorzeitigen Wechseljahresbeschwerden kommen.
Der Erfolg der Sterilisation kann durch eine spezielle Röntgenuntersuchung überprüft werden. Diese ist jedoch sehr aufwendig, und man verzichtet in den meisten Fällen darauf.
Sterilisation beim Mann (Vasektomie)
Ein Mann kann gewöhnlich ambulant und unter örtlicher Betäubung sterilisiert werden. Dabei werden die Samenleiter durchtrennt und anschließend abgebunden oder geclippt. Es ist ebenfalls möglich, die durchtrennten Samenleiter mittels elektrisch erzeugter Hitze zu verschließen. Das Durchtrennen alleine reicht nicht. Es besteht sonst die Gefahr, dass die Enden wieder zusammenwachsen.
Trotz aller Aufklärungsversuche haben immer noch viele Herren eine - im wahrsten Sinne des Wortes - "tiefsitzende" Angst vor dem Verlust ihrer Männlichkeit. Eine unbegründete Furcht. Es bleibt alles, wie es wahr. Die Lust auf Sex, die Erektion und selbst die Ejakulation werden von dem Eingriff nicht betroffen. Auch Optik und Menge der Samenflüssigkeit bleiben unverändert. Der einzige Unterschied: Im Ejakulat schwimmen keine Spermien mehr herum. Und selbst das kann man nur unter dem Mikroskop erkennen.
Die Unfruchtbarkeit tritt beim Mann nicht sofort ein. Es ist möglich, dass noch mehrere Monate nach der Operation befruchtungsfähige Spermien vorhanden sind. Deshalb sollte der Arzt durch Spermaproben im Abstand von mehreren Wochen feststellen (Spermiogramm), ob noch lebensfähige Spermien bei der Ejakulation ausgestoßen werden. Solange muss man zusätzlich noch auf andere Verhütungsmittel zurückgreifen.
Refertilisierung (Wiederfruchtbarmachung)
Trotz der zunehmenden Anzahl von Sterilisationen, gibt es Betroffene, die ihren Entschluss bereuen. Etwa zwei bis zehn Prozen
Verhütungsring
Der weiche Vaginalring ist ganz neu auf dem Markt. Er ist ein Hormonpräparat der besonderen Art. Der Ring wirkt wie die Mikropille und hat damit auch die gleichen Nebenwirkungen.
Der durchsichtige, biegsame Kunststoffring hat einen Durchmesser von 54 mm. Die Frau führt ihn wie ein Tampon tief in die Scheide ein. Dort gibt er nach und nach Gestagene und Östrogene ab. Nach drei Wochen wird er herausgenommen, und die Monatsblutung tritt ein. Nach sieben Tagen kann ein neuer Vaginalring eingesetzt werden.
Vorteile: Die Hormone werden über die Scheidenschleimhaut aufgenommen und nicht über den Magendarmtrakt. Durchfall und Erbrechen können der verhütenden Wirkung nichts anhaben. Einige Frauen empfinden die Hormongabe per Ring als angenehmer.
Nachteil: Der Ring kann nicht richtig sitzen und ist dann beim Sex spürbar. Unter Umständen kann er herausrutschen. Dann sollte er innerhalb von drei Stunden wieder eingesetzt werden, sonst ist der Verhütungsschutz nicht mehr gewährleistet.
Pearl-Index: 0,4 - 0,65
( CI) 13.02.2005

